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Kirchen in Würdinghausen und Petersburg werden geschlossen
12.1.2026

Von Meinolf Lüttecke
WÜRDINGHAUSEN/PETERSBURG + Die Evangelische Kirchengemeinde Attendorn-Lennestadt befindet sich im Umbruch. Schweren Herzens musste sich die Kirchengemeinde von drei ihrer Kirchen trenen. Nach der Schließung der Gnadenkapelle in Finnentrop-Fretter musste das Presbyterium die Gemeinde auch zu weiteren Schließungen unterrichten. So wurde in Gemeindeversammlungen auch über die Zukunft der evangelischen Kirchen in Würdinghausen und Petersburg gesprochen. „Wir müssen offen darüber reden. Die Gebetsstätten werden aufgegeben, daran lässt sich nichts mehr ändern“, klare Worte der Vorsitzenden des Presbyteriums, Juliane Schnittka vor Kurzem in Würdinghausen.
Im Vorfeld lotete das Presbyterium bereits aus, was mit der in den Jahren 1958/59 gebauten Emmaus-Kirche geschehen könnte. Presbyterin Claudia Wollny informierte, dass man das Gotteshaus den ukrainischen Flüchtlingen angeboten habe.“ Aber da fehlt das Geld zur Bewirtschaftung. “Das Gotteshaus in eine Kolumbariums-Kirche umzubauen, war eine weitere Möglichkeit. Allerdings war es notwendig, in finanzielle Vorleistung zu gehen, was ein Hemmnis war. Wahrscheinlich wäre die Emmaus-Kirche auch zu klein hierfür gewesen. Eine Umwandlung in eine Kulturkirche sei durch die Nähe zur Kulturkirche Silberg nicht das Optimale, so Claudia Wollny.
Einige Nachbarn der Straße „Alter Königsberg“ waren auch zur Versammlung gekommen. Sie interessierten aktuelle Infos aus erster Hand. Das Inventar Emmaus-Relief, Glocken, Orgel und Taufschale sind einige der Gegenstände, die einen neuen Platz benötigen. Vorgeschlagen wurde, auch die Gemeinden des Partnerkirchenkreises Missenye, der zur Evangelisch-Lutherischen Kirche Tansanias gehört, in die Überlegungen einzubeziehen.

Ähnliche Situation in Petersburg bei Attendorn. „Auch mein Herz hängt an dem Gebäude“, machte in der Gemeindeversammlung in der ebenfalls zur Disposition stehenden Friedenskirche in Petersburg der Vorsitzende des Strukturausschusses, Michael Schebitz, keinen Hehl aus seinem Gemütszustand und ergänzte: „Es fällt den Verantwortlichen schwer, über die Auflösung der Kirche zu sprechen.“ Nachdem der Mehrzweckbau in den Jahren 1969 bis 1971 entstand, war die Friedenskirche in den 1970er Jahren ein Beispiel moderner Kirchenarchitektur.

Michael Schebitz und Lars Kirchhof haben im Vorfeld mehrere Optionen ins Auge gefasst. So dachte man an eine Jugendkirche, oder dass der Dorfverein in Neu-Listernohl den Komplex als Dorfgemeinschaftshaus nutzt. Aber auch die Nutzung als Friedhofskirche war eine Idee, denn der Friedhof Neu-Listernohl liegt in unmittelbarer Nähe. Doch bei diesen Optionen kamen die Presbyter nicht weiter. Eine weitere Möglichkeit sei gewesen, eine caritative Wohngruppe von Bethel.Regional einzurichten. Die Stiftung signalisierte auch, dass Gebäude und Lage gut und das Geld vorhanden seien, aber Personal fehle. Da in Neu-Listernohl keine Nahversorgung besteht, wurde auch über ein neues Konzept für ein Ladenlokal nachgedacht. „Es gibt die Prio des Presbyteriums, dass das Gebäude erhalten wird“, konstatierte Michael Schebitz. Ist das nicht zu erreichen, bleibt nur der Abriss. Dann könnten Bauplätze auf Erbpachtbasis entstehen.

Im November fanden die letzten Gottesdienste in den drei Predigtstätten statt. In der Emmaus-Kirche in Würdinghausen hielten die Pfarrer i.R. Behrensmeyer und Dr. Ettemeyer den Gottesdienst, in der Friedenskirche Petersburg, Pfarrer Schliebener und in der Gnadenkapelle Fretter, Pfarrerin i.R. Warns.



