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„Die Wiederentdeckung des Evangeliums in der Reformationszeit ist ein Grund zur Freude“

 

Mit großem Applaus und erst nach einer Zugabe verabschiedeten die Zuhörer die Sängerinnen und Sänger und die Musiker nach dem gelungenem Fest-konzert in der Erlöserkirche (Foto: Ernst)

 

Von Karl-Hermann Ernst

KIRCHENKREIS + Als am vergangenen Dienstag um Punkt 24 Uhr die Scheinwerfer für die Projektion erlosch, ging damit nicht nur für die evangelischen Christen der Diaspora des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg  in Attendorn, Finnentrop, Grevenbrück, Kirchhundem und Lennestadt. das Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“ zu Ende.Der diesjährige Reformationstag war wohl der Höhepunkt eines Jahres, das sich auch in den einzelnen Gemeinden intensiv mit der Reformation und Martin Luther beschäftigt hat.

Wie 13 andere Kirchen des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg auch, wurde die Erlöserkirche der Hansestadt Attendorn nach Einbruch der Dunkelheit durch das Projekt ERLEUCHTET zu einem echten Blickfang. Mit dem einzigartigen Lichtkunstobjekt erschienen Worte, die sich in Auseinandersetzung mit reformatorischem Anliegen herauskristallisiert haben, übergroß als klare, leuchtende Objekte auf dem Kirchturm und regten zum Verweilen, Betrachten und Nachdenken an.

Bereits am Morgen hatten sich rund 600 Mitglieder der vier Kirchengemeinden und auch Vertreter der katholischen Geistlichkeit und der Politik,  zu einem Fest- und Abendmahlsgottesdienst in der Erlöserkirche eingefunden, um gemeinsam zu singen und das Abendmahl zu feiern,  aber auch der Predigt von Professor Dr. Arnulf von Scheliha, evangelischer Theologe und Professor für Theologische Ethik an der Universität Münster, zu lauschen. Damit war der Wunsch von Pfarrer Martin Behrensmeyer aus Lennestadt-Kirchhundem wahr geworden: „Lasst uns doch statt vier kleine Gottesdienste einen großen gemeinsam feiern, um dem Anlass so mehr Gewicht verleihen zu können!“ Denn wie es Pfarrer Hans-Joachim Keßler von der evangelischen Kirchengemeinde Grevenbrück ausdrückte: „Die Wiederentdeckung des Evangeliums in der Reformationszeit ist ein Grund zur Freude.“

Die musikalische Gestaltung dieses Gottesdienstes lag in den Händen von Manfred Gogolla (Orgel), dem Pop- und Gospelchor „Sound of voice“ aus Lennestadt unter der Leitung von Ulrike Wesely und dem Posaunenchor der ev. Kirchengemeinde Attendorn unter der Leitung von Stephan Reising.

Professor Dr. von Scheliha stellte in seiner Predigt die Freiheit als zentrales Thema der Reformation heraus und wies  auch darauf hin, dass die Reformation nicht nur die christliche Kirche – auch die katholische - grundlegend verändert habe, sondern darüber hinaus tiefgreifende Auswirkungen auf die Kultur, die Wirtschaft und die Politik hatte. Sie habe vieles neu vermessen und akzentuiert: Glaube und Bildung, Freiheit und Verantwortung, Arbeit und Gemeinwohl. Diese Themen seien bis heute und wohl auch in Zukunft zu diskutieren, neu zu erproben, weiter zu denken und weiter zu verändern, wobei Selbstkritik nicht verdrängt werden könne.

 

Bis um Mitternacht war die Erlöserkirche in der Hansestadt ein Lichtkunstobjekt für Worte, die sich in der Auseinandersetzung mit der Reformation herauskristallisiert haben (Foto: Ernst)

Während sich die Erlöserkirche außen in ein Lichtkunstwerk verwandelte, gab es innen etwas für rund 400 verwöhnte Ohren: Unter der fachkundigen Gesamtleitung von Kirchenmusikdirektor Gerhard Strub brachte ein Projektchor aus den Kirchenchören der Kirchengemeinden Attendorn, Finnentrop und Altenhundem gemeinsam mit der „Camerata Instrumentale Siegen“ und den Solisten Franziska Förster (Sopran), Gisela Brenne (Alt), Steffen Schwendner (Tenor), Joachim Rück (Bass) und Giselher Pankratz (Trompete) ein festliches Konzert zum Reformationsjubiläum zu Gehör. Höhepunkt und zugleich Abschluss dieses Konzertes war die Kantate „Ein feste Burg ist unser Gott“ (BWV 80) für Solisten, Chor und Orchester von Johann Sebastian Bach.

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