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Wichernkranz in Attendorn

22.11.2021

Er ist schon eine Tradition in Attendorn: der Wichernkranz vor der evangelischen Erlöserkirche. (Archivfoto: Karl-Herrmann Ernst)
Er ist schon eine Tradition in Attendorn: der Wichernkranz vor der evangelischen Erlöserkirche. (Archivfoto: Karl-Herrmann Ernst)

ATTENDORN + In der Vorweihnachtszeit ist er gar nicht mehr wegzudenken: der von den „Kattfiller“-Wagenbauern geschaffene große Adventskranz vor der Attendorner Erlöserkirche. Er wird auch in diesem Jahr den Kindern die Wartezeit bis Weihnachten verkürzen.

So treffen sich Groß und Klein trotz Corona, aber unter der jeweils geltenden Regelung, montags bis freitags um 18.00 Uhr am Wichernkranz und der Jüngste wird jeweils nach einem Adventslied das neue Licht entzünden. Mitgestaltet werden die „Kerzenandachten“ neben Mitgliedern der Musikschule und Musikvereine von Gemeindegliedern und Gästen aus Ökumene und Öffentlichkeit, die mit humorvollen wie hintergründigen Gedanken zur Adventszeit zum Schmunzeln und Nachdenken anregen.

Die Geschichte des Adventskranzes ist eng mit der Hilfe für Kinder und Jugendliche aus ärmsten Verhältnissen verknüpft. Vor 182 Jahren erfand der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern den Adventskranz als „Hoffnungsträger“ für verwahrloste Waisenkinder aus den Hamburger Armenvierteln.

Die Hansestadt Attendorn im Advent, das ist schon seit 2008 etwas Besonderes. Seit nunmehr 14 Jahren wird zum 1. Advent vor der evangelischen Erlöserkirche ein riesiger „Wichern-Adventskranz“ errichtet. Traditionsgemäß wird die erste Kerze an dem mit vier Metern Durchmesser und eine Dicke von rund 70 cm riesigen Kranz nach dem Gottesdienst angezündet. Zahlreiche Firmen, Unternehmer und Handwerker werden wie in den vergangenen Jahren ohne Rücksicht auf die Konfession zum Gelingen beigetragen. Ganz besonders bedankte sich Initiator Pfarrer Andreas Schliebener bei den Helfern aus der Wagenbauerhalle des Karnevalvereins, ohne deren Hilfe der Kranz nicht jährlich aufgebaut werden könne.

Die Idee sei ihm im Jahre 2008 gekommen, als die Evangelische Kirche von Westfalen mit der Kampagne „Lasst uns nicht hängen“ auf die weltweite Kinderarmut hinweisen wollte. Und so verband er den Adventskranz mit einer Spendenaktion, um bedürftigen Kindern in der Hansestadt zu Schulbeginn mit Gutscheinen für Schulmaterial zu versorgen.

Der Kranz in Attendorn hat inzwischen auch in vier Landeshauptstädten in Österreich teils nach Attendorner Bauplänen Nachfolger gefunden, die mit demselben Anspruch auf Hilfe gegen Kinderarmut als sogenannte „Hoffnungsträger“ jährlich errichtet werden. ©khe

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