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Es war düster und schmuddelig. Regen tropfte auf das Autodach, als ich an der Ampel halten musste. Vor mir ein Bus mit der Aufschrift: Lüdenscheid – Stadt des Lichts.
Ich kam ins Grübeln. Die Worte passten so gar nicht zu dem, was ich sah. Stadt des Lichts – und es war schmuddelig und düster.
Licht leuchtet, macht hell, macht heimelig. Ich dachte an Sonntag zurück, wie gut die Sonne getan hatte. Licht tut gut. Licht macht das Leben gleich viel schöner. Licht, warmes Licht, lässt mein Leben auch viel heller und fröhlicher erscheinen.
Mir fielen Worte aus der Bibel ein: Ihr seid das Licht der Welt. Stellt euer Licht nicht unter den Scheffel(Schüssel).
Licht leuchtet. Das ist gut. Licht kann helfen den richtigen Weg zu finden. Licht schenkt Sicherheit. Licht schenkt Wärme.
Ich dachte weiter an meine Kirche. 50 Jahre Johanneskirche feiern wir in diesem Jahr. Sind wir Licht? Leuchtet unsere Kirche außer durch die Außenbeleuchtung am Abend auch sonst noch in diese Welt?
Das Gebäude leuchtet sicher nur äußerlich, aber immerhin. Dadurch, dass unsere Kirche angestrahlt wird, weist sie den Weg zur Kirche, gibt sie Gottes Einladung weiter.
Doch noch wichtiger als das Gebäude ist sicher das, was die Menschen tun.
Leute wie ich, sind wir Licht? Bringen wir Licht zu den Menschen? Was können wir, jede und jeder einzelne tun, damit es heller wird bei uns, in unserer Nachbarschaft, bei den Menschen, die uns begegnen?
Manchmal, genügt ein Lächeln, ein freundliches Anblicken. Etwas, das dem oder der anderen vermittelt, du bist gemeint, ich habe dich wahrgenommen, ich bin dir wohl gesonnen.
Ich denke an das freundliche „Hallo“ der Kinder unseres Kindergarten, die z.Zt. in unserem Gemeindezentrum untergebracht sind. Da kann ich noch so müde sein, das tut gut. Oder an manch freundliche Umarmung bei der Begrüßung, dann fühlt sich auch ein dunkler Tag gleich viel heller an.
Manchmal ist auch eine helfende Hand nötig, um es für andere heller werden zu lassen. Dort, wo ich helfe Schweres und Dunkles mitzutragen, wo ich ein offenes Ohr schenke, wird es in der Dunkelheit der Sorgen schon ein wenig heller...
Es gibt so viele Möglichkeiten Licht zu sein. Ich wünsche mir für unsere Kirchengemeinde, aber letztlich auch für unsere Stadt, dass es überall Menschen gibt, denen ihr Gegenüber nicht egal ist, die durch ihr Leben und Handeln Helligkeit, Licht zu den Menschen bringen und damit auch etwas von dem Licht ausstrahlen, dass Gott uns durch seine Gegenwart und Liebe schenkt.
Ich wünsche uns allen, ein Wochenende voller Lichtblicke, selbst dort, wo der Himmel weint.
Ihre Ramona Winkler-Rudzio, Pfarrerin in Ev. Johanneskirche
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