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Inner Wheel spendet für Flüchtlingsarbeit

10.2.2019

Christa Ackermann (Inner Wheel), Superintendent Klaus Majoress, Britta Hafermas-Külpmann, Simone Lenger, Iris Jänicke und Michael Wirth bei der Scheckübergabe. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Was Menschen auf ihrer Flucht erleben, prägt sie für ihr ganzes Leben. Oftmals erfahren sie schlimmstes Leid. Das wirkt nach. „Die Traumatisierung endet nicht im Exil“, sagt Simone Lenger. Sie arbeitet als Psychologin im Psychosozialen Zentrum des Fachbereichs Migration und Flüchtlinge im Diakonischen Werk. Welche Schicksale da zur Sprache kommen, deutete Leiter Michael Wirth in einer Gesprächsrunde mit Vertreterinnen des Lüdenscheider Inner Wheel Clubs an. „Wir befassen uns im Namen der Kirche tagtäglich mit Mord und Totschlag.“ Gerade Geflüchtete aus nordafrikanischen Ländern erlebten in ihren Heimatländern und auf der Flucht kaum ermessliches Leid. Anlass für die Runde: Die Inner-Wheel-Damen überreichten einen Scheck über 500 Euro für die Arbeit des Psychosozialen Zentrums.

 

„Wir nehmen die Menschen auf und helfen ihnen, selbst wieder Kraft zu finden“, erläuterte Simone Lenger. Zuwendung und Anteilnahme seien von besonderer Bedeutung. Bei den schwierigen Gesprächen stützt sich das Psychologinnen-Team auf Dolmetscher, die die vertraulichen Gespräche übersetzen. Da hier immer Geld fehlt, soll die Spende von Inner Wheel für den Einsatz von Dolmetschern verwendet werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Club Geld für diese Arbeit zur Verfügung gestellt.

Rund 620 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer befinden sich aktuell im Beratungsprozess. Rund 30 bis 40 Prozent seien traumatisiert, berichtete Michael Wirth. „Zwar gehen die Fallzahlen bei den Flüchtlingen zurück. Die Beratung wird aber immer komplexer“, betonte er.

 

Jeder Flüchtling hat seine Geschichte. Und wer ständig vom  Schicksal zurückgelassener Angehöriger gequält wird, kann zwangsläufig nicht unbelastet ihn eine Integrationsmaßnahme wie einen ersten Deutschkurs einsteigen. Entscheidend für die Integration sei eben nicht nur die Bereitschaft dazu, sondern auch die psychische Stabilität, erläutert Michael Wirth. Diese Stärke möchte das Psychosoziale Zentrum vermitteln. Michael Wirth und die drei Psychologinnen Marie Bette, Simone Lenger und Edith Hansen-Spinger kümmern sich um die Aufarbeitung schwerwiegender Gewalterfahrungen bei Flüchtlingen.

 

Unterstützung erhält das Psychosoziale Zentrum inzwischen vom Land Nordrhein-Westfalen. Die ursprünglich auf ein Jahr befristete Anstellung der Mitarbeiterinnen sei auf zwei Jahre ausgeweitet, berichtete Iris Jänicke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg. Zudem verwies sie auf die Flüchtlingsarbeit zahlreicher Ehrenamtlicher im Kirchenkreis. Sie übernähmen Patenschaften, böten Deutschkurse an und unterbereiteten zahlreiche niederschwellige Angebote. „Wir wollen die Sozialanwälte dieser Menschen sein“, ergänzte Michael Wirth.

 

„Hut ab vor ihrer Arbeit“, zollte Inner-Wheel-Präsidentin Britta Hafermas-Külpmann Michael Wirth und den Psychologinnen Respekt. Inner Wheel kümmert sich ehrenamtlich um Menschen in Not und unterstützt förderungswürdige Projekte vor Ort und im Ausland. Das Geld für die Spende haben die engagierten Frauen mit dem Verkauf von Secondhand-Handtaschen beim Stadtfest und beim Weihnachtsmarkt in der Altstadt erwirtschaftet.

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