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Schiffsdirektor auf dem größten zivilen Hospitalschiff der Welt

23.2.2026

Daniel und Linda Lauermann sind zurück in Deutschland. Vom größten zivilen Hospitalschiff der Welt kehrten sie in heimische Gefilde zurück (Foto: Salzmann)

Von Monika Salzmann

 

HALVER + Nach mehrjährigem Hilfseinsatz im Ausland – zuletzt als Schiffsdirektor auf dem größten zivilen Hospitalschiff der Welt – ist der Halveraner Daniel Lauermann nach Deutschland zurückgekehrt. Der Sohn von „Haus Waldfrieden“-Betreiber Bernd Lauermann und seine Ehefrau Linda, die gleichfalls in verantwortlicher Position auf der Global Mercy der christlichen Hilfsorganisation Mercy Ships tätig war, arbeiten nun für ein Jahr an der Seite von Vater und Bruder im Familienbetrieb mit. „Wir genießen das sehr in Halver“, sagt der 41-Jährige, für den ein erster Einsatz auf einem Mercy-Ship in der Karibik kurz nach dem Abitur ein prägendes Erlebnis war.

 

Seither ließ ihn der Wunsch, im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit zu arbeiten und den Ärmsten der Armen zu helfen, nie wieder los. „Wir fühlen uns wohl, international zu arbeiten“, spricht er für sich und seine Ehefrau, die aus Großbritannien stammt und im Bereich der Personalgewinnung weiterhin für die Mercy Ships aktiv ist. An Bord der Global Mercy, die zuletzt in Freetown (Sierra Leone) vor Anker lag, war sie als Hotel Service Managerin für die Leitung der Teams, die sich um die Gästebetreuung und das Housekeeping an Bord kümmern, zuständig.

Dass er irgendwann wieder in die große, weite Welt hinaus möchte, ist für Daniel Lauermann sicher. Wohin es dann gehen soll, weiß er noch nicht. „Ich würde gern noch einmal in die Karibik zurück, wo alles angefangen hat“, überlegt er. Gelebter Glaube ist seine Hauptantriebsfeder.

 

Die Gemeinschaft an Bord und das Gefühl, Teil von etwas zu sein, das bleibt, bewegen ihn zutiefst. Manches Wunder hat er erlebt. „Es sind viele Sachen passiert, für es keine Erklärung gibt.“ Viel erlebt, viel gesehen hat er in den vergangenen Jahren, seit er 2021 zunächst an Bord der Africa Mercy in Teneriffa ging, deren Rückkehr in den Senegal vorbereitete und 2022 auf die Global Mercy wechselte. Wegen Corona hatte die Africa Mercy den Senegal zuvor schnell verlassen müssen, obwohl noch viele Operationen in dem schwimmenden Krankenhaus, das nach dem neuesten Stand der Technik ausgestattet ist, anstanden. „Es war sehr wichtig für die Menschen, dass wir zurückgekehrt sind“, sagt Daniel Lauermann.

Daniel und Linda Lauermann gingen 2021 zunächst an Bord der Africa Mercy, bevor sie zur Global Mercy der christlichen Hilfsoganisation Mercy Ships wechselten. Für verschiedene Hilfsorganisationen waren sie bereits im Einsatz (Foto: Mercy Ships/Daniel Lauermann)

Die Ankunft eines Mercy Ships, das professionelle medizinische Hilfe in die Entwicklungsländer bringt, sei in den afrikanischen Ländern stets ein großes mediales Ereignis. „Wir sind sehr sichtbar. Das neue Schiff – die Global Mercy – ist zwölf Stockwerke hoch.“ Beide Schiffe seien ein deutliches Zeichen der Hoffnung. „17 Millionen Menschen sterben jährlich weltweit, weil sie keinen Zugang zu bezahlbarer chirurgischer Behandlung haben“, erklärt der gebürtige Bremer. Mit ihren kostenlosen (spendenfinanzierten) Operationen könnten die Mercy Ships vielen Menschen helfen. Augenoperationen, Leistenbrüche, Gaumenspalten, Eingriffe im Bereich entstellender Tumore, der plastischen Chirurgie oder Beinfehlbildungen und andere Operationen führt das Ärzteteam auf den Hospitalschiffen durch.

 

Auf der Global Mercy, die 200 Patienten aufnehmen kann, leitete Daniel Lauermann seit Mitte 2024 gleichsam einen mittelständischen Betrieb mit knapp 600 Besatzungsmitgliedern - darunter 50 Kindern, die die internationale Schule an Bord besuchten. Hinzu kamen rund 300 einheimische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die die Crew in vielen Bereichen unterstützten. Vielschichtig und komplex waren seine Aufgaben – von Führung und Organisation bis hin zu repräsentativen und politischen Aufgaben, unter anderem als Ansprechpartner für die Gesundheitsämter in den Einsatzländern. Auf individueller, systemischer und gesamtgesellschaftlicher Ebene bewirke der humanitäre Einsatz der Mercy Ships manches. Durch nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit – unter anderem durch Schulungen einheimischer Fachkräfte – wirkt die Hilfe fort, auch wenn das Schiff an seinem Einsatzort nicht mehr fest vor Anker liegt.

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