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„Der Sonntagsschutz ist ein wichtiges Gut!“

Klaus  Majoress, Superintendent des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, spricht sich klar für den Schutz des arbeitsfreien Sonntages aus (Foto: EKKLP/Raith)

 

NRW / KIRICHENKREIS + Die nordrhein-westfälische Landesregierung plant im sogenannten ‚Entfesselungspaket I‘ die Verdoppelung der jährlichen verkaufsoffenen Sonntage von vier auf acht. Diese Pläne, und die damit verbundene fortschreitende Ökonomisierung des Sonntags, werden von den Mitgliedern der ALLIANZ FÜR DEN FREIEN SONNTAG in aller Deutlichkeit abgelehnt. Unterstützt wird die Allianz dabei auch von den evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen und somit auch vom Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg.

„In einer zusehends kommerzialisierten Zeit steht die Frage nach dem Schutz des Sonntags als Feiertag, Tag der Ruhe und der Familie immer wieder zur Debatte“, weiß Klaus Majoress, Superintendent des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg. „Der Sonntagsschutz ist aber nicht nur eine Angelegenheit der Kirchen, es gilt auch für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzutreten, für die diese Zeit zur Erholung und Entspannung zur Verfügung steht. Der Ökonomisierung aller Lebenszusammenhänge ist der Sonntagsschutz als ein wichtiges Gut gegenüberzustellen, das dem Schutz der Menschenwürde Rechnung trägt.“ Mit dieser Stellungnahme schließt sich Majoress der Ansicht der ALLIANZ FÜR DEN FREIEN SONNTAG an, die den arbeitsfreien Sonntag aus vielerlei Gründen für wichtig hält.  

Der Sonntag ermöglicht dem Menschen, sich auf Wesentliches im Leben zu besinnen. Er bietet Zeit für gemeinsame kulturelle oder sportliche Veranstaltungen, für den Besuch der Gottesdienste und die Pflege von freundschaftlichen und familiären Beziehungen. Gerade der Sonntag erinnert daran, dass Menschen nicht nur zur Arbeit geschaffen sind und ihre Würde nicht an ihrer Leistung hängt. Der Sonntag trägt dazu bei, dass Menschen Zeit für sich selbst und für andere haben – geschenkte Zeit, die nicht unter dem Druck des Ökonomischen steht. Dem gemeinsamen Ruhetag kommt im Wochenrhythmus eine besondere, heilsame Bedeutung zu, weil er eine Struktur schafft und den Arbeitsalltag unterbricht. Auch in den ersten Büchern der Bibel ist dies beschrieben.

Der arbeitsfreie Sonntag stellt für alle Gruppierungen, die im kulturellen, religiösen, sportlichen, sozialen und politischen Bereich tätig sind, eine unverzichtbare Grundlage dar: jedes Engagement im Ehrenamt ist auf gemeinsame freie Zeit angewiesen.

Mit der von der Landesregierung vorgesehenen weiteren Aufweichung des im Grundgesetz und in der Landesverfassung NRW festgeschriebenen Sonntagsschutzes über das geltende Ladenöffnungsgesetz NRW hinaus vollzieht sich eine zunehmende wirtschaftliche Verzweckung aller Lebensbereiche, die wir ablehnen. Dabei geht es der ALLIANZ FÜR DEN FREIEN SONNTAG um den Schutz des Sonntags für Gottesdienstzeiten wie auch um den Schutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Es geht uns darum, den kulturellen Rhythmus zwischen Arbeit und Ruhe um der Menschen willen zu erhalten und den Menschen eindeutig in den Mittelpunkt des Wirtschaftens zu stellen.

Der Respekt vor der Sonntagsruhe ist ein deutliches Zeichen für die Werteordnung einer Gesellschaft. Alle Personen, zuvorderst diejenigen, die die Politik in unserem Land gestalten, stehen in der Verantwortung, sich für den Erhalt des freien Sonntags zum Wohle einer menschenfreundlichen Gesellschaft einzusetzen. Deshalb fordert die ALLIANZ FÜR DEN FREIEN SONNTAG die NRW-Landesregierung auf, auf die weitere Aushöhlung des Sonntagsschutzes durch die geplante Verdoppelung der verkaufsoffenen Sonntage zu verzichten. © ALLIANZ FÜR DEN FREIEN SONNTAG / EKKLP

 

Information:

Die Gründungsmitglieder der ALLIANZ FÜR DEN FREIEN SONNTAG sind:

Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Katholische Betriebsseelsorge, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evangelischen Kirche in Deutschland (KDA) und der Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e. V.

Unterstützt durch die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen und die Lippische Landeskirche, Kolping NRW und weitere Verbände und Organisationen, die die Anliegen der Allianz für den freien Sonntag mittragen.

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