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Liebe Leserinnen und Leser,
ob man will oder nicht, man kann
kaum daran vorbei: Unübersehbar steht er hoch aufgetürmt, möglichst nah bei der
Kasse, damit er noch schnell in den Einkaufswagen wandert. Und eigentlich
wollte ich doch nur mal schnell Hackfleisch, etwas Milch und Spätzle besorgen.
Doch darf sich ein Vater mit Herz überhaupt nach Hause trauen ohne diese
zarteste Versuchung seit es Schokolade gibt? Also packe ich gleich zwei in den
Wagen.
Ob man will oder nicht, man kann
kaum an der Frage vorbei: Was hat dieser Osterhase eigentlich mit Ostern zu.
Das ist ja ein ganz anderes Fest. Wir feiern die Auferstehung Jesu und seinen
Sieg über das Grab, d.h. über den Tod und über alles, was uns Grenzen bereitet.
Und noch mehr komme ich ins Frage, wenn ich an die vielen bunten und schön
gestalteten Eier denken muss. Hase – Eier – Ostern? Wenn ich ernsthaft über diese Frage nachdenke komme ich ins
Stolpern. Die Tradition interpretiert den Zusammenhang, der Hase steht für
Fruchtbarkeit, für neues Leben also, das Ei für die Quelle allen Lebens, die
Auferstehung für neues, von Gott geschenktes Leben.
Trotzdem: Der schokoleckere
Schmunzelhase verführt die Gedanken, die bunte Schar der Eier auch. Aber Ostern
ist mehr als all das, Ostern geht nicht ohne Karfreitag, ohne den Tod Jesu,
sein Leiden, seine Schmerzen. „Er wurde verachtet und alle mieden ihn. Er war
voller Schmerzen, mit Leiden vertraut, wie einer, dessen Anblick man nicht mehr
erträgt. Er wurde verabscheut, und auch wir verachteten ihn. Doch unsere Krankheit,
er hat sie getragen, und unsere Schmerzen, er lud sie auf sich. Man hat ihn
durchbohrt wegen unserer Schuld, ihn wegen unserer Sünden gequält. Für unseren
Frieden ertrug er den Schmerz, und wir sind durch seine Striemen geheilt“. (Jesaja 53)
Deshalb also Ostern, weil ich, weil wir alle, weil die Welt es so nötig haben.
Mir hat er sich in den Weg gestellt, mir die Wahrheit über mein Leben gesagt,
mir gezeigt, dass ich begrenzt bin, dass wir alle begrenzt sind, und mir die
durchbohrte Hand gereicht zur Versöhnung mit Gott, dem Vater. Am Ostermorgen
ist er auferstanden, und das Vergangene im Grab gelassen wie alte Lumpen aus einer bösen Zeit, mich
befreit, mir neues Leben geschenkt, mich ermutigt zuversichtlich für das Leben
und das Lebensrecht aller Menschen einzustehen.
Die lila Alufolie wandert in den
Gelben Sack, wird recycelt, aber Jesus will unser Leben nicht nur recyceln,
nein er macht es ganz neu.
Und so schmunzelt nicht mehr nur der
Hase, nein ich noch viel mehr vor lauter Freude und tiefer Dankbarkeit für den
Mann am Kreuz.
Mit den besten Segenswünschen für
die Feiertage
Ihr Klaus Majoress
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