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Miteinander der Gesellschaft ist alternativlos. Altenas Bürgermeister zu Gast beim Rönsahler Männerforum

9.4.2019

Ein Plädoyer für Toleranz gegenüber Menschen, die in großer Notlage zu uns kommen und im Grunde unverzichtbar sind, hielt Altenas Bürgermeister Dr. Hollstein und sparte dabei auch eigene Erfahrungen nicht aus. Damit stieß er auf großes Interesse. Sehr viele Besucher waren für den Vortrag zum Männerforum gekommen (Foto: Crummenerl)

RÖNSAHL + Mit einem flammenden Plädoyer für Menschenrechte, für Recht und Gesetz, für das gelebte Miteinander von Menschen unterschiedlicher Religionen und Volkszugehörigkeit in gegenseitiger Achtung und Wertschätzung als alternativloser Kontrapunkt gegen die in unserer Zeit hin und wieder deutlich zutage tretende Verrohung unserer Gesellschaft, wartete Dr. Andreas Hollstein, Bürgermeister der Stadt Altena, als Gast des Rönsahler Männerforums auf.

 

Dass es den Organisatoren des seit bereits seit vielen Jahren bestehenden Gesprächskreises abermals gelungen war, in Person des seit 1999 in Altena tätigen hauptamtlichen Bürgermeisters einen ebenso kompetenten wie „nah am Puls der Zeit“ agierenden Referenten zu engagieren, zeigte sich von Anfang an. Engagiert und mit spürbarer innerer Beteiligung, dies nicht zuletzt auch basierend auf eigener leidvoller Erfahrung nach einer im November 2017 glücklich  überstandener lebensbedrohlicher Messerattacke, lud der Referent die gespannt folgenden rund vierzig Zuhörer ein zum Nachdenken über mögliche Gründe, Ursachen und Wirkung derartiger Fehlentwicklungen in unserer Gesellschaft.

 

Miteinander in der Gesellschaft: Einen überaus guten Griff hatten die Initiatoren des Rönsahler Männerforums mit der Einladung von Dr. Andreas Hollstein (stehend) als Referent zum Thema „Gewalt in unserer Gesellschaft“ getan (Foto: Crummenerl)Miteinander in der Gesellschaft: Einen überaus guten Griff hatten die Initiatoren des Rönsahler Männerforums mit der Einladung von Dr. Andreas Hollstein als Referent zum Thema „Gewalt in unserer Gesellschaft“ getan (Foto: Crummenerl)

 

Dass sich die politische Streitkultur nicht erst seit der im Jahr 2015 bestehenden Flüchtlingsproblematik nachteilig verändert habe, die Politik insgesamt „zu weit weg“ von der Bevölkerung sei, „Otto Normalverbraucher“ vieles nicht mehr verstehen könne, was Trump, Putin, Brexit usw. anrichten, war in diesem Zusammenhang fraglos Konsens. Wenn zwar über Feinstaub und Klimaschutz geredet werde, dabei allerdings die Probleme des ländlichen Raumes, wie Verkehrsanbindung, ärztliche Versorgung, soziale Kontakte und anderes zu kurz kämen, dann sei das der Nährboden zumindest für Unverständnis gegeben, hieß es in diesem Zusammenhang.

 

Wie unverzichtbar wichtig bürgerschaftliches Engagement im Grunde allerdings sei und sich letztendlich dann auch auszahle, machte der Kommunalpolitiker an der Situation seiner Heimatstadt deutlich. Vor dem Hintergrund empfindlich schrumpfender Bevölkerungszahl und damit zusammenhängend nachlassender Wirtschaftskraft habe man die Flüchtlingsproblematik als Chance begriffen und wesentlich mehr Geflüchtete aufgenommen als das durch die kommunale Verteilungsquote vorgeschrieben war.

 

Der Tatsache, dass „Menschen“ kamen, den „menschlich“ begegnet , trug man durch entsprechende Aufnahme Rechnung. Dass wir hier im Märkischen Kreis und in Deutschland insgesamt auch künftig ein hochgradiges Interesse daran haben müssen, dass Menschen aus anderen Ländern zu uns kommen, war letztendlich dann auch Konsens bei der abschließenden Gesprächsrunde. ©Cr

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