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Riskanter Alkoholkonsum und Abhängigkeit im Alter

Riskanter Alkoholkonsum und Abhängigkeit im Alter

Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes Plettenberg bietet Therapie an

 

Suchtmittelmissbrauch und -abhängigkeit kann in jedem Lebensalter zum Problem werden.

Aufgrund des demografischen Wandels nimmt jedoch auch die Zahl der älteren Suchtkranken weiter zu. „Bereits heute ist fast die Hälfte der Hilfesuchenden in unserer Suchtberatungsstelle über 50 Jahre alt, davon 8 % über 60 Jahre“, erklärt Sabine Schneider(Dipl. Sozialarbeiterin und Suchttherapeutin).

Die Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren geht von einem risikoarmen Alkoholkonsum aus, wenn erwachsene Frauen nicht mehr als 10 bis 12 g Alkohol (also ca. 0,3l Bier oder 0,15l Wein) täglich konsumieren und erwachsene Männer nicht mehr als 20 bis 24g (also ca. 0,6l Bier oder 0,3l.Wein). An mindestens 2 Tagen in der Woche soll kein Alkohol getrunken werden, um eine Gewöhnung zu vermeiden.

Die Ergebnisse einer Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1, 2013) zeigen, dass in der Altersgruppe der 45 bis 64-jährigen 25 % der Frauen und 40 % der Männer zu viel Alkohol trinken, in der Altersgruppe der über 64-jährigen sind es bei den Frauen 18% und bei den Männern gut 34%, die riskanten Alkoholkonsum betreiben. Generell sollten gerade ältere Menschen den Alkoholkonsum deutlich begrenzen.

Bei einer Suchterkrankung besteht oft lange Zeit kein Problembewusstsein hinsichtlich des Konsums von Alkohol, Medikamenten oder Drogen. „Die Hilfsangebote der Suchtberatungsstelle können erst dann die Hilfebedürftigen erreichen, wenn sich Zweifel am eigenen Konsumverhalten einstellen und sich ein Wunsch nach Veränderung entwickelt. Dies ist ein Prozess, bei dem das soziale Umfeld eine große Rolle spielt“, erläutert Frank Horstmann( Dipl. Sozialarbeiter und Suchttherapeut). „Gerade hier besteht für ältere Menschen eine große Gefahr, wenn sie durch Renteneintritt, den eventuellen Verlust des Partners oder durch gesundheitliche Einschränkungen immer mehr in die Isolation geraten“, führt Schneider weiter aus, „und niemand mehr da ist, der Verhaltensweisen kritisch anspricht oder auch konstruktiven Druck ausübt“.

In den zurückliegenden Jahren der Suchtberatung und Suchttherapie ist es gelungen, alters- und geschlechtsübergreifend zu arbeiten und sich auf die individuellen Bedürfnisse der hilfesuchenden Menschen einzustellen. „In unseren therapeutischen Gruppen sowie in der ambulanten Rehabilitation treffen sehr unterschiedliche Menschen zusammen, die sich gegenseitig unterstützen, miteinander arbeiten und voneinander profitieren“, erklärt Horstmann. „Es ist daher nie zu spät, um etwas im Leben zu verändern und sich hierfür Hilfe zu suchen“.

Die Beratung ist kostenlos und vertraulich. In einem ersten Schritt geht es darum, eine Beziehung zum Hilfesuchenden aufzubauen, das Ausmaß des Missbrauchs bzw. der Abhängigkeit zu klären und danach gemeinsam einen Behandlungsplan zu entwickeln. „Neben der Beratung und Vermittlung in stationäre Therapiemaßnahmen,  haben wir hier in Plettenberg im Rahmen der ambulanten Rehabilitation (ARS-MK) die Möglichkeit, suchtkranken Menschen ein ambulantes Therapieangebot zu machen“, erläutert Schneider.

Die ambulante Therapie findet in wöchentlichen Einzel- und Gruppentherapiegesprächen statt und ist daher auch berufsbegleitend möglich. Kostenträger hierfür sind die gesetzlichen Rentenversicherungen, bei Rentnern die gesetzlichen Krankenkassen. Die Kostenübernahme für eine durchschnittlich 12-monatige ambulante Behandlungsdauer wird in der Suchtberatungsstelle gemeinsam beantragt.

Wenn Sie sich entschlossen haben, die Hilfe der Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes in Plettenberg in Anspruch zu nehmen, sollten Sie nicht zögern und Kontakt aufnehmen.

Sie erreichen die Suchtberatungsstelle in der Bahnhofstr. 25 (Eingang 4 des Paul-Gerhard-Hauses) in Plettenberg unter der Rufnummer: 02351-954020

oder Sie kommen ohne Voranmeldung in die Offenen Sprechstunden:

montags von 10.30 bis 12.00 Uhr und

donnerstags von 15.00 bis 17.00 Uhr

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