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Wort und Musik zur Sterbestunde Jesu mit dem Chor der evangelischen Kirchengemeinde Brügge-Lösenbach

  

Der Chor der evangelischen Kirchengemeinde Brügge-Lösenbach unter der Leitung von Reinhard Derdak, der mit bewegenden Passionsliedern beeindruckte (Foto: Weiland)

 

BRÜGGE + „Wir sind hier zur Sterbestunde Jesu zusammengekommen, um mit Worten und Musik aufs Kreuz zu schauen. Um mit allen Sinnen zu Herzen zu nehmen, was dort für uns geschah“- Mit diesen Worten eröffnete Pfarrer Volker Bäumer am Karfreitag die bewegende Feier zur Sterbestunde Jesu in der evangelischen Kreuzkirche in Brügge, zu der sich zahlreiche Besucher eingefunden hatten. Da Jesus Christus laut der Heiligen Schrift an einem Freitag des Jahres 30, dem Tag der Vorbereitung des Passahfests, gegen 15 Uhr nachmittags  den Kreuzestod, die grausamste Strafe der Römer, auf sich nahm, hatte man diese Uhrzeit ganz bewusst für den Beginn der Feierstunde gewählt.

 Bäumer eröffnete diese mit Versen aus dem 53. Psalm, in dem es darum geht, dass Jesus Christus die Schuld und das Leider der Welt auf sich nahm. Zur Grundlage seiner Karfreitagsmeditation machte er einen Text von Elie Wiesel, in dem es um die Frage „Wo ist Gott?“ im Zusammenhang mit einer Hinrichtung im KZ Auschwitz ging, um die Erfahrung, von Gott verlassen zu sein, wie sie auch Jesus Christus erlebte. Die Stunde, in der er für die Sünden der Welt gestorben ist, wurde außer durch die Verkündigung durch das Wort auch durch Musik und Gesang erfahrbar bemacht.

 Der Verlesung des Psalms22, mit dem Jesus seine Verzweiflung zum Ausdruck brachte, folgte eine ergreifende Vertonung der Worte aus dem zweiten Psalmvers („Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“) von Ernst Friedrich Richter. Neben dieser Chormusik der Romantik standen Lieder von zeitgenössischen christlichen Komponisten und Textern auf dem Programm.

Der Chor der evangelischen Kirchengemeinde Brügge-Lösenbach, der sich durch eine intensive Probenarbeit auf seinen besonderen Auftritt vorbereitet hatte, eröffnete dieses zur Klavierbegleitung von Reinhard Derdak mit dem Lied „Auf dem Weg nach Golgatha“ (von Ilona Schmitz-Jeromin und Klaus Eldert Müller). Mit „Via dolorosa“ zeichnete er den Leidensweg Jesu auf berührende Weise nach. Dieses und das ebenfalls von Klaus Heizmann und Johannes Jourdan stammende Passionslied „Vor deinem Kreuz“ wurde von den Sängerinnen und Sängern eindrucksvoll in acappella rübergebracht. Tiefe Eindrücke hinterließ auch die Solistin Brunhilde Bohlmann, die mit der Alt-Arie „Erbarm‘ dich“ aus der Matthäus-Passion von J.S. Bach aufhorchen ließ und mit dem „Agnus Dei“ aus J.S. Bachs H-Moll-Messe für ein weiteres Hörerlebnis sorgte.

Einen wesentlichen Anteil am Gelingen der Feierstunde hatte auch Reinhard Derdak, der nicht nur für die Einstudierung der Kompositionen, für das Dirigat und die Klavierbegleitung verantwortlich zeichnete, sondern auch noch an der Orgel das Paul-Gerhardt-Lied „Oh Haupt voll Blut und Wunden“ in einer Vertonung von Dietrich Buxtehude zum Programm beisteuerte.

Auf den stillen Charakter des Karfreitags abgestimmt waren auch die Passionslieder, die die Gemeinde zu seiner Begleitung sang und das Verlöschen der Kerzen und aller anderen Lichter. Nach einer stillen Zeit klangen „Wort und Musik zur Sterbestunde Jesu“ schließlich mit dem Segen von Pfarrer Bäumer aus. Anschließend konnte man manches Lob für die Feierstunde hören. Die Ausgangskollekte war für die Arbeit des Fördervereins des Kirchenchores bestimmt. ©IH

 

 

Altistin Brunhilde Bohlmann, die der Feierstunde zusätzliche Glanzlichter aufsetzte (Foto: Weiland)


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