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Auftakt ins Reformationsjubiläum: Lehrreicher Vortrag von Prof. Dr. Brakelmann

Name der Veranstaltung Auftakt ins Reformationsjubiläum: Lehrreicher Vortrag von Prof. Dr. Brakelmann

Datum Montag, 07.11.2016

Ort Meinerzhagen   Meinerzhagen

Von Guido Raith

Der erste Schritt in das Jahr des Reformationsjubiläums im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg ist getan. Zahlreiche Besucher - unter ihnen auch Superintendent Klaus Majoress - kamen zur Auftaktveranstaltung ins Gemeindezentrum der Jesus-Christus-Kirche, um hier im Rahmen eines Vortrages von Professor Dr. Günter Brakelmann Antworten auf die spannende Frage „Was hat Luther uns heute noch zu sagen?“ zu bekommen.

Und der aus Bochum stammende evangelische Theologe und Soziologe hatte erstaunliche Fakten zu berichten. Mit Leidenschaft und Sachverstand portraitierte Brakelmann Martin Luther im Kontext politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Zudem zeigte er die konkreten Auswirkungen der reformatorischen Entwicklungen über die Jahrhunderte auf. Brakelmann: „Die Reformation ist ein Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung. Die epochalen Veränderungen, die sie hervorbrachte, hatten Wirkungen quer durch alle Kontinente. Was von ihr ausging ist ein Ereignis nicht nur von nationaler, sondern von europäischer, ja weltweiter Relevanz.“

 

Die vor der Reformation bestehende religiöse Einheit sei durch eine plurale religiöse und kulturelle Vielfalt ersetzt worden. Diese Differenzierung sei in einer Welt, die auf religiöse Gegensätze mit Gewalt reagierte, zusammen mit anderen Faktoren Ursache für Konfessionskriege und Auseinandersetzungen zwischen den Konfessionen geworden, deren Ausläufer bis in die Gegenwart reichten. Die erste Antwort sei gewesen, konfessionell geschlossene politische Einheiten zu schaffen. Aber der dreißigjährige Krieg habe gezeigt, dass die Allianz von konfessionell geprägter Religion und von staatlichen Machtinteressen kaum aufzulösen war, so Brakelmann weiter.

Die Reformation habe nicht allein Kirche und Theologie grundlegend verändert. Vielmehr formte der aus ihr hervorgegangene und ihr verpflichtete Protestantismus das gesamte private und öffentliche Leben, gesellschaftliche Strukturen und Wirtschaftshandeln, kulturelle Wahrnehmungsmuster und Mentalitäten ebenso wie Rechtsauffassungen, Wissenschaftskonzepte und künstlerische Ausdrucksgestalten mit, erläuterte der Theologe.

Der Kernpunkt des reformatorischen Luther, so Brakelmann, sei ein theologischer, ein christologisches Bekenntnis: ‘Es ging um das Verhältnis zu Gott und das Verhältnis des Menschen zu sich selbst, zu den Mitmenschen und der Welt. Diese Einheit ist das reformatorische Prinzip schlechthin.“

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