Aktuelle Artikel
Erstes Treffen von Notfallseelsorge und PSU
10.7.2026

Von Monika Salzmann
SCHALKSMÜHLE + Erstmals kamen die örtlichen Notfallseelsorger und das Team der Psychosozialen Unterstützung/Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSU/PSNV-E) im Feuerwehrgerätehaus in Winkeln zu einem gemeinsamen Treffen zusammen. Der Wunsch zusammenzukommen, sei von der PSU-Gruppe ausgegangen, erklärte Pfarrer Michael Siol, der 2017 die Leitung der Schalksmühler Notfallseelsorge von Bettina vom Brocke übernahm und das PSU-Team zusammen mit Claas Brilla leitet. Beide Gruppen arbeiten Hand in Hand, wenn es bei belastenden Einsätzen sowohl Betroffene, Angehörige oder Augenzeugen als auch die Einsatzkräfte selbst seelisch aufzufangen gilt.
Die Notfallseelsorge ist, wie Michael Siol erläuterte, schon lange – seit mehr als 30 Jahren - in Schalksmühle etabliert und wird von kirchlicher Seite organisiert. Dem Team gehören außer ihm selbst Torsten Beckmann, Sebastian Göpfert, Simone vom Hofe und Dirk Pollmann an. Das PSU-Team, dem 14 Feuerwehrleute aus allen vier Schalksmühler Einheiten angehören, sei hingegen noch im Aufbau und seit zwei Jahren für die eigenen Leute da, wenn das kameradschaftliche Gespräch nicht ausreicht, um die Bilder eines Einsatzes aus dem Kopf zu bekommen. „Von Gleichen für Gleiche“ nennt Michael Siol die Arbeit der in Kommunikation und Gesprächsführung, Stressbewältigung und Grundlagen der Psychologie geschulten Truppe. Zu ihrer Aufgabe gehört auch, zu erkennen, ob jemand über das Gespräch hinaus weiterführende therapeutische Hilfe braucht, um einen belastenden Einsatz zu verarbeiten.

Grundsätzlich, erklärt Michael Siol, seien die Einsätze beider Teams unterschiedlich. Würden Notfallseelsorger über die Leitstelle alarmiert, gehe es beispielsweise um Unterstützung bei der Überbringung von Todesnachrichten an Angehörige oder häusliche Todesfälle wie einem Suizid. „Wir sind auch oft mit dem Rettungsdienst unterwegs.“ Bei Unfällen und Katastrophen, bei denen Angehörige und Unfallzeugen seelisch aufgefangen werden müssen, sind beide Teams vor Ort. PSU-Arbeit sei zu einem Großteil auch Präventionsarbeit, sagt Michael Siol. Es gehe darum, den Einsatzkräften zu vermitteln, auf ihre Grenzen zu achten und die Verletzlichkeit der eigenen Seele im Blick zu haben. „Du musst dir nicht jedes Bild angucken.“
Früher habe es für Feuerwehrleute nach belastenden Einsätzen über das kameradschaftliche Gespräch hinaus keine derartige professionelle Unterstützung gegeben. Das habe dazu geführt, dass Feuerwehrleute – besonders im hauptamtlichen Dienst – immer wieder Langzeit erkrankt seien. Im Einsatz seien PSU-Teams in Schalksmühle beispielsweise bei einem tödlichen Alleinunfall auf der Rotthauser Straße vor zwei Jahren, bei einem Schienen-Suizid in Dahlerbrück oder bei dem tragischen Wohnhausbrand an der Hälverstraße mit einem Toten gewesen. „Das waren drei verschiedene PSU-Teams.“ Es sei üblich, über die Grenze der eigenen Kommune zu agieren. „Wir fahren auch in andere Kommunen.“ Bei der Notfallseelsorge sei es wichtig, kreisweit vernetzt zu sein. Als Referent war Michal Langner von der Berufsfeuerwehr Wuppertal, der sich ehrenamtlich in der Löschgruppe Hülscheid engagiert, zugegen. Um „Simulationstraining und Debriefing“ ging es in seinen Ausführungen. Das Simulationstraining ist wichtig, um Einsatzszenarien unter möglichst realen Bedingungen durchzuspielen und anschließend durchzusprechen.



