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Perspektivwechsel

8.3.2026

Das Wort zum Sonntag: Diesmal mit Gedanken von Johannes Seidel, Leiter des Kinder- und Jugendreferates des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg (Grafik: EKKLP)

Dienstagabend, 17:00 Uhr in Lüdenscheid.
Ich freue mich auf ein spannendes Spiel im Stadion, gemeinsam mit Freunden. Wir sind gut in der Zeit und bestens gelaunt. Die A45-Brücke ist ja wieder geöffnet – also sollte alles passen für den Anpfiff um 21:00 Uhr. Doch leider kommt es anders.

 

Denn auch Herbert Grönemeyer gibt an diesem Dienstagabend ein Konzert in der Westfalenhalle. Offenbar ist die Infrastruktur auf diese Kombination von Fußball und gleichzeitigem Event nicht wirklich ausgelegt. Nach der ersten halben Stunde im Stau kippt die Stimmung, und der Frust steigt. Hätten wir das nicht wissen müssen? Wären wir doch früher losgefahren!? Oder eine andere Strecke!? Aber diese Fragen helfen jetzt wenig. Wir stehen – und stehen. Nichts geht vor und zurück.

 

So fühlt sich Leben manchmal auch an.
Stillstand. Keine Bewegung. Und ich weiß nicht einmal, wann sich das ändern wird. Ich bin der Situation scheinbar hilflos ausgeliefert. Mir ist klar, dass Frust und bohrende Fragen nicht weiterhelfen, doch sie zu unterdrücken bringt ebenso wenig. Was kann da helfen?

Geduld ist nicht meine Stärke. Aber ich kann meinen Fokus verändern:
„Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler.“ (Jes. 30,31)

 

Wie großartig wäre es, wenn ich im Stau wie ein Adler einfach auffahren und die Situation von oben betrachten könnte. Vielleicht würde ich einfach weiterfliegen und alles unter mir lassen. Vielleicht würde ich aber auch die vielen Autos sehen – und wie klein mein eigenes Fahrzeug ist in dieser Masse. In jedem Fall würde sich meine Perspektive ändern. Und genau das kann mir neue Kraft schenken.

 

Ich will auf den HERRN harren – auf ihn warten, auf ihn schauen, auf ihn vertrauen. Denn er kann mir Kraft und Perspektive geben. In jeder einzelnen Lebenssituation.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen

 

Johannes Seidel,

Leiter des Kinder- und Jugendreferates

des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg

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