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Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg


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Beruf(ung)

Beruf und Berufung. Beides gehört zusammen. Wenn ich meinen Beruf nicht aus Berufung ausübe, wird er zum bloßen „Job“. Das gilt vor allem für bestimmte Berufsgruppen, an die Menschen hohe Erwartungen haben. Ein Arzt, ein Lehrer, ein Pfarrer, der seinen Dienst nur als  Broterwerb versteht, verliert an Akzeptanz. „Der hat seinen Beruf verfehlt“. Das stimmt nicht immer. Wird  nicht oft zu leichtfertig der Stab über einen Menschen gebrochen? Gibt es nicht überzogene Erwartungen, die kein Mensch erfüllen kann? Ja, die gibt es. Gibt es nicht das Phänomen, zunächst das Negative zu sehen und Kritik zu üben? Ja, dieses Phänomen gibt es. Leider viel zu oft. „Nicht geschimpft ist genug gelobt“. Wäre es nicht besser, erst zu loben und dann zu „schimpfen“? Oder besser: konstruktive Kritik zu üben? Dabei  möglichst die Sache von der Person zu trennen? -  Ja, es wäre besser. Aber die Realität sieht anders aus. – Mancher versteht seinen Beruf als Job. Als notwendiges Übel. Als lästige Pflicht. Er arbeitet sie ab. Wer ab-arbeitet, der wirkt oft ab-gearbeitet. Funktioniert wie ein Rädchen im Getriebe. Lebt auf das Wochenende zu oder auf den nächsten Urlaub. Das geht allerdings nicht lange gut. Das füllt nicht aus. Das teilt die Lebenszeit in zwei Hälften: die „pain-area“. Sie umfasst die Arbeit. Und die „play-area“, den Bereich unserer Freizeit.

Im Licht der Bibel ist das eine künstliche Trennung. Gott geht es darum, dass wir unsere Berufung finden. Während der Arbeit und unserer Freizeit. Was hat er sich dabei gedacht, als er mich erschaffen hat? Was ist meine Berufung? - Bei der Trauerfeier von Michael Jackson sagte jemand: „Egal, ob Du als Straßenkehrer oder als „King of Pop“ gelebt  hast. Entscheidend ist, dass du Deine Berufung erkannt hast. Dass du der Berufung Gottes für Dein Leben gerecht geworden bist. Als Straßenkehrer oder als „King of Pop“. Nur danach wird Gott Dich einmal fragen“.

In vielen evangelischen Gemeinden werden am Sonntag junge Menschen konfirmiert. Unter Handauflegung empfangen sie den „Reisesegen“ Gottes. Sie sind auf der Suche nach ihrer Berufung. Bewusst oder unbewusst. Dabei suchen sie mehr oder weniger nach Gott. Nach den Spuren Gottes in ihrem Leben. Ein Leben, das noch so jung ist. Ein Leben, das hin und wieder mit schweren Hypotheken belastet ist. Lassen Sie uns für diese Menschen ein weites Herz haben. Lassen Sie uns das Gespräch mit ihnen suchen. Lassen Sie uns für sie beten. Sie sind unsere Zukunft.

Ein Wort von Arno Pötzsch möchte ich allen zusprechen, die morgen Konfirmation feiern. Aber es gilt auch Dir und mir. Egal, wie alt Du bist. Egal, wie es Dir gerade geht. Ob Du morgen Konfirmation feierst oder nicht: „Sei, wie dich Gott gedacht, der dich in Gnaden schuf! Das ist- o Mensch, gib acht! – dein einziger Beruf“.

Ihr Holger Reinhardt, Pfarrer der Ev. Versöhnungs-Kirchengemeinde Lüdenscheid

 


WÖCHENTLICHE ANDACHT

Andacht zum Sonntag von Pfr. Friedrich Tometten, Meinerzhagen

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