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Ökumenischer Gottesdienst in der Katholischen Kirche St. Michael

29.5.2026

Die Taufe der kleinen Annika Valerie Knappstein – im Bild im Kreise ihrer Familie – durch den evangelischen Pfarrer Dirk Grzegorek in der katholischen Kirche St. Michael war ein starke Zeichen der Ökumene. Mit im Bild auch Pater Gregor Chmielewski (Foto: Salzmann)

Von Monika Salzmann

 

WERDOHL + Die Idee, gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag zu feiern, entstand 2001 beim 900-jährigen Jubiläum der Stadt Werdohl. Damals waren die Pfarrer Rüdiger Schmale und Georg Görke die treibenden Kräfte. 25 Jahre danach ließen Pater Gregor Chmielewski, Pfarrer der Katholischen Pfarrei St. Michael Werdohl-Neuenrade, Pfarrer Dirk Grzegorek von der Evangelischen Kirchengemeinde Werdohl, Siegfried Heinrich von der Neuapostolischen Kirche Werdohl und Pater Slawomir Klein, Beauftragter des Ordens der Franziskaner für Ökumene und interreligiösen Dialog aus Rom, den ökumenischen Gedanken am Pfingstmontag in einem festlichen Gottesdienst in der Kirche St. Michael am Eggenpfad aufleben.

 

Neben dem „silbernen“ Jubiläum der ökumenischen Pfingstmontagsgottesdienste konnten die Gläubigen aus den unterschiedlichen Gemeinden, die sich zu Gebet, Lobpreis und Verkündigung versammelten, dort zugleich das 125-jährige Jubiläum der denkmalgeschützten Kirche feiern. Ein starkes Zeichen der Verbundenheit der Christen untereinander war zudem die Taufe der kleinen Annika Valerie Knappstein durch den evangelischen Pfarrer in der katholischen Kirche. „Das gab es noch nie“, meinte Pater Gregor Chmielewski zur Taufe im Zeichen der Ökumene. „Es gibt die eine christliche Taufe“, ergänzte Pfarrer Dirk Grzegorek, der mit der Taufe die festliche Aufnahme des Mädchens in die christliche Gemeinschaft vornahm.

 

Die Taufe ist ein wunderbares Zeichen von Gott, erklärte er.  Allerdings brauche die Taufe auch die menschliche Glaubensantwort. Im Beisein ihrer großen Schwester Friederike Anna, ihrer Paten und Großeltern empfing die Tochter von Michael und Theresa Valerie Knappstein – er Katholik und sie evangelischen Glaubens – die ökumenische Taufe. Auf das bekannte Jesuswort „Ich bin das Licht der Welt“ und Franz von Assisi, dessen Todestag sich im Oktober zum 800. Mal jährt, kam Pater Slawomir Klein in seiner Ansprache zu sprechen. Dessen berühmtes Gebet „Erleuchte die Finsternis meines Herzens und schenke mir rechten Glauben“ legte er aus. Finsternis zerstöre die Beziehung zwischen Menschen. „Wir sehen den anderen nicht mehr.“ Franziskus sei durch die Erleuchtung von seinem Ego befreit worden. „Wir leben in einer Zeit, die wir uns nicht ausgesucht haben“, erklärte der Pater. Licht der Welt zu sein, formulierte er als Auftrag. Eine Lampe aus Assisi, dem Geburtstort des Ordensgründers, brachte er den Gläubigen mit. Diese Lampen werden im Jubiläumsjahr des Heiligen insbesondere bei ökumenischen und interreligiösen Veranstaltungen vergeben und sollen eine Lichterkette bilden, die die ganze Welt umspannt und trotz unterschiedlicher Konfessionen weltweit miteinander verbindet. Zu Geschwisterliebe hielt der Pater die Versammelten an. An der festlichen Ausgestaltung des Gottesdienstes hatte die Musik großen Anteil.

 

Unter Leitung von Kantorin Marion Jeßegus unterstrich ein Projektchor mit Liedern wie „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ die festliche Botschaft des Tages. Höfischen Glanz brachte eine Sonate des französischen Barockmeisters Philibert de Lavigne, über dessen Leben und Wirken wenig bekannt ist, in den Gottesdienst ein. Auf der Flöte als Melodieinstrument machte Bernadette Gnacke mit der gefälligen Handschrift des barocken Komponisten bekannt. Frank Kirchhoff und Lucia Kleinhammer begleiteten den Gottesdienst an der Orgel. Abschließend ließ Marion Jeßegus die Geschichte der Pfingstmontagsgottesdienste Revue passieren.

 

Aus der vertrauensvollen Zusammenarbeit der katholischen und evangelischen Gemeinden sei das ÖkumeForum Werdohl hervorgegangen, in dem sich seit einigen Jahren auch Mitglieder der Neuapostolischen Kirche engagieren. „Ziel des ÖkumeneForums ist es, Kirche und christlichen Glaubens in Werdohl lebendig, erfahrbar und einladend zu gestalten.“ Nach dem Gottesdienst bestand Gelegenheit, an der Michaelshütte bei Kaffee, Waffeln und anregenden Gespräche gemütlich zu verweilen.

Bildimpressionen vom ökumenischen Gottesdienst (alle Fotos: Salzmann)

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