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Voll Hoffnung leben – in dieser Welt

19.4.2026

Das Wort zum Sonntag: Diesmal mit Gedanken von Claus Optenhöfel, Pfarrer St. Medardus Lüdenscheid (Grafik: EKKLP)

Vor zwei Wochen war Ostern. Wir haben „Auferstehung“ gefeiert. Heute ist unsere Welt nicht nur hell und erlöst, sondern auch voller Elend und Gewalt. Komme ich als Christ dagegen an?

 

In der Bibel lese ich von Jesu Jüngern. Sie müssten eigentlich voller Begeisterung und Freude sein. Schließlich hat Jesus sie geprägt, haben sie seine Botschaft gehört und seine Art, Gott zu verkünden, hautnah mitbekommen. Sie waren verzweifelt, als er starb, und haben voll Freude erfahren, dass er lebt – er ist ihnen persönlich begegnet.

 

Das Johannes-Evangelium erzählt: Jetzt sind diese Jünger auf der Suche nach ihrer Zukunft – und wissen nichts Besseres, als wieder fischen zu gehen. Fischen – das war ihr Job, bevor sie Jesus kannten. Aber dahin können sie nicht mehr zurück – zu vieles haben sie erlebt, hat sie geprägt. Und so kommt es: ihr Netz bleibt leer.

 

Dann begegnet ihnen jemand am Ufer, schickt sie nochmals im Boot aufs Wasser, und da ist ihr Netz zum Zerreißen voll. Sie verstehen: Der am Ufer ist Jesus – er schenkt uns diese Fülle des Lebens.

 

Wer einmal Jesus gefolgt ist, kann nicht einfach zurück. Wer einmal wirklich geglaubt hat: wir Menschen sind Geschwister, zum Frieden gerufen, alle Kinder des einen Gottes und der einen Welt – wer also begonnen hat zu glauben und dadurch für diese Welt zu hoffen – der muss sich nicht gefangen nehmen lassen von Kriegsnachrichten und anderen angstmachenden Botschaften. Die Grund-Botschaft des Lebens, das Gott schenkt – einmal angekommen, treibt sie Menschen an und hält die Hoffnung wach. Nicht dass sie jetzt bessere Menschen wären. Aber im Dunkel behalten sie eine Ahnung vom Licht. So rechnen Menschen mit der Kraft Jesu, der lebt. Und mit der Möglichkeit einer Welt, die für viele Menschen eine bessere ist.

Herzliche Grüße

 

Claus Optenhöfel,
Pfarrer St. Medardus Lüdenscheid

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