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Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg


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Pfingsten - das Fest der Freiheit

Liebe Leserinnen und Leser,

in Afrika erzählt man sich eine Geschichte von einem Bauern, der in seinem Garten einen eigenartigen Vogel hielt. Es wurde gesagt, dass dieser Vogel ein Huhn sei, aber es war schon ein sehr fremd und eigenartig aussehendes Huhn. Eines Tages kam ein Mann und sagte: Nein, das ist kein Huhn, es ist ein Adler. Aber der Landwirt sagte: Nein, Mann, das ist ein Huhn, dieses Vieh verhält sich wie ein Huhn, es pickt wie ein Huhn, es kennt nicht einmal die Wolken, und es weiß nicht einmal, dass es eine Sonne gibt. Da sagte der fremde Mann: Bitte, gib mir dieses Huhn, und der Landwirt gab ihm das Tier. Dann stieg der Fremde auf die Spitze des Berges, wartete dort bis zum Sonnenaufgang, und als die Sonne aufging, hob er den Vogel hoch und sagt: Flieg, Adler, flieg! Der kleine Vogel schüttelte sich, breitete seine Flügel aus und erhob sich in die Lüfte und flog in die Ferne. Weit weg, der Sonne entgegen.

Pfingsten, das heißt: Macht euch frei, schüttelt euch und mach euch auf den Weg, breitet eure Flügel aus und schwärmt davon. Fliegt und erhebt euch immer höher und werdet zu dem, zu dem ihr geschaffen seid. Wir sind erschaffen, um Gutes zu tun, um Freude und Lachen in die Welt zu bringen, einander beizustehen, erschaffen für das Schöne und dafür, dass wir uns in Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit begegnen.

Wie nötig ist das! Es gibt reichlich, das uns gefangen nimmt. Die Finanzmärkte zwingen ganze Nationen in die Knie. Die Katastrophen dieses Jahres führen uns die Grenzen der Machbarkeit vor Augen. Die Schere zwischen Armen und Reichen klafft immer weiter auseinander. Die Zerstörung unserer natürlichen Ressourcen greift immer weiter um sich. Am Horizont tun sich dunkle Wolken auf.

Wenn wir Pfingsten feiern geht es um Gottes Geist, der frei macht. Es ist das Fest des Aufbruchs. Gottes Geist, der Geist Jesu, eröffnet neue Wege. Es geht um den Frieden, die Liebe und die Verantwortung, die wir haben. Ob wir noch umdenken können? Weg von einer Wachstums-, hin zu einer Wertegesellschaft? Hin zu einem verantwortlichen Leben?

Ich las kürzlich den Satz: „Der Pfingsttag kennt keinen Abend, denn seine Sonne, die Liebe kennt keinen Untergang“. Welch eine Vision für uns alle!

Klaus Majoress

 


WÖCHENTLICHE ANDACHT

Andacht zum Sonntag von Pfr. Friedrich Tometten, Meinerzhagen

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