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Abschiede

29.3.2026

Das Wort zum Sonntag: Diesmal mit Gedanken von Ramona Winkler-Rudzio, Pfarrerin der Evangelischen Johannes-Kirchengemeinde Lüdenscheid (Grafik: EKKLP)

Für mich war diese Woche durch eine großen Abschied geprägt. Mein ehemaliger Kollege hier in der Gemeinde, Superintendent a.D. Hans-Ulrich Köster war mit 85 Jahren verstorben und es hieß, ihn gehen zu lassen, loszulassen.

 

Abschiede sind schwer, besonders die, die für immer sind. Aber auch schon ein Umzug in eine andere Stadt oder der Abschied vom Arbeitsplatz oder der Schulgemeinschaft kann schwer fallen.

 

Abschiede, auch wenn ja in jedem Abschied ein Neuanfang steckt, sind schwer – jedenfalls für mich. Manchmal wäre es mir lieber, wenn alles so bliebe, wie es gerade ist. Das gibt Sicherheit, macht vieles planbar und dadurch wird alles scheinbar viel unkomplizierter und einfacher.

Doch unser Leben ist von Abschieden geprägt. Das „Leben ist Veränderung“, so heißt es in einem Lied von Mark Forster. Altes endet, Neues beginnt.

 

Ich muss beim Thema „Abschied“ auch an Jesus denken. Kommende Woche ist die Karwoche, in der Christen daran denken, wie Jesus nach Jerusalem kommt, um dort letztlich zu sterben. Als er seinen Jüngern ankündigt, dass er sterben muss, wollen sie das nicht hören. Sie wollen keinen Abschied, sie wollen, dass er bei ihnen bleibe.

 

Und Jesus? Er spricht davon, dass seine Jünger mit ihm in der Liebe verbunden blieben. Jesus ging konsequent seinen Weg bis ans Kreuz, daran denken wir Karfreitag, es blieben Trauer und Schmerz der Jünger und Frauen, die zu ihm gehörten, die durch die Osterfreude über den Auferstandenen aufgebrochen wurden. Auch wenn Jesus dann an Himmelfahrt endgültig aus dem sichtbaren Erfahrungsbereich seiner Jünger verschwand, waren sie doch weiter durch Gottes Geist, durch Gottes Liebe verbunden.

 

Loslassen ist schwer, den Vorgänger, das Vorbild, den geschätzten Menschen, den Freund, ...den irdischen Jesus.

 

Gott bleibt, in ihm und durch ihn sind wir miteinander verbunden und wir wissen, dass dies sogar über den irdischen Tod hinaus gilt, das tut gut.

Ihnen ein schönes Wochenende und eine gesegnete Karwoche

Ihre Ramona Winkler-Rudzio

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