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Mit weitem Herzen und wachem Blick

19.6.2026

Irmtraut Huneke hat mit ihrem lebendigen Glauben, ihrem enormen Einsatz und ihrer außergewöhnlichen Präsenz sehr viel in und für Lüdenscheid bewirkt (Foto: Kannenberg)

Von Iris Kannenberg

 

LÜDENSCHEID + Wer Irmtraut Huneke begegnet, erkennt schnell: Hier spricht eine Frau, die Glauben nicht als Theorie versteht, sondern als Einladung zum Leben – freundlich, klar und zugewandt. Sie hat Lüdenscheid über Jahrzehnte hinweg geprägt: in der evangelischen Kirche, in überkonfessionellen Netzwerken, in Bildungsarbeit, in Medienprojekten – und nicht zuletzt in unzähligen persönlichen Begegnungen.

 

1941 in Ostpreußen geboren, gehören zu ihren frühesten Erinnerungen die Flucht aus der Heimat nach Westdeutschland in die Nähe von Paderborn. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren zwei älteren Geschwistern. Der Vater blieb an der Front. Sie erzählt, dass es eine harte Zeit war. „Meine Mutter war allein mit uns, wir waren völlig mittellos, niemand wollte uns haben. Damals kamen wir bei einem Bauern unter und wohnten zu viert in einem kleinen Zimmer. Ich selbst habe immer gearbeitet. Schon als kleines Mädchen passte ich auf noch kleinere auf. Auch während meiner Schulzeit hatte ich regelmäßig Jobs, mit denen ich mir etwas dazu verdiente. Bereits früh erkannte ein Lehrer Potential in mir und machte mir den Weg frei in eine weiterführende Schule, so dass ich die Ausbildung zur Erzieherin beginnen und abschließen konnte. In dieser Zeit lernte ich meinen Mann Martin kennen, der mich gleich heiraten wollte. Wir waren beide blutjung und ich wollte mich eigentlich noch gar nicht binden, sondern die Welt kennenlernen. Es kam anders, da er mich dann doch überzeugte.“

 

Zu Irmtraut Hunekes Lebensgeschichte gehört daher als feste und beständige Größe der langjährige Weg an der Seite ihres Mannes, mit dem sie von 1962 bis zu seinem Tod im Dezember 2009 verheiratet war. Sie gründeten eine Familie, lernten gemeinsam Jesus kennen und wuchsen stetig in ihren gemeinsamen Aufgaben. Als Folge daraus schufen sie sich ein Lebens-Umfeld, in dem Glaube, Verantwortung und Gastfreundschaft ganz selbstverständlich zusammengehörten. Zwei Töchter, vier Enkel und drei Urenkel, für die sie sehr dankbar ist, sind heute Teil ihres reichen Lebens.

 

Ein weiteres Fundament bildete ihre pädagogische Ausbildung. Sie ist Pädagogin aus Leidenschaft. Mehr als 30 Jahre leitete Irmtraut Huneke eine evangelische Kindertageseinrichtung in Lüdenscheid und gründete dort bereits ein Familienzentrum, Jahrzehnte, bevor dies zum festen Bestandteil der Kitas in Deutschland wurde. Ihr war es stets wichtig, Kindern und Eltern nicht nur Strukturen mit auf den Weg zu geben, sondern echte Werte: Liebe, Vergebung und Vertrauen als gelebte christliche Grundhaltungen im Alltag. Weil sie Verantwortung beruflich nicht nur für sich selbst sondern auch für andere übernahm, engagierte sie sich parallel in der kirchlichen Gremienarbeit: 25 Jahre stand sie dem synodalen Kindergartenausschuss ihres Kirchenkreises vor. Auch das zeigt, wie sehr sie die evangelische Bildungsarbeit von Stadt und Kirche mitgestaltete – fachlich, strategisch und mit wachem Blick auf die Menschen, die ihr so sehr am Herzen liegen.

 

Irmtraut Huneke ist eine geborene Netzwerker- und Impulsgeberin, eine Visionärin, die oft weit über den „Tellerrand“ hinausschaut. Sie ermutigt und bringt zusammen, was zusammengehört. Folgerichtig, dass sie im Trägerkreis der „Christlichen Initiative Brennpunkt Erziehung“ aktiv war – dort entstand auch ihr erstes Buch. Außerdem hielt sie gemeinsam mit ihrem Mann deutschlandweit Vorträge, predigte und unterstützte christliche Veranstaltungen. Sie boten unterschiedlichste geistliche Formate an, die vielen bis heute als Türöffner für Gemeinschaft, Lebenshilfe und Glaubensgespräche gelten.

 

Hinzu kamen weitere Aufgaben, die ihr Profil als Christin in der Öffentlichkeit unterstreichen. Dazu gehört die Mitbegründung des Neugeborenen-Empfangs, ihr Engagement in der „Guten Stube Lüdenscheid“ und bei den „Christen in der Wirtschaft“, das Stadtgebet sowie „Gemeinsame Wege“ eine ökumenische Gruppe, die sich regelmäßig für christliche Events in Lüdenscheid stark macht. Daraus entstanden wiederum Einsätze bei „ProChrist“ und die jährlich stattfindende Veranstaltung „Dankesfeier zum 3. Oktober“, die des Falls der Mauer gedenkt.

 

Ein besonders eindrucksvoller Teil ihres Wirkens ist zudem die christliche Medienarbeit. Dazu gehört ihr Einsatz für „Hour of Power Deutschland“. Professor Jörg Knoblauch, der den Vorstand für Deutschland gründete, lud sie in eben jenen Vorstand ein. Sie reisten gemeinsam in die USA und besuchten dort die Familie Schuller, die Leiter von „Hour of Power“. Damit gehörte Irmtraut Huneke viele Jahren hindurch zu denen, die dazu beitrugen, dass ermutigende christliche Verkündigung bereits zuverlässig in deutschen Wohnzimmern ankam, als es weder Internet noch YouTube gab.

 

In den USA lernte sie Norman Rentrop kennen, den späteren Initiator und Gründer von Bibel-TV.  Er teilte seine Vision eines christlichen Fernsehsenders für Deutschland mit ihr. Sie war begeistert und gehört heute zu den Gründungsmitgliedern von Bibel-TV.

 

Diese Episode zeigt exemplarisch, wie Irmtraut Huneke denkt und handelt: Sie erkennt geistliche Aufbrüche, gibt ihnen Raum, vernetzt Menschen – und hilft, dass die Frohe Botschaft nicht im Verborgenen bleibt, sondern Kreise zieht. Sie liebt es zudem, unterwegs zu sein. Reisen sind für sie eine Quelle der Inspiration. Sie berichtet davon, wie Begegnungen unterwegs zu neuen Gesprächen über Glauben, Sinn und Hoffnung führen. Später bringt sie diese Erfahrungen wiederum in ihre Vorträge, Bücher und geistlichen Beiträge wie das regelmäßig in der Tagespresse erscheinende „Wort zum Sonntag“ ein. Ihr eigenes Lebensmotto „Neues entdecken – ein Leben lang“ ist dabei nicht nur einer ihrer Buchtitel, sondern Programm.

Seit 2019 steht Irmtraut Huneke als 1. Vorsitzende der Evangelischen Allianz Lüdenscheid an der Spitze eines überkonfessionellen Netzwerks, das in der Stadt sichtbare Zeichen setzt.

 

Dabei ist sie nicht nur Vorsitzende und Organisatorin, sondern vor allem Ermutigerin – zuhörend, wertschätzend, glaubwürdig. Irmtraut Huneke verleiht der „Allianz“ ein freundliches, offenes Gesicht. Sie gibt starke Glaubensimpulse in die Gruppe hinein, motiviert und moderiert die öffentlichen Veranstaltungen. Dazu gehören die „Allianzgebetswoche“ am Anfang des Jahres, die „Gemeindetage unter dem Wort“, der Stadtpark- und der Stadtfestgottesdienst. Ihr Anliegen ist stets dasselbe: Einheit in Christus leben, Vielfalt achten und die Hoffnung in Jesus Christus bezeugen.

 

Irmtraut Hunekes Lebenswerk ist reich und so umfangreich, dass es in einem Artikel unmöglich abgebildet werden kann. Mit weitem Herzen und wachem Blick hat sie die evangelische Kirche Lüdenscheids maßgeblich geprägt: in Bildung und Erziehung, in Gremien und Netzwerken, in Seelsorge und Öffentlichkeit. Sie hat Medienarbeit mitgetragen, vier Bücher geschrieben, Vorträge gehalten und immer wieder bewiesen, dass die christliche Botschaft auch im 21. Jahrhundert nichts an Brisanz und Wichtigkeit verloren hat. Sie erreicht Herzen, weil sie authentisch ist, eine Frau, in der die Flamme der Liebe Jesu beständig und heiß brennt. In allen Bereichen zeigt sich eine starke innere Haltung, die Irmtraut Huneke dauerhaft prägt: Neugier ohne Beliebigkeit, Überzeugung ohne Enge, Glauben ohne Angst.

 

So ist ihr 85. Geburtstag nicht nur ein Anlass zum Rückblick, sondern ein Fest der Dankbarkeit für ein Leben, das Brücken gebaut, Menschen ermutigt und dem Evangelium Raum gegeben hat – im Kindergarten genauso wie im Fernsehen, im Gemeindesaal wie auf Reisen. Sie beweist stets Mut, Treue und Hoffnung, die ansteckt. Ohne ihre lebendige Einzigartigkeit und ihre außergewöhnliche Präsenz würde Lüdenscheid jemand fehlen, der eigentlich ganz und gar unersetzbar ist!

 

Die vielseitigen Aspekte, ihre Bücher und Aktivitäten sind auf ihrer Webseite www.irmtrauthuneke.de detailliert abgebildet. Spannend und wechslungsreich lädt sie dazu ein, noch mehr von Irmtraut Huneke vielseitigem Engagement kennenzulernen!

Bildimpressionen von Irmtraut Huneke (alle Fotos: Kannenberg)

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