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Die Herausforderungen des Pfarrberufs in den Blick genommen

 

Die Superintendeten Martina Espelöer aus Iserlohn (rechts) und Klaus Majoress aus Lüdenscheid begrüßten die Präses der Evangelischen Kirche in Westfalen, Annette Kurschus, im Haus Nordhelle. (Foto: Raith)

 

Von Markus Mickein

 

Pfarrerinnen und Pfarrer nehmen eine Schlüsselfunktion ein, wenn es darum geht, als Kirche in der Öffentlichkeit sichtbar zu sein. Doch Pfarrer ist nicht gleich Pfarrer. So hat eine Amtsinhaberin im klassischen Gemeindedienst andere Aufgaben und Herausforderungen zu bewältigen als beispielsweise ein Pfarrer mit einem Seelsorgeauftrag in einem Krankenhaus oder im Schuldienst; und auch auf dem Land sind die Anforderungen andere als in einer Großstadt. Hinzu kommen sich verändernde Rahmenbedingungen, die eng mit gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden sind: Die Zahl der Gemeindeglieder, für die ein Pfarrer oder eine Pfarrerin künftig zuständig sein wird, wird steigen, ebenso die Anforderungen an das Pfarramt selber. Demgegenüber stehen die derzeit geringen Zahlen bei den Vikarinnen und Vikaren.

Um zu hören, was Pfarrerinnen und Pfarrer brauchen, um weiterhin ihren Dienst in guter Weise tun zu können, traf sich die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen, Präses Annette Kurschus (Bielefeld) und weitere Vertreter der Landeskirche mit Pfarrerinnen und Pfarrerin aus den Kirchenkreisen Iserlohn, Lüdenscheid-Plettenberg und den landeskirchlichen Instituten und Fachbereichen aus Haus Villigst (Schwerte) zu einem Gedankenaustausch. Der Einladung der Präses sind am Mittwoch, 12. Juli 2017, rund 140 Pfarrerinnen und Pfarrer ins Haus Nordhelle, dem gemeinsamen Tagungszentrum der beiden Nachbarkirchenkreise, gefolgt. Superintendentin Martina Espelöer (Iserlohn) und Superintendent Klaus Majoress (Lüdenscheid-Plettenberg) dankten im Namen der Pfarrschaft für das Interesse der Kirchenleitung, miteinander über das Pfarramt ins Gespräch zu kommen.

 

Martina Espelöer.

Für den Austausch wurde die kreative Methode des World Cafés gewählt, an dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei anregenden Tischgesprächen verschiedene Facetten anhand der Begriffe „gemeinsam – gut – gerne – gesund“ beleuchteten und stichwortartig auf Leinwänden festhielten. In einem anschließenden Plenumsgespräch stellte sich Präses Annette Kurschus den Fragen des Auditoriums.

 

Klaus Majoress.

Um den Pfarrberuf weiterhin attraktiv zu gestalten, sollte, so die Anregungen der Pfarrerinnen und Pfarrer, über die  Vereinbarkeit von Beruf und Familie, eine angemessene Honorierung und Bezahlung ebenso nachgedacht werden wie über ein klares Rollenbild sowie notwendige Freiräume. Jungen Menschen müsse der Pfarrberuf wieder interessant gemacht werden. Denn auch das wurde deutlich: Der Pfarrberuf ist bei allen Anforderungen noch immer ein „toller und großartiger“ Beruf, vielleicht sogar „der schönste der Welt“, wie es Präses Kurschus formulierte, ein Beruf mit vielen Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten. In Ihrer Andacht hob sie anhand des Wochenspruchs aus Philipper 1,9 „Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung“ die Liebe zum Pfarrberuf hervor.

Viele Anregungen und Ideen nahm Präses Kurschus mit in den weiteren Gesprächsprozess rund um das Pfarramt. Mit der Landessynode im Herbst 2015 startete dieser Gesprächsprozess unter dem Titel „Das Pfarramt in der Dienstgemeinschaft unserer Kirche“ in der gesamten Landeskirche. Ein wichtiger Baustein dabei sind die Großgruppenveranstaltungen wie diese in Haus Nordhelle. Insgesamt elf Gruppenveranstaltungen sind mit Präses Annette Kurschus bis zum Herbst 2017 geplant, neun haben bereits stattgefunden. Auf der Landesynode im Herbst dieses Jahres in Bielefeld wird das Thema rund um das Pfarramt aufgegriffen und weitergeführt.

 

Annette Kurschus.

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