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Wegbereiter für den Brückenbau der A45 über das Rahmedetal
20.2.2026

Von Iris Kannenberg
LÜDFENSCHEID + Der Name Matthias Lange steht heute sinnbildlich für den erfolgreichen Brückenbau über das Rahmedetal in Lüdenscheid. Als Projektleiter hat der Erzgebirgler es verstanden, mit Engagement und Lösungsorientierung ein Vorhaben voranzutreiben, das für die Region von immenser Bedeutung ist. Sein persönlicher Einsatz und seine Fähigkeit, Menschen und Fachbereiche zu verbinden, legten den Grundstein für den frühen Erfolg dieses anspruchsvollen Bauprojekts.
Viele bezeichnen die rasante Fertigstellung der Brücke als ein Wunder. Nicht nur im Märkischen Kreis, sondern auch in den Medien, die landesweit über die Brücke in Lüdenscheid berichteten. Immer wieder fiel dabei der Name des Stahlbauers. Erst staunte man nicht schlecht und beobachtete eher ungläubig, was sich da gerade vor aller Augen abspielte. Dann wurde Matthias Lange schnell zu einem Markenzeichen für Können, Präzision und Organisation. Er wurde hochgelobt und begeistert gefeiert. Völlig zu Recht.
Bereits zu Beginn des Projektes zeigte sich, dass herkömmliche Herangehensweisen an ihre Grenzen stoßen würden. Matthias Lange erkannte früh die Notwendigkeit, innovative Methoden zu nutzen und alle Beteiligten an einen Tisch zu holen. Durch seine offene Kommunikation, seine Bereitschaft zuzuhören und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, schuf er schnell ein Klima des Vertrauens – sowohl im Team als auch gegenüber Anwohnern und politischen Entscheidungsträgern.
Ein entscheidender Moment war die Einführung digitaler Planungswerkzeuge, die nicht nur die Bauzeit verkürzten, sondern auch die Transparenz im Prozess erhöhten. Der Bauleiter legte Wert darauf, dass Informationen jederzeit zugänglich und verständlich aufbereitet wurden. Dies ermöglichte es, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und flexibel darauf zu reagieren. Seine Fähigkeit, sowohl technische Details als auch das große Ganze im Blick zu behalten, hat maßgeblich zur erfolgreichen Umsetzung beigetragen.
Doch neben seiner fachlichen Kompetenz war es vor allem seine menschliche Art, die das Projekt prägte. Kolleginnen und Kollegen berichten von seinem unermüdlichen Einsatz, seiner Geduld und seinem Humor, mit denen er auch in stressigen Phasen für Motivation sorgte. Nicht zuletzt ist es diesem Engagement zu verdanken, dass der Bau der Brücke im Rahmedetal nun deutschlandweit als Musterbeispiel für gelungenes Teamwork und moderne Ingenieurskunst gilt.
Im Gespräch blickt der sympathische Mann aus dem Osten Deutschlands auf seinen Lebensverlauf und natürlich auf das Projekt ‚Rahmedetalbrücke‘ zurück. Auch wenn viele seine Leistung nun loben, bleibt Matthias Lange bescheiden, freundlich und geerdet. Und trotzdem: mit seinen wachen, strahlenden Augen, das sympathische Gesicht, der angenehmen Stimme und seinen etwas verwegenen Haare, die sich wohl einfach nicht bändigen lassen, ist er ein Mensch von großer persönlicher Präsenz und einer natürlichen Autorität, die sofort Vertrauen schafft.
Matthias Lange wurde 1961 im Erzgebirge geboren und stammt aus einem christlichen Elternhaus. In einem System, das sich auf die Fahnen geschrieben hatte, den Glauben massiv zu bekämpfen hatte er daher bis zur Wende kein einfaches Leben. Er berichtete davon, dass man die Kinder christlicher Familien bereits im Kindergarten und in der Schule drangsalierte. Sie wurden ausgeschlossen, verhöhnt, niemals für irgendetwas ausgezeichnet, selbst wenn sie Bestleistungen erbrachten. Und er durfte nicht studieren. So wurde aus Matthias Lange nicht wie erhofft ein Ingenieur oder Architekt, sondern ein Stahl- und Betonbauer. Was sich im Nachhinein als Segen herausstellte.
Trotz dieser Widrigkeiten blieb er seinem Glauben treu und erfuhr den Fall der Mauer als eine gigantische, fast unfassbare Gebetserhörung. Die Montagsdemonstrationen, die ihren eigentlichen Ursprung in den Kirchen hatten, waren für ihn die Folge der vielen gemeinsamer Gebete und einer ungebrochenen Hoffnung auf Veränderung. Über Jahrzehnte hinweg.
Er erzählt: „Nach dem Mauerfall habe ich meine berufliche Qualifikation endlich erweitern können. Ein gutes Gefühl, ohne Einschränkungen das Lernen zu dürfen, was man sich für sich selbst erträumt. Heute bin ich selbstständiger Unternehmer und weltweit unterwegs, dazu gehörte z.B. auch der afrikanische Staat Togo. Es ist schon herausfordernd, in solchen Gebieten zu arbeiten, aber genau das macht mir Spaß. Es wird natürlich auch mal ‚wild‘. In Togo hatte ich eine unerwartete Begegnung mit einer grünen Mamba, die während des Mittagessens einfach aus einem Baum auf unseren Tisch fiel. Glücklicherweise kam die Ratte, die sie wohl gejagt hatte, gleich hinterher und lief bereits recht angeschlagen in entgegengesetzte Richtung weg. Die Schlange waren wir dadurch glücklicherweise los.
Ein anderes Mal arbeitete ich auf den Bahamas und erlebte dort einen richtigen Tornado. Unser Hotel befand sich dabei tatsächlich im ‚Auge des Sturms‘. Beide Male ist mir nichts passiert. Meine Arbeit kann eben auch schon einmal an die persönlichen Grenzen gehen. Beim Bau der Rahmedetalbrücke war unser ganzes Team ein Jahr lang bei Wind und Wetter in äußerst luftigen Höhen unterwegs. Für andere vielleicht auch nicht gerade der Ort, den sie sich aussuchen würden, um dort täglich zur Arbeit zu gehen. Mir machen solche Herausforderungen nichts aus. Sie gestalten meine Arbeit eher noch interessanter. Generell habe ich nie Angst, sondern fühle mich immer geborgen in Jesus. Mein Leben liegt in seiner Hand. Wovor soll ich mich fürchten?“
Zu seiner Zeit auf der Brücke erklärt er: „Ich kann nur immer wieder betonen, wie wunderbar die Zusammenarbeit auf der A45 unter uns als Team war. Dazu gehörte auch der unkomplizierte Umgang mit der österreichischen Firma MCE, für die ich als Subunternehmer tätig bin. Die dortige Leitung hat mich unbürokratisch unterstützt und waren stets zuverlässig und schnell für mich da. Mein Team war zudem immer bereit, Doppelschichten zu schieben oder am Wochenende zu arbeiten. Ich konnte mich auf jeden einzelnen der Männer verlassen. Nur so waren wir in der Lage, die Brücke so schnell fertigzustellen.“
Auf die Frage, wie man ein Team von siebzig Männern, die fast alle aus Kroatien kommen und kaum Deutsch sprechen dazu motiviert, so engagiert Hand in Hand zu arbeiten, erklärt der Stahlbauer: „Man sollte seinen Mitarbeitern Wertschätzung und Respekt entgegenbringen. Sie als Menschen ernst nehmen und ihnen gegenüber dankbar sein. Zu meinem Team gehörte zudem – zumindest von meiner Seite aus - maßgeblich Jesus, der vieles möglich gemacht hat. Gott war einfach immer mitten unter uns und spürbar da. Ich bin ihm sehr dankbar“
Bei einem Jahr Projektarbeit vor Ort, wie hat Matthias Lange das gebeutelte Lüdenscheid gesehen? „Die Stadt selbst hat sehr unter der Brückensperrung gelitten. Das hat man an sehr vielen Stellen ganz deutlich merken können. Ganz wichtig war für mich, dass ich dabei helfen konnte, dieses allumfassende Problem für die Stadt so schnell es ging zu bewältigen. Ich hatte viel positiven Zuspruch von den Menschen hier, bin überall sehr freundlich aufgenommen worden und habe Freundschaften geschlossen. Auch und gerade unter den Lüdenscheider Christen. Ich habe mich wohl gefühlt. Jertzt breche ich meine Zelte hier ab und gehe als nächstes nach Berlin. Dort muss ich diesmal bereits in einem halben Jahr fertig werden. Allerdings ist das kommende Projekt auch nicht so gewaltig wie die Instandsetzung der Rahmedetalbrücke.“
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Projektes „A45“ wurde sowohl die Verkehrsanbindung der Stadt Lüdenscheid wiederhergestellt als auch deutschlandweit ein hoher Standard für die Modernisierung der deutschen Infrastruktur gesetzt – maßgeblich geprägt durch das Engagement und die Kompetenz von Matthias Lange. Er hat mit seinem Wirken nicht nur ein imposantes Bauwerk neu erschaffen, sondern auch ein Zeichen gesetzt: für den Wert von Zusammenarbeit, Innovation und den Mut, neue Wege zu gehen. Der Brückenbau über das Rahmedetal ist damit weit mehr als ein technisches Meisterwerk – er steht symbolhaft für eine ganze Region, die dank Menschen wie ihm nun wieder optimistisch in die Zukunft blickt.
Der Dank vieler Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheider, die lange unter der stillgelegten Brücke zu leiden hatten, ist Matthias Lange auf jeden Fall sicher. Seine ‚neuen‘ christlichen Freude aus Lüdenscheid wünschen im daher von Herzen Glück und Segen bei seiner neuen Aufgabe. Möge Gott ihn weiterhin so mächtig gebrauchen und dabei stets schützen und bewahren.



