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Suchtberatungsstelle Plettenberg legt Jahresstatistik vor

Ambulante Suchttherapie auch für medikamentenabhängige Menschen

Die Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes in Plettenberg legt ihre Jahresstatistik 2015 vor: Insgesamt 375 Menschen haben im zurückliegenden Jahr die Beratungsstelle aufgesucht, sei es als Betroffener oder als Angehöriger einer suchtkranken oder suchtgefährdeten Person. Bei fast 80 Prozent der Fälle handelte es sich um eine Alkoholabhängigkeit, des Weiteren haben Hilfesuchende mit einer Medikamenten-, Drogen- oder Spielsucht die Dienste der Suchttherapeuten Sabine Schneider und Frank Horstmann in Anspruch genommen. Hierbei kam es zu 1.482 Einzelgesprächen und 1.357 Gruppenkontakten. Die Klientel teilt sich wie in der bundesweiten Statistik in 2/3 Männern und 1/3 Frauen auf. Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Zahlen weitestgehend gleich geblieben: „Offenbar schwer zu erreichen sind auch weiterhin die Menschen, die Medikamente wie Beruhigungs- oder Schlafmittel teilweise über Jahre hinweg einnehmen und eine Abhängigkeit entwickelt haben“, stellt Schneider fest, die seit nunmehr 27 Jahren als Suchtberaterin in Plettenberg tätig ist. Medikamentenabhängigkeit sei in Deutschland genauso verbreitet wie der Alkoholismus, schätzen Fachleute, jedoch verlaufe diese in den meisten Fällen deutlich unauffälliger und wird in der Bevölkerung weniger wahrgenommen. „Besonders Frauen und ältere Menschen sind hier die Betroffenen“, weiß Schneider weiter zu berichten. Seit Ende 2009 bietet die Suchtberatungsstelle auch eine ambulante Therapie für suchtkranke Menschen an: „Auch medikamentenabhängige Menschen können nachhaltig von diesem Angebot profitieren und Schritt für Schritt wieder ein Leben ohne Tabletten lernen“, berichtet Horstmann. Hinter jeder Sucht steht auch eine Geschichte und individuelle Problematik, die im Rahmen der Therapie aufgearbeitet werden können. „In den Einzelgesprächen können Patienten vertrauensvoll über ihre persönlichen Ängste und Sorgen sprechen. Ziele können hierbei zum Beispiel die Stärkung des Selbstbewusstseins, die Verbesserung der Konfliktfähigkeit und die Erarbeitung neuer Lebensperspektiven nach Lebenskrisen sein“, sagt Horstmann. „In der Gruppentherapie überwiegt die Arbeit an der Abstinenzsicherung, der Verbesserung sozialer Kompetenzen sowie der Selbst- und Fremdwahrnehmungsfähigkeit“, ergänzt Schneider. Die ambulante Therapie für suchtkranken Menschen umfasst jeweils ein wöchentliches Einzelgespräch und eine Gruppentherapiesitzung und dauert in der Regel 12 Monate. Kostenträger sind die Renten- bzw. Krankenversicherungen. Die Beantragung und Vorbereitung wird durch die Suchtberatungsstelle angeboten.

(Bild: Sabine Schneider und Frank Horstmann von der Suchtberatungsstelle Plettenberg)

 

Suchtkranke oder suchtgefährdete Menschen, aber auch deren Angehörige können sich während der offenen Sprechstunden (jeweils montags von 10.30 – 12.00 Uhr und donnerstags von 15.00 – 17.00 Uhr) oder telefonisch (02391 / 9540-20) über die Angebote der Suchtberatungsstelle im Paul-Gerhardt-Haus in der Bahnhofstraße 25 informieren.

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