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Cooler Workshop im Bonhoeffer-Haus

 

Tanz, Theater, Performance: Die Jugendlichen erlebten eine spannende Woche mit Theaterpädagogin Franziska Schneeberger (vorne links). Foto: Wolfgang Teipel

von Wolfgang Teipel

Teresa findet es cool, Jugendlichen aus anderen Ländern zu begegnen. Beim Theater-Workshop im Plettenberger Dietrich-Bonhoeffer-Haus hat sie dazu jede Menge Gelegenheit. Zusammen mit Mädchen aus Syrien und Ruanda und der freiberuflichen Theaterpädagogin Franziska Schneeberger testet sie ihre Fähigkeiten.

Eine Gruppe von neun Jugendlichen hat sich im Theaterprojekt im Gemeindehaus an der Lehmkuhler Straße zusammengefunden. Ausgangspunkt für die Aktion vom 3. bis 7. April war das Café International, ein Treffpunkt, den das Diakonische Werk und die evangelische Gemeinde gemeinsam ins Leben gerufen haben. „Die ersten Ideen, einen solchen Workshop in den Osterferien anzubieten, entwickelten sich im August vergangenen Jahres“, berichtet Heike Schäfer, Leiterin der Freiwilligenzentrale des Diakonischen Werkes. „Wir wollten deutsche Kinder und Kinder von Migranten zusammenbringen.“

Dank einer Spende der P-Weg-Organisatoren konnte Heike Schäfer die freiberufliche Theaterpädagogin Franziska Schneeberger engagieren. Außerdem flossen Mittel aus dem Programm KOMM-AN NRW in das Projekt. Das Geld wurde vom Märkischen Kreis zur Verfügung gestellt. Das Landesprogrammm KOMM-AN NRW soll zur Förderung der Integration von Flüchtlingen in den Kommunen und zur Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements in der Flüchtlingshilfe beitragen.

Tanz, Theater, Performance – das spricht die Jugendlichen an. Partner- und Gruppenübungen zur Selbstwahrnehmung stehen auf dem Programm. Das Thema Bewegung spielt eine wichtige Rolle. Nasrin fand es besonders spannend, mit der Gruppe als Schwarm durch den großen Saal zu laufen und dabei immer wieder neue Rollen einzunehmen.

„Viele Jugendliche haben Hemmungen, sich frei zu bewegen. Manche schämen sich auch, auf einer Bühne zu performen“, sagt Franziska Schneeberger. Diese Scheu legen die Workshop-Teilnehmer nach und nach ab. Schon am Donnerstag gaben sie aus eigenem Antrieb für den Autor dieses Berichtes eine Kostprobe aus der Workshop-Arbeit.

Stimme, Sprache, Texte – auch diese Elemente gehören zum Theaterworkshop an der Lehmkuhler Straße. Ob die Besucher des „Café International“ am 8. April die Jugendlichen auf der Bühne sehen werden, ist noch offen. „Eine abschließende Aufführung muss nicht unbedingt das Ziel eines solchen Workshops sein“, sagt Franziska Schneeberger.

Sicher aber ist: Für die Jugendlichen hat in der zweiten Woche der Osterferien eine neue Form lebendigen Miteinanders begonnen. Einige kannten sich vorher schon etwas besser, manche nur flüchtig, andere gar nicht. Jetzt sind sie eine Gruppe und das auch ganz offiziell. „Wir haben auch außerhalb des Workshops gemeinsam etwas unternommen und auch eine Whats-App-Gruppe gegründet“, sagt Workshop-Teilnehmerin Kristin stolz.

  • Das „Café International“ wurde 2015 ins Leben gerufen. Inzwischen treffen sich an jedem zweiten Sonntag im Montag hier bis zum 150 Menschen aus zahlreichen Nationen ab 14.30 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus zum gemütlichen Beisammensein. Das „Café International“ wurde von der evangelischen Gemeinde initiiert und wird seither unter der Regie der Freiwilligenzentrale des Diakonischen Werkes ausgerichtet. Das nächste Treffen findet am Sonntag, 8. April, statt.

 

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