Aktuelle Artikel

Muttertag – Rebellion für gutes Leben

10.5.2026

Das Wort zum Sonntag: Diesmal mit Gedanken von Katharina Thimm, Schulreferentin der Ev. Kirchenkreise Iserlohn und Lüdenscheid-Plettenberg (Grafik: EKKLP)

Muttertag ist in vielen Schulen ein willkommener Anlass, um Kinder zum Malen, Basteln oder Schreiben zu ermutigen. Ein schöner Tag, um Danke zu sagen und stolz auf die erstellten Geschenke zu sein. Für manche Kinder ist es aber ein schmerzhafter Tag, da die eigene Mutter fehlt oder nicht so für ihr Kind sorgen kann, wie es gut wäre.

 

Im Christentum ist die Jüdin Maria die berühmteste Mutter. Maria war keine perfekte Vorzeigemutter: zu jung, zu unerfahren, in unklarem Beziehungsstatus.

 

Diese Maria wird von Gott dazu bestimmt guter Hoffnung zu sein, wie man zu schwangeren Frauen sagt. Mit Maria ist jede normale Mutter etwas ganz Besonderes: in ihrem Körper bildet Gott ein wunderbares neues Menschenkind und bringt es durch sie auf die Welt. Und mit jedem neugeborenen Kind wächst die Hoffnung auf eine gute Zukunft.

 

Zugleich ist die biblische Maria eine Frau, die sich nicht auf ihr Muttersein reduzieren lässt. Sie hat eine eigene Stimme, eine rebellische theologische und politische Meinung. Schwanger singt sie ein revolutionäres Lied - einen Lobgesang auf Gott, der Hoffnung macht. Sie singt davon, dass Gott mit den einfachen Menschen gegen Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft kämpft – die Überheblichen, die willkürlichen Machthaber und die Reichen in ihre Schranken weist. Auf so eine gerechte Zukunft hofft Maria.

 

Mutter werden und sein ist auch eine Rebellion. Eine Rebellion der Hoffnung auf ein gutes Leben für alle Menschenkinder. Das lernen wir von Maria – auch im Religionsunterricht.

 

Ich wünsche Ihnen einen hoffnungserfüllten Muttertag! Mögen heute viele Hoffnungsblüten und Träume für eine friedliche und gerechte Welt wachsen.

Ihre

Katharina Thimm,

Schulreferentin

der Ev. Kirchenkreise Iserlohn und Lüdenscheid-Plettenberg

zurück zur Übersicht