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Suchtberatung Plettenberg legt Jahresstatistik 2017 vor

Suchtberatung Plettenberg legt Jahresstatistik 2017 vor

Die Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes in der Bahnhofstraße 25 bietet seit 1972 Hilfen an für erwachsene Menschen, die Probleme haben mit Alkohol, Medikamenten, Drogen, Nikotin, Kauf- und Spielsucht sowie deren Angehörige. Der Grund, warum Hilfesuchende den Weg zur Beratung finden, ist vielfältig. Oft hat sich kurz zuvor etwas ereignet, das den Betroffenen wachgerüttelt und zu der Erkenntnis gebracht hat, dass sich etwas ändern muss. Eingangssätze wie „Ich bin bei der Arbeit abgemahnt worden, weil ich mit einer Alkoholfahne aufgefallen bin“ oder „Ich habe meinen Führerschein abgeben müssen, weil ich Drogen genommen habe“ oder „Mein Partner will mich verlassen, weil ich wieder alles Geld verspielt habe“ kriegen die beiden Suchtberater und Therapeuten Sabine Schneider und Frank Horstmann bei Erstgesprächen oft zu hören. Die Betroffenen kommen zumeist in einem Moment der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, Vorwürfe an ihrem Verhalten wären fehl am Platz. Stattdessen ist der Kommentar „Wir könne Ihnen helfen!“ der Beginn einer längerfristigen Zusammenarbeit zwischen dem Helfer und Hilfebedürftigem.

Die Jahresstatistik 2017 der zertifizierten Suchtberatungsstelle beweist, dass das Phänomen Sucht auch in Plettenberg und Anrainerstädte unvermindert groß, im Laufe der Jahre aber sein Gesicht verändert hat. Es gibt immer seltener den klassischen „Alkoholiker“ oder den typischen „Drogenabhängigen“, Mischabhängigkeiten von „Uppers“ (aufputschende Drogen wie Kokain oder Amphetamin) und „Downers“ (beruhigende Drogen wie Cannabis) sind besonders unter jungen Drogenkonsumenten üblich. Und immer mehr Menschen werden spielsüchtig, nicht nur von Geldspielautomaten, sondern zunehmend auch von Onlineglückspiel, Smartphone und Facebook.

 

             (Das Fachteam der Suchtberatungsstelle Plettenberg: Sabine Schneider und Frank Horstmann)


Insgesamt 428 Menschen (265 Männer, 163 Frauen) haben im zurückliegenden Jahr Kontakt zur Suchtberatung aufgenommen, mit 124 Menschen (88 Männer, 36 Frauen) kam es in der Folge zu einer längerfristigen Beratung oder ambulanten Therapie. Ein großer Teil der Klientel war erwerbstätig (64%), lediglich 23% bezogen Arbeitslosengeld. Alkohol war hierbei immer noch Volksdroge Nummer Eins (75%), gefolgt von Spielsucht (10%) und illegalen Drogen (10%). „Zunächst verhelfen wir zu einer Abstinenz, notfalls mittels Vermittlung einer stationären Entgiftung, um die Voraussetzungen für eine Behandlung zu schaffen“, sagt Horstmann. „Anschließend überlegen wir mit dem Betroffenen gemeinsam, welche Maßnahmen zur langfristigen Stabilisierung und Aufarbeitung seiner Problematik erforderlich sind“, ergänzt Schneider. In einigen  Fällen ist der Aufenthalt in einer stationären Suchtklinik ratsam, wenn jedoch gewisse stabilisierende und motivierende Faktoren (wie Arbeit, Familie, stabiler Gesundheitszustand) gegeben sind, kann auch eine ambulante Therapie erfolgsversprechend sein. „Seit nunmehr zehn Jahren bieten wir in Plettenberg eine ambulante Rehabilitation für suchtkranke Menschen an. Diese ist von den gängigen Leistungsträgern anerkannt und wird auf Antrag auch finanziert“, berichtet Sabine Schneider. „Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel ein Jahr und umfasst wöchentlich jeweils ein Einzel- und ein Gruppengespräch“, sagt Frank Horstmann.

Hilfesuchende oder deren Angehörige nehmen Kontakt zur Suchtberatungsstelle auf über die Offenen Sprechstunden: montags 10:30-12:00 Uhr und donnerstags 15:00-17:00 Uhr. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich.

Diakonisches Werk, Suchtberatungsstelle Plettenberg, Bahnhofstraße 25, Tel.: 02391/9540-20.

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