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Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg


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Lichtblicke

Seit einigen Tagen ist mein kleiner Sohn wie ausgewechselt. Er steht morgens gerne auf, geht zu Fuß zum Kindergarten ohne zu maulen. Der dunkle Wintermorgen und auch der frühe Abend sind für ihn jetzt etwas Besonderes. Vor einigen Tagen begann die Adventszeit..

Überall kann mein Sohn nun Lichterbogen und andere Lichtdekorationen sehen. Das macht diese eigentlich dunkle, aber nun doch nicht mehr ganz so dunkle Zeit aufregend für ihn. Er sehnt sich nach dem Licht, freut sich an dem Licht in der Dunkelheit.

„Alles nur Kitsch und Energieverschwendung“, mag der eine oder die andere sagen. „Das hat doch nicht wirklich etwas mit der Adventszeit oder mit Weihnachten zu tun.“ Oder doch?

 

Zunächst einmal möchte ich feststellen, nicht nur mein Sohn, sondern viele Menschen sehnen sich nach Licht in der Dunkelheit. Nach ganz realem Licht aus Tausenden von Glühbirnchen, das den Morgen und den Abend nicht mehr so dunkel und bedrückend erscheinen lässt, - aber sicherlich auch nach einem Licht im übertragenen Sinne. Ein Licht, das die Dunkelheit, die Traurigkeit in uns hell macht, eine Traurigkeit, die uns oft gerade in den dunklen Monaten des Jahres erfasst.

Wir Christen warten besonders in der Adventszeit auf die Ankunft dessen, der von sich gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“.

Wer mit Jesus Christus rechnet, wirklich auf ihn wartet, ihn erwartet, der zündet Lichter an, weil er ganz sicher ist, dass er kommt. Der kann Lichter anzünden, innehalten, die Zeit entschleunigen, sich mit Jesu Ankunft, mit seiner Botschaft beschäftigen und sich bewusst machen: er kommt und mit ihm wird es heller in dieser Welt werden. Aber da ist noch mehr. Wenn ich mich auf den einlasse, den wir erwarten, dann versuche ich auch so zu leben, wie er es gepredigt und gelebt hat. Ich kann auf andere zugehen, für sie Zeit haben, kann beistehen und helfen, kann im Vertrauen darauf, dass er kommt, vielleicht sogar vergeben und die Hand reichen. Und ehe ich mich versehe, spüre ich auf einmal, dass es nicht nur auf meiner Fensterbank hell wird, sondern auch in meinem Herzen, dass ich fröhlich werde, mich an dem Licht, aber auch an meinen Mitmenschen erfreue, dass ich spüre: ich bin nicht alleine. Es wird heller, weil er kommt. Aber  mehr noch:.

Ich begreife - eigentlich ist er ja schon längst da. Wo ich Jesus Christus einen Platz in meinem Herzen lasse, da macht er es in mir hell, er stiftet mich zum Handeln an, damit auch andere durch mich spüren, dass die innere Dunkelheit durch Jesu Christi Ankunft verschwindet.

So kann es ja dann doch sein, dass die Lichter an den Fenstern und Häusern, nicht einfach nur Kitsch sind, sondern uns deutlich auf den einen hinweisen, auf den wir warten, der schon da ist, und der immer wieder neu zu uns kommt.

Wenn wir die Lichter im Advent bewusst erstrahlen lassen, künden sie davon, dass wir eben nicht auf den Sankt Nimmerleinstag warten müssen, an dem sich alles ändert, sondern dass die Veränderungen schon begonnen haben, dass das wirkliche Licht der Welt jeden Tag neu in die Welt kommt. Und das dies Licht auch schon da ist, eben dort, wo wir ihn einlassen und wo wir durch unser Reden und Handeln zu Lichtblicken auch für andere werden, die mit uns gemeinsam unterwegs sind.

Ich wünsche uns allen die Erfahrung, dass es hell wird um uns herum und in uns selbst, und dass wir uns anstecken lassen, von der Freude auf Weihnachten, auf das Kind im Stall, das diese Welt so verändert hat, dass es eigentlich nie mehr ganz dunkel sein kann.

Ihre Ramona Winkler-Rudzio, Pfarrerin der Johanneskirche

 


WÖCHENTLICHE ANDACHT

Andacht zum Sonntag von Pfr. Friedrich Tometten, Meinerzhagen

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