Kirchen + Kino. Der Filmtipp 2019/2020

Kirchen und Kino: ein Verhältnis zwischen heftiger Ablehnung und gesuchter Nähe. Dabei sind die Berührungspunkte größer als angenommen, denn zentrale Momente eines jeden Lebens: Liebe, Hoffnung, Treue, Hingabe, Vertrauen, Leiden, Sterben, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Lebens- und Liebessehnsucht sind die Themen des Films, zugleich aber auch Kernthemen christlichen Glaubens. Gründe genug, dass die Christen und der künstlerisch autonome Film sich gegenseitig wahrnehmen und ihr jeweils eigenes Wissen, wie denn Leben gelingen könnte, ins Gespräch bringen.

 

»Kirchen und Kino. Der Filmtipp«, ein ökumenisches Projekt, präsentiert Filme, die von der evangelischen und katholischen Filmarbeit in Deutschland und der Schweiz als Film des Monats bzw. als Kinotipp der katholischen Filmkritik hervorgehoben wurden. Es sind Überzeugende Filme, die unabhängig von ihrer jeweiligen geistigen Beheimatung die Sehnsucht nach dem Anderen, nach einem "Mehr des Lebens", aufrechterhalten.

Der Filmtipp zeigt gelungene Filme verschiedener Genres.
Der Filmtipp möchte anregen zum genauen Hinsehen und Lust am Sehen vermitteln, aufklären und zugleich pures Kinovergnügen bereiten.

 

Lassen Sie sich ein auf die Welt und die Welt des Kinos.

Das Programm 2019/2020 im Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg

 

Von September 2019 bis April 2020 präsentiert die ökumenische Filmreihe »Kirchen und Kino. Der Filmtipp« wieder acht - im wahrsten Sinne des Wortes – ‚ausgezeichnete‘Filme in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Die Filme der Reihe werden in über 250 Vorstellungen zu sehen sein, dabei auch wieder im Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg . Wie schon in den letzten Jahren zeigen das Lichtspielhaus Lennestadt und Filmpalast Lüdenscheid die besondere Filmreihe.

 

Die neue Staffel zeigt diesmal vor allem Filme, die von starken Persönlichkeiten erzählen, die unter schwierigen Bedingungen ihren Weg gehen und sich den damit verbundenen Entscheidungen und Konflikten stellen müssen. Die Schauplätze der Geschichten reichen dabei von Japan („Shoplifters“) über Island („Gegen den Strom“), den Libanon („Capernaum – Stadt der Hoffnung“) und Spanien („Fridas Sommer“) bis zum atlantischen Ozean vor der Küste Afrikas („Styx“) und in das Lausitzer Braunkohlerevier der Wendezeit vor dreißig Jahren („Gundermann“).

Die Programmauswahl lag bei einer Jury aus Vertretern der kirchlichen Bildungs- und Medienarbeit sowie der beteiligten Kinos. Zur Wahl standen über 50 Filme, die im vergangenen Kinojahr von der evangelischen und katholischen Filmkritik in Deutschland und der Schweiz ausgezeichnet wurden. Zu sehen gibt es überzeugende Filme, die unabhängig von ihrer jeweiligen geistigen Beheimatung die Sehnsucht nach dem Anderen, nach einem »Mehr des Lebens« aufrechterhalten.

 

Die örtlichen Kooperationspartner geben in der Regel eine kurze Einführung zum jeweiligen Film, im Anschluss an die Vorführung besteht in zahlreichen Spielorten die Möglichkeit zum Austausch. Zu ausgewählten Filmen werden immer wieder auch vertiefende Angebote wie Podiumsgespräche organisiert.

 

 

 

Die Filme sind hier zu sehen:

Lichtspielhaus Lennestadt

Cinema-Center: Camera – Classic – Contrast

Hundemstraße 57, 57368 Lennestadt

Telefon 0 27 23 / 95 95 90

Fax 0 27 23 / 95 95 92

info@lichtspielhaus-lennestadt.de

EINTRITT: T 5,00

 

Filmpalast Lüdenscheid

Werdohler Str. 68b

58511 Lüdenscheid

Tel.: 02351 / 671964

Shop@filmpalast-luedenscheid.de

EINTRITT: Parkett T 6,50,

VIP-Loge T 8,00

Die Filme 2019/2020

SHOPLIFTERS - FAMILIENBANDE

Japan 2018. Regie: Hirokazu Kore-eda. Mit Kirin Kiki, Lily Franky, Osamu Shibata. 122 Min. Sehenswert ab 14.

Eine am Rande von Tokio wohnende Patchworkfamilie hält sich mit kleinen Diebstählen über Wasser. Trotz der räumlichen Enge nehmen sie auch noch ein vernachlässigtes Mädchen bei sich auf, das neben der warmherzigen Gemeinschaft allerdings bald auch die kleinkriminellen Handlungen der Gemeinschaft kennenlernt. Das mit meisterlicher Beiläufigkeit inszenierte, humorvolle Drama malt mit großer Einfühlsamkeit, aber ohne jeden Armutskitsch das Modell einer auf Zuneigung gründenden Familie aus, die gemeinsam den Härten des Daseins trotzt. Ohne zu moralisieren, sammelt der Film Impressionen eines gegenwärtigen Japan ein, in dem das Verhalten der Figuren kaum Alternativen zu haben scheint.

Cannes-Gewinner 2018!

Kinotipp d. Kathol. Filmkritik 370/Dez. 2018

Film des Monats – Dezember 2018

Film des Monats (CH) – Dezember 2018

 

Lichtspielhaus Lennestadt: 16.09.2019

Filmpalast Lüdenscheid: 25.09.2019

 

 

 

GUNDERMANN

Deutschland 2018. Regie: Andreas Dresen. Mit Alexander Scheer, Anna Unterberger, Axel Prahl, Milan Peschel, Bjarne Mädel u.a. 127 Min. Sehenswert ab 14.

Biografischer Film über das kurze und intensive Leben des Baggerfahrers und Liedermachers Gerhard »Gundi« Gundermann (1955-1998), der in seiner filmisch-musikalischen Form die charakterliche Komplexität des Künstlers ebenso vermittelt wie die Widersprüchlichkeit des Lebens in der DDR. Die achronologische, mitunter auch assoziative Dramaturgie will über den eigensinnigen Freigeist nicht urteilen, sondern sich von seiner inneren Zerrissenheit berühren lassen. Eine aus Alltagsbeobachtungen entwickelte, in der Hauptrolle kongenial interpretierte Annäherung an einen vielschichtigen Menschen in einem untergegangenen Land. Sechsfach mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet!

Kinotipp der Katholischen Filmkritik

366/August 2018

 

Lichtspielhaus Lennestadt: 07.10.2019

Filmpalast Lüdenscheid: 23.10.2019

 

 

 

DIE FRAU DES NOBELPREISTRÄGERS

Schweden/USA 2017. Regie: Björn Runge. Mit Glenn Close, Jonathan Pryce, Max Irons u.a. 110 Min. Sehenswert ab 14.

Ein US-amerikanischer Schriftsteller und seine Ehefrau reisen Anfang der 1990er-Jahre nach Stockholm, wo der Mann mit dem Literaturnobelpreis geehrt werden soll. Begleitet werden sie von ihrem Sohn, der ebenfalls ein Schriftsteller ist und unter seinem Vater leidet; doch auch unter den Eheleuten kriselt es seit längerem. Das bittersüße Drama über die Abgründe eines Künstlerpaars skizziert so packend wie präzise die Dynamik einer kreativen Verbindung, wobei der Film nicht nur die gesellschaftlichen Bedingungen Mitte des 20. Jahrhunderts, sondern auch die individuellen Charaktere als zentrale Faktoren ausmacht.

Film des Monats (CH) – Februar 2019

 

Lichtspielhaus Lennestadt: 11.11.2019

Filmpalast Lüdenscheid: 27.11.2019

 

 

 

GEGEN DEN STROM

Island 2018. Regie: Benedikt Erlingson. Mit Halldora Geirhardsdottir, Jóhann Sigurðarson u.a. 101 Min. Sehenswert

ab 14.

Eine naturverbundene, eher unscheinbare Isländerin ist inkognito als knallharte Öko-Aktivistinm unterwegs und sabotiert die expandierende Aluminiumindustrie durch gezielte Anschläge. Als ihr Antrag auf Adoption eines Kindes bewilligt wird, stellt sie ihre Guerilla-Aktionen in Frage. Die eigenwillige Tragikomödie porträtiert eine dickköpfige Protagonistin, die nicht länger tatenlos der Zerstörung des isländischen Hochlands zusehen will. Mit viel Witz und skurrilem Humor knüpft die Inszenierung an mythologische und filmhistorische Motive an und wandelt durch absurde Verfremdungen, einen gewagten Genre-Mix und die betörenden Bilder einer rauen Landschaft jenseits herkömmlicher Öko-Thriller-Routinen.

Film des Monats (CH) – November 2018

 

Lichtspielhaus Lennestadt: 02.12.2019

Filmpalast Lüdenscheid: 18.12.2019

 

 

 

GIRL

Belgien/NL 2018. Regie: Lukas Dhont. Mit Mit Victor Polster, Arieh Worthalter, Oliver Bodart u.a. 106 Min.

Sehenswert ab 16.

Ein 15-jähriges Transgender-Mädchen träumt davon, Ballerina zu werden und auch körperlich ganz eine Frau zu sein. Die langwierige Geschlechtsumwandlung, das harte Training an einer renommierten Tanzakademie und die normalen Wirren der Pubertät drohen seine Psyche jedoch immer mehr kollabieren zu lassen. In warmen Farben und weichen Texturen erzählt das hochenergetische Spielfilmdebüt ein berührendes, von der Arbeit und dem Leiden am (falschen) Körper begleitetes Innerlichkeitsdrama.

Film des Monats (CH) – Oktober 2018

 

Lichtspielhaus Lennestadt: 06.01.2020

Filmpalast Lüdenscheid: 22.01.2020

 

 

 

CAPERNAUM – STADT DER HOFFNUNG

Libanon 2018. Regie: Nadine Labaki. Mit Zain Al Rafeea, Yordanos Shiferaw u.a. 121 Min. Sehenswert ab 14.

Dokumentarisch anmutender Spielfilm über einen zwölfjährigen Straßenjungen aus einem Armenviertel in Beirut, der bei einer geflüchteten Frau aus Äthiopien Unterschlupf findet und sich um deren Sohn kümmert. Als die Mutter verschwindet, ist er mit dem Kind auf sich gestellt. Mit großer Zugewandtheit, aber relativ nüchtern schildert das auf intensiven Recherchen beruhende Drama den ausweglosen Kampf ums Überleben. Der von einer großen Menschlichkeit getragene Film konfrontiert mit erschütterndem Elend, hält Sentimentalität wie Zynismus aber gleichermaßen auf Distanz. Ein ebenso bewegender wie kluger, weitgehend von Laienschauspielern grandios gespielter Film.

Film des Monats – Januar 2019

 

Lichtspielhaus Lennestadt: 03.02.2020

Filmpalast Lüdenscheid: 26.02.2020

 

 

 

STYX

Deutschland 2018. Regie: Wolfgang Fischer. Mit Susanne Wolff u.a. 94 Min. Sehenswert ab 14.

Auf einem Segeltörn von Gibraltar Richtung Südatlantik trifft eine deutsche Ärztin mit ihrer Yacht auf ein havariertes Flüchtlingsschiff. Die alarmierte Seenothilfe fühlt sich jedoch so wenig verantwortlich wie ein Containerschiff. Das sich in der Folge abspielende menschliche Drama entspinnt sich als Thriller, der vor dem Hintergrund des offenen Meeres auf den europäischen Diskurs um die Seenotrettung afrikanischer Flüchtlinge zielt. Das drängende Thema wird kammerspielartig in einer Extremsituation verdichtet, zugleich weitet sich der Blick auf die grundlegende Ungleichheit im Verhältnis von Nord und Süd.

Film des Monats – September 2018

Film des Monats (CH) – September 2018

 

Lichtspielhaus Lennestadt: 02.03.2020

Filmpalast Lüdenscheid: 25.03.2020

 

 

 

FRIDAS SOMMER

Spanien 2017. Regie: Carla Simón. Mit Laia Artigas, Paula Robles u.a. 98 Min. Sehenswert ab 10.

Nach dem Tod seiner Mutter wird ein sechsjähriges Mädchen von der Familie seines Onkels aufgenommen. Statt Barcelona erkundet sie nun die Umgebung auf dem Land, doch ihre unkontrollierbaren Launen stellen ihre neue Familie vor große Herausforderungen. Aus den Augen des Kindes erzählt das berührende Drama vom Weitermachen nach einer Katastrophe und kehrt das Seelenleben der Protagonistin behutsam nach außen. Der Film setzt mit großem Gewinn auf momenthafte Szenen, deren Spannungen nicht in allem aufgelöst werden, und räumt den kindlichen Darstellerinnen sensibel den nötigen Raum ein.

Kinotipp d. Kathol. Filmkritik 365/Juli 2018

Film des Monats – August 2018

 

Lichtspielhaus Lennestadt: 06.04.2020

Filmpalast Lüdenscheid: 22.04.2020

Die Programmflyer zum Download

Programmflyer Lennestadt

Programmflyer Lüdenscheid