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Kreissynode: Vereinigung der Kreiskirchenämter Lüdenscheid-Iserlohn und Arnsberg-Soest aufgeschoben

Name der Veranstaltung Kreissynode: Vereinigung der Kreiskirchenämter Lüdenscheid-Iserlohn und Arnsberg-Soest aufgeschoben

Datum Montag, 07.11.2016

 

Von Wolfgang Teipel

Plettenberg. Der Grundsatzbeschluss zur Vereinigung der beiden Kreiskirchenämter Lüdenscheid-Iserlohn und Arnsberg-Soest ist aufgeschoben. Die Entscheidung soll erst beim nächsten Synodal-Treffen am 10. Juni 2017 fallen. Dafür sprach sich bei der Tagung der Kreissynode am 2. November in Plettenberg eine große Mehrheit der Delegierten aus. Klaus Majoress, Superintendent des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, ist allerdings sicher, dass die für 1. Januar 2018 geplante Vereinigung nicht gefährdet ist.

 

 Superintendent Klaus Majoress: Fusion und die neue Struktur laufen nicht auf ein „Sparmodell“ hinaus. Foto: Wolfgang Teipel

 

82 der 92 Delegierten (sechs Gegenstimmen, vier Enthaltungen) unterstützten bei der Tagung im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Eiringhausen einen Antrag von Ralf Ziomkowski. Einige Folien und ein Vortrag von Hauptgeschäftsführer Joachim Steuer waren dem Kirchmeister aus der Gemeinde Rahmede zu wenig. „Ich erwarte ein detailliertes Gutachten zur neuen Struktur und zum weiteren Vorgehen mit allen Arbeitsschritten“, sagte er. Schnell fand er noch während der Tagung die notwendigen zehn Unterstützer für seinen Antrag.

 

 

Ralf Ziomkowski, Kirchmeister der Gemeinde Rahmede, verfasste während der Synode den Antrag, dem später die Mehrheit der Synodalen zustimmte. Foto: Wolfgang Teipel

Im Ergebnis stellt die Synode die geplante Vereinigung der nicht infrage. Die Verantwortlichen sollen den Zusammenschluss weiter vorbereiten und rechtzeitig vor der Synode im nächsten Jahr ein Papier vorlegen, in dem alle Aspekte der Fusion dargelegt werden.

Damit folgte die Synode den Bedenken zahlreicher Sprecher und Sprecherinnen. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen die Fusion“, sagte Dörthe Stuberg, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung des Kreiskirchenamtes Lüdenscheid-Iserlohn. Aber der Zeitplan bereite ihr Sorgen. Außerdem sollten vor alle technischen Voraussetzungen geklärt und die Einführung des Neuen Kirchlichen Finanzmanagement komplett abgeschlossen werden. „Sonst befürchte ich eine Überlastung aller Mitarbeitenden.“

Michael Czylwik, Pfarrer aus Lüdenscheid, glaubt, dass die geplante Gründung eines Trägerverein der vier Kirchenkreise, den Einfluss der Gemeinden auf die Synode schmälern wird. „Wir schaffen damit eine zusätzliche Entscheidungsebene“, kritisierte er.

Zum Hintergrund: In der gesamten Landeskirche werden aufgrund sinkender Gemeindeglieder-Zahlen und schrumpfender Einnahmen aus der Kirchensteuer Vergrößerungen und Konzentration von Verwaltungen diskutiert. So ist die Zahl der Gemeindeglieder im Kirchenkreis Iserlohn seit 1995 um rund 35.000 gesunken. Im Kirchenkreis Lüdenscheid schrumpfte sie im gleichen Zeitraum um rund 37.000. Darauf haben die beiden Kirchenkreise bereits 2008 mit der Zusammenlegung der beiden Kreiskirchenämter reagiert. „Auch wenn die Gemeindegliederzahlen und die Finanzkraft geringer werden bekommen die Verwaltungsaufgaben deutlich höhere Komplexität“, sagte Superintendent Klaus Majoress in Plettenberg. Vor diesem Hintergrund müsse die kreiskirchliche Verwaltung erweitert werden.

 

 

Joachim Steuer, Hauptgeschäftsführer des Kreiskirchenamtes Iserlohn-Lüdenscheid, erläuterte die geplante Struktur. Foto: Wolfgang Teipel

Das Konzept nehme die Erfahrungen aus dem Zusammenschluss der Kreiskirchenämter Lüdenscheid und Iserlohn auf. Es garantiere die geforderte Nähe zu den gemeindlichen und kreiskirchlichen Gremien. Die Vereinigung sowie die strukturelle Neugliederung liefen nicht auf ein „Sparmodell“ zu, noch verursachten sie höhere Kosten. „Die Verwaltung wird sich mit den ihr zugewiesenen Mitteln in diesem neuen Modell bewegen und kann es angesichts der derzeitigen finanziellen Situation auch“, bekräftigte Superintendent Klaus Majoress.

 

 

82 der 92 Stimmberechtigten sprachen sich für die Verschiebung des Grundsatzbeschlusses aus. Foto: Wolfgang Teipel

 

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