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Ein Mensch wie ich?!

7.4.2019

Das Wort zum Sonntag: Diesmal mit Gedanken von Ramona Winkler-Rudzio, Pfarrerin der Evangelischen Johannes-Kirchengemeinde Lüdenscheid (Grafik: EKKLP)

Im Unterricht: Da sagt einer der Schüler: „Die …. sind Scheiße.“

Ich bin entsetzt, wie kann er das nur sagen, Menschen sollte man niemals mit solchen Fäkalausdrücken bezeichnen. Ich reagiere heftig, und … der Schüler ist einigermaßen irritiert. Ich versuche ihm zu erklären: Man darf, man sollte Menschen nie mit solch einem Ausdruck bezeichnen, selbst wenn Menschen Falsches tun, ist doch nur die Tat und nicht der Mensch automatisch schlecht.

 

Ich versuche ihm davon zu erzählen, dass alle Menschen Gottes Geschöpfe sind, von Gott gewollt und darum wertvoll. Jede und jeder einzelne bekommt seine Würde und seinen Wert, weil Gott ihn oder sie will. Auch wenn wir den oder die andere nicht mögen, wir das, was er oder sie tut, nicht gut finden, behält er oder sie das Prädikat: „Gottes Geschöpf“ und ist darum als Mensch zu achten.

 

Gott machte den Menschen zu seinem Bilde und er schuf ihn als Mann und Frau und er gab ihm diese Erde als den Ort, wo er leben kann. Das macht jede und jeden von uns besonders und wertvoll. - Zugegeben, manchmal, wenn ich mich ärgere, fällt mir das schwer, von jedem/r anzunehmen, aber das ist ja gerade das Besondere: jede und jeder ist gewollt, Gottes Geschöpf, damit wird er oder sie mir zu Bruder und Schwester, ob ich will oder nicht, von Gott geliebt, wie ich.

 

Ich will mich immer wieder auch selbst daran erinnern, und anderen genauso viel Würde und Menschsein zugestehen, wie ich es mir für mich auch wünsche.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesegnetes Wochenende mit vielem gelungenen Miteinander.

 

Ihre Ramona Winkler-Rudzio

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