Die rechtliche Betreuung – gesetzliche Grundlagen

Gesetzliche Grundlagen
Das Betreuungsgesetz (§§ 1896 bis 1908 i BGB, 4. Buch – Familienrecht), das 1992 in Kraft getreten ist, beinhaltet die Abschaffung der Entmündigung und die Stärkung der Sorge für eine volljährige Person, die „aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht selbst besorgen kann“

Hier ist festgelegt, welche Voraussetzungen für eine rechtliche Betreuung erforderlich sind, welche Rechte und Pflichten ein/e Betreuer/in hat und wann bzw. wie die Betreuung endet.

Eine rechtliche Betreuung ist nach dem Prinzip der Subsidiarität (Nachrangigkeit) nicht erforderlich, wenn andere Hilfestellungen vorhanden sind, die die Tätigkeit eines Betreuers entbehrlich machen. Das ist z. B. der Fall, wenn der Betroffene eine gültige Vorsorgevollmacht erstellt hat.

Andere Hilfen können beispielsweise auch die Familie, Nachbarn und Bekannte oder soziale Dienste sein.

Das Betreuungsgesetz ist darauf gerichtet, die Selbstbestimmung der Betroffenen so weit wie möglich zu erhalten.

Die Betreuung umfasst daher die rechtliche Vertretung und Unterstützung in einem begrenzten Bereich, in dem der betreute Mensch der Hilfe bedarf. Je nach verbleibenden Fähigkeiten und Möglichkeiten des Betreuten wird die Betreuung auf einen oder mehrere Aufgabenbereiche beschränkt.
Die Betreuung kann beispielsweise die Aufgabenbereiche Vermögenssorge, Aufenthaltsbestimmung, Wohnungsangelegenheiten, Gesundheitsfürsorge umfassen.

Der Betreuer hat auch grundsätzlich die Wünsche des Betroffenen zu beachten. Die Betreuung hat keine direkte Auswirkung auf die Geschäftsfähigkeit. Die gesetzliche Vertretungsbefugnis des Betreuers schließt die Handlungsmacht des Betreuten nicht aus.

Im Mittelpunkt steht der Mensch

 

Die persönliche Betreuung ist uns ein besonderes Anliegen. Die Betreuungsperson ist persönlich als Mensch gefragt. Betreuer sind herausgefordert, den Betreuten mit seiner eigenen Lebensgeschichte ernst zu nehmen, ihn trotz aller Beeinträchtigungen als eigenständigen Menschen wahr- und anzunehmen. Kontakte und Gespräche sind notwendig, um sich auf den zu betreuenden Menschen einzustellen und eine Beziehung wachsen zu lassen.

Betreute erfahren häufig ihre Grenzen, ihr Anderssein, ihre Defizite. Umso wichtiger ist es, in der Beziehung zum Betreuer als gleichwertig angesehen zu werden, als jemand, dessen Bedürfnisse ernst genommen werden.

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