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Woche gegen Einsamkeit: Plettenberg plaudert

9.6.2026

Vom 22. bis 28. Juni findet die diesjährige bundesweite Woche gegen Einsamkeit statt. Da Einsamkeit gerade auch bei älteren Menschen eine große Rolle spielt und kein Tabu sein darf, nimmt das SeniorenNetzwerk LebensFreude Plettenberg diese Woche wieder zum Anlass die Plettenberger erneut zum Plaudern einzuladen.

 

So wie früher, auf der guten alten Bank unter der Linde oder auf dem Dorfplatz, soll auch heute wieder die „Plauderbank“ dazu anregen, einfach mal Platz zu nehmen, durchzuatmen und ein gemütliches Pläuschchen zu halten.

 

Mehrere Plauderbänke

 

Hierzu wurden mehrere Plauderbänke in Plettenberg aufgestellt, zum Beispiel in der Wilhelmstraße 9, vor dem „W9“ der Plettenberger KulTour GmbH. Die Geschäftsführerin, Sylvia Eick, meint: „Wer hier Platz nimmt, hat Lust mit jemandem zu plaudern. Bei uns im W9 kann man sich dazu auch noch gerne einen Kaffee holen.“ Weitere Plauderbänke stehen vor dem Heimathaus am Kirchplatz sowie an der Waterkant.

Gekennzeichnet sind die Plauderbänke durch grüne Schilder mit der Aufschrift „Plauderbank“, die dankenswerterweise extra von Mainz Sicherheitstechnik für die Plauderbänke angefertigt und gestiftet wurden.

 

Zahlreiche Unterstützer

 

Neben der Plettenberger KulTour GmbH unterstützen auch die Seniorenvertretung der Stadt Plettenberg, der Heimatkreis Plettenberg, das Netzwerk Hospiz sowie das Projekt LebensFreude Plettenberg des Diakonischen Werkes die Plauderbank-Aktion.

Detlef Ashoff, Vorsitzender der Seniorenvertretung Plettenberg, stellt fest: „Wir alle sind Teil des SeniorenNetzwerks LebensFreude Plettenberg und setzen uns in unterschiedlicher Weise für die Belange der älteren Menschen in Plettenberg ein.“

Silke Vieregge, Mitarbeiterin des Diakonischen Werkes, vom Projekt LebensFreude Plettenberg, ergänzt: „Unser SeniorenNetzwerk gibt zum, Beispiel das sogenannte Vierteljährchen heraus, das mittlerweile recht bekannt ist und zu jedem Quartal eine Übersicht von Veranstaltungen für ältere Plettenberger zeigt.“

Die Plauderbank wurde bereits im letzten Jahr zur Woche gegen Einsamkeit in Plettenberg eingeführt und soll nun erneut ins Gedächtnis gerufen werden.

 

Menschen ins Gespräch bringen

 

Klaus Plötz vom Heimatkreis bemerkt: „Das Ziel unseres Netzwerks ist es, die Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und das Miteinander zu fördern. Deshalb steht auch vor unserem Heimathaus am Kirchplatz eine Plauderbank, die von jedem genutzt werden kann.“

 

"Plauder-Punkt" hat ausgedient

 

Im vergangenen Jahr wurde in der Woche gegen Einsamkeit auch der „Plauder-Punkt“ vorgestellt: ein buntes, rundes Symbol, das als Tischaufsteller genutzt werden kann, wenn man zwar alleine an einem Tisch sitzt, zum Beispiel im Café, aber lieber in Gesellschaft plaudern würde. Dieser Aufsteller hat sich allerdings in Plettenberg nicht etabliert und wird deshalb auch nicht weiter verfolgt.

 

"Quasselstrippe" zu aufwendig

 

Und auch die „Quasselstrippe“ vom Projekt LebensFreude Plettenberg wurde 2025 als neues Angebot gegen Einsamkeit eingeführt; eine telefonische Anlaufstelle für Seniorinnen und Senioren, bei allgemeinem Gesprächsbedarf und bei Fragen zu Schwierigkeiten im Alltag.

Silke Vieregge berichtet hierzu: „Wir haben unterschätzt wie zeitaufwändig es ist, solch ein Gesprächsangebot gut aufzustellen. Leider kann unser Projekt die notwendige Form für ein sinnvolles Angebot derzeit nicht leisten. Daher haben wir Kontakt zum Silbernetz aufgenommen, einem bundesweiten und flächendeckenden Seniorentelefon.“

Über das Silbernetz können ältere Menschen regelmäßige Gespräche führen oder sich in akuten Situationen an geschulte Mitarbeiter wenden, auch abends und am Wochenende. Das Silbernetz bietet hierzu ein professionelles und völlig anonymes Angebot für ältere Menschen; auch für diejenigen, die sich in dem Bereich ehrenamtlich engagieren möchten.

Rückfragen zum Silbernetz sind möglich bei Silke Vieregge unter 0163 – 16 49 032 (montags bis donnerstags).

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend legt seit 2018 ein besonderes Augenmerk auf das Thema Einsamkeit. 2022 startete die Erarbeitung einer „Strategie gegen Einsamkeit“: Darin spricht das Bundesfamilienministerium alle Altersgruppen und alle Menschen an, die in bestimmten Lebensphasen von Einsamkeit betroffen sein können. Ziel ist, Einsamkeit stärker sichtbar zu machen und ihr aktiver entgegenzuwirken.

Im Jahr 2023 fand die erste bundesweite Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ des Kompetenznetzes Einsamkeit in Kooperation mit dem Bundesfamilienministerium statt, im Juni 2024 die zweite Aktionswoche und seitdem jährlich wiederkehrend. Damit wurden die Öffentlichkeit für das Thema Einsamkeit sensibilisiert und Unterstützungsangebote sichtbar. Denn nach wie vor trauen sich viele Menschen nicht, über Einsamkeit zu sprechen – ein Tabu, das gebrochen werden muss.

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