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Einführung und Verabschiedung der Presbyter in der Christuskirche

20.11.2020

Die neuen Presbyter der Christuskirchengemeinde wurden unter den strengen Bedingungen des Hygieneschutzkonzeptes eingeführt (Foto: Görlitzer)
Die neuen Presbyter der Christuskirchengemeinde wurden unter den strengen Bedingungen des Hygieneschutzkonzeptes eingeführt (Foto: Görlitzer)

LÜDENSCHEID + Im Corona-Jahr haben die im Frühjahr neu gewählten Presbyterien in den evangelischen Kirchengemeinden fast unbemerkt ihre Arbeit aufgenommen. Ihre Gelöbnisse haben die neuen Presbyter schriftlich abgegeben. Die feierliche Einführung und Verabschiedung in Gottesdiensten mussten wegen der Pandemie ausfallen. Einzelne Gemeinden haben inzwischen den feierlichen Akt im Beisein der Gemeinde nachgeholt. Dabei ging es vor allem auch darum, sich bei den ausscheidenden Presbytern für ein mitunter langjähriges, oder gar jahrzehntelanges Engagement zu bedanken.

 

Einer von diesen Menschen, die sich besonders lange ehrenamtlich in den Dienst ihrer Gemeinde gestellt haben, ist der Lüdenscheider Wolf-Dieter Thomas. Er war 38 Jahre lang Presbyter der Christuskirche und gemeinsam mit fünf weiteren Männern und Frauen im Gottesdienst zum Reformationstag verabschiedet. Gleichzeitig wurden die zwölf jetzt amtierenden Presbyter neu oder wieder in ihr Amt eingeführt. Da dieser Termin mit dem traditionellen Monatsschlussgottesdienst zusammenfiel, hielt Pfarrerin i.R. Bärbel Wilde die Predigt, während die Gemeindepfarrer Rainer Gremmels und Sebastian Schultz die Einführung und Verabschiedung der Presbyter übernahmen. Am Abend war die Kirche zudem mit verschiedenen Gebetsstationen zur persönlichen Andacht bei stimmungsvollem Licht und Musik geöffnet.

 

Bärbel Wilde war es auch, die als damalige Gemeindepfarrerin Wolf-Dieter Thomas überredet habe, 1982 erstmals für das Presbyterium zu kandidieren. „Es gebe nicht viel zu tun, hat sie gesagt“, erzählt Thomas schmunzelnd. Denn er hat schnell erfahren, dass es mit regelmäßigen Sitzungen und Diensten in den Gottesdiensten in einem Presbyterium nicht getan ist. Dass er sich ins Presbyterium wählen ließ und seit Jahrzehnten vielfältig für die Gemeinde engagiert, habe sich zwar „schlicht und ergreifend ergeben“, aber die zahlreichen Aufgaben, waren dann doch mehr als einfach nur „nebenbei erledigt“. Seine Berufung fand Wolf-Dieter Thomas in der Arbeit mit und für die Kindergärten, als Vorsitzender des Kindergartenausschusses der Gemeinde und später als Mitglied im Leitungsausschuss des Trägerverbandes auf Kirchenkreisebene. Er kümmerte sich um die Personalplanung, arbeitete sich in die Gesetzgebung ein und unterstützte die Kindergartenleitungen, wo er konnte. Zudem war er auch ganz viel selbst in den Kindergärten präsent.

Diese Männer und Frauen sind aus dem Dienst des Presbyterium ausgeschieden – darunter Wolf-Dieter Thomas (3. von links) nach 38 Jahren als dienstältester Presbyter der Gemeinde (Foto: Görlitzer)
Diese Männer und Frauen sind aus dem Dienst des Presbyterium ausgeschieden – darunter Wolf-Dieter Thomas (3. von links) nach 38 Jahren als dienstältester Presbyter der Gemeinde (Foto: Görlitzer)

Darüber hinaus war Thomas lange Jahre Vorsitzender und später noch stellvertretender Vorsitzender des evangelischen Gemeindeverbands in Lüdenscheid als Friedhoftsträger. Und als ehemaliger stellvertretender Baukirchmeister kennt er die Immobilien der Gemeinde wie kaum ein anderer – auch da war immer wieder seine jahrzehntelange Erfahrung gefragt. Dass Wolf-Dieter Thomas in früheren Jahren sogar alle sechs Tage in den Kirchturm hochgestiegen ist, um die Turmuhr zu stellen hatte allerdings gar nichts mit seinem Amt als Presbyter zu tun – das war ein Gefallen für seine Ehefrau, die Küsterin der Gemeinde war. Thomas ist überzeugt: „Kirche lebt von Ehrenamtlichen.“ Aber das, was er über 38 Jahre für und mit der Gemeinde geleistet habe, sei dennoch außergewöhnlich, betont Pfarrer Rainer Gremmels. Thomas‘ Engagement ging immer weit über das Notwendige hinaus und wurde von vielen geschätzt.

 

Viel hat sich in den fast 40 Jahren, in denen Wolf-Dieter Thomas dem Presbyterium der Christuskirchengemeinde angehörte, verändert. Am deutlichsten fallen ihm die Veränderungen bei den Pfarrstellen auf. 1982 gab es noch vier Pfarrer, inzwischen sind es noch zwei. Aber auch bei den Kindergärten hat sich viel getan, wie die Entstehung der Familienzentren oder der Wandel in der Trägerstruktur. Besonders schwer gefallen ist Thomas die Aufgabe der Trägerschaft des Kindergartens an der Friesenstraße. Die Leitung hat eine Elterninitiative übernommen.

 

Mit der Christuskirche verbunden ist Wolf-Dieter Thomas schon seit seiner Jugend, als er das Jugendheim an der Mathildenstraße besuchte. Dennoch sind die Nähe zur Kirche und zum Glauben erst über die Jahre so richtig gewachsen, erzählt er. „Ich fühle mich wohl in der Gemeinde und bin zufrieden, wie es ist.“ Deshalb wird Wolf-Dieter Thomas auch nach seinem Ausscheiden aus dem Presbyterium weiter im Gemeindeleben präsent bleiben. Und neben den vielen Freunden und Bekannten rund um die Christuskirche ist da noch die Familie mit den fünf Enkelkindern. Um all das wieder uneingeschränkt genießen zu können, hofft nicht nur Thomas darauf, dass möglichst bald keine Kontaktbeschränkungen und Hygieneschutzkonzepte mehr nötig sein werden. ©BG

Kaum einer kennt die Christuskirche und die weiteren Gebäude der Gemeinde so gut wie Wolf-Dieter Thomas. Sein Rat war immer gefragt und wird es sicher auch bleiben (Foto: Görlitzer)
Kaum einer kennt die Christuskirche und die weiteren Gebäude der Gemeinde so gut wie Wolf-Dieter Thomas. Sein Rat war immer gefragt und wird es sicher auch bleiben (Foto: Görlitzer)

Das Presbyterium

Neu oder wieder als Presbyter der Christuskirche eingeführt wurden Claudia Adams-Kuhbier, Gerta Bappert, Felix Dohrmann, Dietmar Giedinghagen, Jürgen Groll, Marvin Heß, Ute Heye, Gabriele Koch, Britta Müller, Martin Reininghaus, Wolfgang Schlootz und Britta Stanko.

 

Verabschiedet wurden Karl-Heinz Helmes, Ute Leitner, Irmgard Neufert, Thomas Ottofülling, Uwe Reininghaus und Wolf-Dieter Thomas. Zum Presbyterium, dem Leitungsgremium einer evangelischen Kirchengemeinde, gehören zudem die jeweiligen Pfarrstelleninhaber. Alle personellen, finanziellen und baulichen Angelegenheiten einer Gemeinde gehören zu den Aufgaben des Presbyteriums. Es stellt zum Beispiel alle hauptamtlichen Mitarbeiter ein und übernimmt die Dienstaufsicht, beauftragt Ehrenamtliche und legt die Gottesdienstzeiten fest. Außerdem entsendet das Presbyterium Abgeordnete in die Kreissynode. Presbyter werden für jeweils vier Jahre gewählt, eine Wiederwahl ist möglich. Nach Vollendung des 75. Lebensjahres ist nach Ablauf der Amtsperiode keine Wiederwahl mehr möglich.

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