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1. Hörforum zeigt Wege zum Verstehen

  

Olaf Biemann, Geschäftsführer des Reha-Zentrums für Hörgeschädigte in Rendsburg, stellte anschaulich die sozialen Folgen dar, die ein Hörverlust nach sich ziehen kann. Foto: Wolfgang Teipel

von Wolfgang Teipel

Wer am Gemeinschaftsleben teilnehmen will, muss ganz Ohr sein. Gutes Hören, besser noch, gutes Verstehen ist eine wichtige Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Rund 2,5 Millionen Menschen in Deutschland haben damit Probleme, auch wenn viele von ihnen ein Hörgerät tragen. Eine Initiative des Diakonischen Werkes will in Plettenberg Menschen mit Hörproblemen zusammenführen. Das 1. Hörforum bildete am 13. April den geglückten Auftakt. Initiatorin Susanne Vollmer zeigte sich überrascht. Immerhin fanden sich fast 70 Menschen im Paul-Gerhardt-Haus ein, um sich zu informieren und Erfahrungen auszutauschen.

Bürgermeister Ulrich Schulte brachte es in seinem Grußwort auf den Punkt: „Schlechtes Hören ist ein Problem zwischen Sender und Empfänger. Das ist auch ein gesellschaftliches Problem“, sagte der Rathaus-Chef. Er wünschte den Initiatoren viel Erfolg und hofft, dass sie es schaffen, eine Selbsthilfegruppe für Hörgeschädigte zu etablieren.

Mechthild Decker-Maruska (Fachkrankenschwester Geriatrie und Case-Managerin) vom Plettenberger Krankenhaus kennt insbesondere die Schwierigkeiten, die insbesondere die altersbedingte Schwerhörigkeit verursacht, schon lange. Aus dem Krankenhaus und den heimischen Arztpraxen weiß sie: „Da gibt es jede Menge Probleme.“ Deshalb unterstützt sie die Initiative.

Olaf Biemann, Geschäftsführer des Reha-Zentrums für Hörgeschädigte in Rendsburg, machte den Besucher und Initiatoren Mut. Der Aufbau einer Selbsthilfegruppe sei exakt der richtige Weg. Er stellte anschaulich die sozialen Folgen dar, die der Hörverlust mit sich bringen kann. Selbstzweifel, wenn man zwar etwas hört aber nicht mehr versteht, das Gefühl, ausgegrenzt zu sein, der Rückzug von sozialen Kontakten, weil Kommunikation immer schwieriger wird: All das führe zu einer gefährlichen Selbstisolation.

Olaf Biemann appellierte an alle Hörgeschädigten: „Sie haben die Pflicht, ihre Umwelt über ihr Problem zu informieren.“ Nur so könnten beispielsweise auch falsche Reaktionen von Hörenden verhindert werden. Der Reha-Fachmann wies zudem auf zahlreiche Hilfsmittel hin. Eins hatte er selbst mitgebracht. Mit Hilfe einer Spracherkennungs-App wurde sein Vortrag live in Schriftform auf eine Leinwand im Paul-Gerhardt-Haus übertragen.

Zum Abschluss der Veranstaltung verteilten die Initiatoren einen Fragebogen. Die Antworten sollen unter anderem darüber Aufschluss geben, ob das Diakonische Werk mit einer Selbsthilfegruppe ein neues Projekt einrichten soll. „Schwer hören – leichter nehmen“ unter diesem Motto informierte die Deutsche Hörbehinderten Selbsthilfe über ihre Arbeit. Weitere Informationen unter https://www.hoerbehindertenselbsthilfe.de

 

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