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FrauenZeiten in Borkum

  

 

Von Heike Ludewig

Mit 23 Frauen aus dem Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg  ging es am 29.April mit dem Zug auf die Hochseeinsel Borkum im Wattenmeer der Nordsee. Nach mehrmaligem Umsteigen erreichten wir erwartungsvoll und fröhlich Borkum Hafen. Mit einer kleinen Schmalspurbahn ging es dann schließlich bis Borkum Stadt. Am späten Nachmittag traten wir dann endlich in unser „neues Zuhause“ die Familienstätte „Alter Leuchtturm“- eine herrlich zentral auf der Insel gelegene Ferienstätte des Kirchenkreises Lüdenscheid. Der Hausvater Rolf Meuser begrüßte uns gleich mit dem ostfriesisch-herben „Moin“ und erläuterte uns Wissenswertes zum Haus. Manche Frauen waren zu viert, manche zu zweit oder alleine in entsprechenden Zimmern untergebracht. Die Appartements waren gut ausgestattet. Uns sollte es an nichts fehlen. Vollpension war gebucht worden und die Küche war wirklich hervorragend. Für jeden Geschmack war etwas dabei.

Der erste Abend am Samstag wurde dann zum besseren gegenseitigen Kennenlernen in der Gruppe genutzt. Durch ein Einstiegs-Bodenbild und einige Impulsfragen konnte jede Frau dann völlig ungezwungen etwas über sich erzählen. Begleitet durch Gesang und Gebet endete dieser erste Abend offiziell. Schon jetzt war klar: Die Frauen der Reformation haben uns eine Erneuerung und Weite geschenkt, die es sich an- und auszupacken lohnt. Einige aus der Gruppe sind dann noch schnell zur Strandpromenade gelaufen um bei einem Glas Wein oder heißem Kakao den Sonnenuntergang zu beobachten und den Abend ausklingen zu lassen.

An jedem Morgen haben wir uns in kleinen Gruppen zu einer Morgenandacht und dem persönlichen Gebet füreinander getroffen.

Am Sonntag wollten wir eigentlich den Gottesdienst in der Reformierte Kirche besuchen, doch dort war gerade ein Konfirmationsgottesdienst, so dass unsere Leiterin Sabine Drescher ganz spontan in unserem Gruppenraum einen Gottesdienst hielt. Das war erfrischend und von Gottes Segen begleitet. Nach dem Mittagessen unternahmen wir schließlich eine Wanderung ins Ostland. Erst ging es durch die Ortschaft, dann in die Dünen und anschließend am Strand entlang. Wir hatten wunderbar sonniges Wetter, viel Wind und bekamen herrliche Eindrücke von der Insel. Kleine Stationsstopps mit Impulsen und Gebeten ließen die Wanderung zu einem Pilgerweg in die eigene Biographie werden. Zum Abschluss gestaltete die Gruppe kreativ ein Mandala mit gesammelten Strandgut. Ein Lunchpaket zum Picknick am Strand in der Sonne und mit dem Blick auf den weiten Strand und das unendliche Meer haben uns erfüllt und dankbar werden lassen. Zurück ging es mit Jan Akkermann und seiner Pferde-Kutsche. Nach dem Abend-Lob hatte dann jede Frau Zeit zur freien Gestaltung.

Am Montag, unserem dritten Tag, trafen wir uns nach dem Frühstück im Gruppenraum und hörten einen sehr umfassenden und mit vielen historischen Fakten erzählten Bericht über das Leben und den Glauben der Frau von Martin Luther, Katharina von Bora. Ursula Cordt konnte die Biographie lebendig und eindrücklich wiedergeben, so dass wir uns schon fast in die Zeit hineinversetzt fühlten. Wunderbar! Sabine Drescher nahm uns dann noch mit in die Biographien von Katharina Zell aus Straßburg und Argula von Grumbach aus Bayern. Was haben die Frauen in ihrer Zeit Mut gehabt!  Wie sind sie aufgestanden für Recht und Gerechtigkeit und das Wort Gottes! Was können wir heute als Frauen davon lernen?! So ging es dann in den Nachmittag. Er war zur freien Verfügung.

Wo finde ich mich wieder? - Was kann ich in meinem Umfeld verändern? - Wo muss ich aufstehen und um Mut und Worte von Gott bitten? - Um diesen Fragen persönlich auf den Grund zu gehen, haben wir uns in Kleingruppen aufgeteilt, dann die Insel erkundet und uns eigene Thesen überlegt. Manche sind dazu Fahrrad gefahren, andere gingen spazieren oder bummelten in die Stadt.

Nach dem Abend-Lob gab es einen sehr beeindruckenden und bewegenden Film über das Leben der Katharina von Bora zu sehen. Die Frauen im Mittelalter hatten eine sehr schwierige und untergeordnete Rolle. Katharina war eine so mutige und glaubensstarke Frau in ihrer Zeit mit vielen Gaben und Fähigkeiten, die sie gut und bewusst einsetzte und dadurch die Reformation mitprägte. Für uns heute ist vieles selbstverständlich, doch die Frauen damals mussten hart für ihre Recht kämpfen.

Am Dienstag hat uns Sabine nach dem leckeren Frühstück in einem besonderen interaktivem Gottesdienst anhand von drei verschiedenen Frauen noch mal verdeutlicht, was wir von den Frauen der Reformation lernen können. Reformation passiert nicht plötzlich sondern ist ein ,,Prozess“ und muss sich entwickeln. Wir konnten unsere eigenen Thesen einbringen und haben füreinander gebetet.

Der Nachmittag stand ganz unter dem Thema „ Ostfriesischen Teestunde“. Der Heimatverein hatte uns in das Turmhaus des Alten Leuchtturmes eingeladen. Es war sehr interessant, etwas über den Tee, seine Zubereitung und Herkunft zu erfahren. Außerdem erfuhren wir hier viel über die Insel. Mit der sogenannten „Fasanenbrause“ verabschiedeten wir uns dann von dem „Borkumer Jungen“.

Der letzte Abend war der „Bunte Abend“. Jede Frau unserer Gruppe konnte sich daran beteiligen mit guten Ideen, mit Spielen, Geschichten und einer leckeren Bowle! Wir haben viel Spaß gehabt und zum Schluss getanzt.

Am 3.Mai mussten wir dann nach dem Frühstück die Heimfahrt antreten. Etwas wehmütig war uns schon, denn die Zeit war einfach nur gut und unsere Gemeinschaft trotz des großen Altersunterschiedes (die jüngste Teilnehmer war 29 Jahre, die älteste 80 Jahre alt) genial. Um 17.00 Uhr erreichten unsere Frauengruppe dann den Bahnhof in Brügge. Vollzählig, glücklich und gesegnet.

Ich bin das erste Mal mitgefahren und kannte nur die Leiterin Sabine ein wenig. Die Tage auf Borkum waren für mich ein tolles Erlebnis und ich bin sehr gesegnet worden. Die Gemeinschaft mit den anderen Frauen war einfach nur schön und intensiv. Ich hatte so viele schöne Gespräche und habe mich die ganze Zeit so wohl gefühlt. Die Organisation von Sabine war liebevoll und sehr professionell. Die Andachten, das Gebet und das Singen haben mir Jesus so nahe sein lassen. Die Informationen über die Frauen der Reformation waren sehr interessant und spannend. Ich bin beschenkt mit vielen schönen Eindrücken, von der Insel, den Frauen und Sabine, die alles so gut organisiert hat. Ich freue mich jetzt schon sehr darauf mit FrauenZeiten wieder zu verreisen.

 

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