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Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu
10.1.2026

Von Iris Jänicke (Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes)
Das neue Jahr hat begonnen……und geht so weiter, wie das alte aufgehört hat. Nichts hat sich groß verändert: es gibt immer noch Kriege auf der Welt, Hass, Ungerechtigkeit, Erniedrigung, die Reichen werden reicher, die Armen ärmer. Und dann diese Jahreslosung: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu.“ Das steht im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung. Der Seher Johannes hat es aufgeschrieben in einer Zeit, als die ersten Christen durch das Römische Reich verfolgt wurden. Und ausgerechnet dieses Wort Gottes als Losung für das Jahr 2026?
Schön wäre es ja, wenn alles neu und gut würde: auf der ganzen Welt keine Kriege mehr, niemand hungert oder friert, die Meeresspiegel bleiben, wo sie sind, und die Würde aller Menschen bleibt unantastbar. ABER: Heute genauso wie damals werden wir kein plötzliches Aufwachen, kein himmliches Feuerwerk, keinen Donnerknall erleben, der alles wieder in Ordnung und die Welt ins reine bringt. DENN: Damals wie heute sind es Menschen, durch die Gott wirkt, Menschen, welche die Welt und unser Zusammenleben gestalten, Menschen, durch die etwas neu werden kann. Wenn Gott etwas neu macht, dann nicht, damit wir unsere Ruhe haben und die Hände in den Schoß legen. Er hat die Menschen nicht zum Hass, sondern zur Liebe erschaffen, nicht zur Ungerechtigkeit, sondern zur Gerechtigkeit, nicht zur Erniedrigung, sondern zu einem würdevollen Leben.
Und damit können wir doch schon mal anfangen: Bringen wir unsere Beziehungen in Ordnung, vergeben wir einander, holen wir die Menschen in unsere Mitte, die an den Rand gedrückt werden, lassen wir nicht zu, dass täglich die Würde von Menschen verletzt wird, dass Kinder in Armut aufwachsen müssen, dass Alte und Pflegebedürftige als Problem angesehen werden, dass Menschen mit Behinderungen es unangemessen schwer haben, dass menschenverachtende Parolen unwidersprochen hingenommen werden, dass bei manchen Familien am Ende des Monats der Kühlschrank leer bleibt, dass Unfreundlichkeit den Alltagston an - es gibt wahrlich viel, viel zu tun. Für jeden von uns.
Die leitende Geistliche der Evangelischen Kirche in Deutschland sagte im ZDF-Neujahrsgottesdienst: „Unsere Welt wird heller, wenn wir den alltäglichen Abfälligkeiten unsere Mitmenschlichkeit entgegenhalten“.
Ja, das ist ein guter Neujahrsvorsatz. Und auch wenn (noch) nicht alles neu wird, so lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass so manches neu und hell wird, im eigenen Leben und im dem unserer Mitmenschen.
Ihre
Iris Jänicke



