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Das Gotteswort für die kommende Woche steht auf vielen Urkunden, die ich zu Ehejubiläen oder ähnlichen Anlässen übergeben habe. Manchmal kam mir dieser Zuspruch so richtig fehl am Platze vor. Da gab es in den Lebensgeschichten von Familien kaum einen Grund, Gott zu loben. Ereignisse der Vergangenheit lagen wie eine schwere Last auf ihnen; ein geliebtes Kind war gestorben; Bindungen zu Geschwistern oder Kindern waren zerrissen; schwere Krankheiten drückten nieder; es gab und es gibt viele Einbrüche in unser Leben, die das Loben Gottes im Munde ersticken lassen wollen.
Und doch habe ich es immer wieder gewagt, diesen Spruch zu zitieren und darüber zu sprechen. Das hat seinen Grund.
Der König David als Beter des Psalmes ruft sich selber auf, Gott zu loben, und gibt seine Begründung: der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen. David war wahrhaftig kein unbeschriebenes Blatt, er hat vieles an Höhen und Tiefen erlebt und manch Böses anderen angetan. Dann durfte er es erleben, dass Gott ihn trotz schwerer Schuld nicht fallen ließ. In den Höhen und gerade auch in den Tiefen seines Lebens konnte er immer wieder im Gebet Gottes Nähe erfahren. Er nahm Gott als Hirten und Vater wahr und an. Deshalb rief er sich selber zu: Lobe den Herrn, meine Seele – und so könnte ich zusammenfassen: er lässt dich nicht umkommen.
Manchmal brauchen wir alle eine solche Ermunterung. Manche Härte des Lebens hat uns auch hart gemacht oder verhärtet. Aber – und diese Erfahrung hat mir geholfen - Gott lässt uns Menschen nicht im Stich. Es ist ein großartiges Gefühl zu wissen, es ist einer da, der mich kennt und liebt. Diesem Einen kann ich sagen, was ich falsch gemacht oder wie ich falsch gedacht habe, ihm kann ich sagen, welche Lasten mich drücken, welche Schuld und welches Versagen an mir nagen. Und dieser Eine sagt mir: Ich kenne dich doch, vertrau mir. Das Leben gibt manches Schwere zu tragen auf, ich möchte es mit dir tragen. Die Welt gaukelt dir Ende und Schrecken vor, ich möchte dich begleiten und zum neuen Leben führen, vertrau mir.
Das Kreuz Jesu Christi erinnert mich an Gottes Tat für mich. Da finden Vergebung und Zuspruch statt. Ich kann mich in allem und trotz allem auf meinen Gott verlassen. Das lässt mich immer wieder aufatmen. Dann kann ich mir selber zurufen: Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
Ihr Rüdiger Schmale, Pfr. i.R. Werdohl
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