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Gemeinsam für ein Ziel: Der Erhalt der Flankentürmchen
24.7.2026

Von Hartmut Damschen
PLETTENBERG + Das ist höchst selten, dass so viele Menschen unterschiedlicher Vereine und von unterschiedlichen Interessengruppen ein Ziel verfolgen: Hier führte der Erhalt der schlanken Flankentürmchen der Christuskirche, die ohne die notwendige Restaurierung dem Verfall preisgegeben wären, alle zusammen. Es galt, einen Restbetrag von über 80.000 € noch zu stemmen, die die Kasse der Ev. Kirchengemeinde Plettenberg (EKGP) nicht mehr hergab. Um Spenden wurde gebeten, die allerdings recht spärlich eintrafen. Hier half nur noch eine große Aktion. Ein Spendenlauf schien das geeignete Mittel zum Zweck zu sein. Und der Schein trog nicht.
Plettenbergs Bürgermeister Ralf Beßler war von der Idee begeistert und übernahm die Schirmherrschaft. Seither wurde der Spendenlauf intensiv von zwei Seiten angeschoben: Zum einen von den Organisatoren der EKGP und zum anderen von der Stadt Plettenberg. Der Bürgermeister machte bei seinen Besuchen in Vereinen und Organisationen Reklame, während seine Mitarbeiterin Katja Gerecht die organisatorischen Aufgaben zur Planung und Umsetzung der angemeldeten Teilnehmer mit ihren Ständen und Angeboten übernahm.
Die Kirchengemeinde sorgte für die Informationen der Läufer und für die Angebote aus den Mitgliedern der Gemeinde.
Schließlich kam der Tag, an dem alles zusammenströmte. So gut vorbereitet, wie dieses Ereignis war, lief alles wie am Schnürchen. Den Auftakt machte der gut besuchte Gottesdienst, den Pfarrbeauftragter Johannes Westhoff hielt. Er erzählte von der Gemeinschaft der Gläubigen in seinen Anfängen, die sich auch heute noch fortsetzt. Früher ohne ein Kirchengebäude, wie es heute der Treffpunkt einer lebendigen Gemeinde ist. Als Sinnbild zeigte er einen Stein aus dem Gemäuer der Christuskirche, der ca. 800 Jahre alt ist. Alt, aber mit Lukas 19,40 verdeutlichte Westhoff: „Damals rieten Pharisäer, die Apostel mit ihren Lobpreisungen zum Schweigen zu bringen, worauf Jesus antwortete: „Wenn diese schweigen, werden die Steine schreien.“ Aber dazu wollen wir es nicht kommen lassen.“
Den Gottesdienst begleitete der Kirchenchor unter der Leitung von Verena Knabe und Jannick Rosner an der Orgel.
Draußen vor der Kirche hatten in der Zeit fleißige Hände die letzten Vorbereitungen zum Spendenlauf vollendet. Der Presbyteriums-Vorsitzende Peter Winkemann begrüßte die zahlreichen Besucher und Läufer, Dombaumeister Gunter Rohrberg gab Informationen zu den Flankentürmchen und Bürgermeister Beßler gab nach einigen einführenden Worten schließlich das Startkommando für die ersten Läuferinnen und Läufer. Zur Sicherheit war das DRK Plettenberg mit 3 Damen und 7 Herren sowie ihren Einsatzwagen dabei. Ihr Resümee: „Außer einem blutigen Zeh keine besonderen Vorkommnisse.“
Zwischenzeitlich hatten alle Stände geöffnet. Die immer rührige Continentale mit Waffeln und einem Glücksrad, die türkischen Kulturvereine DITIB und ELIF mit Spezialitäten und Speisen, das Radprax-Krankenhaus gemeinsam mit den Grünen Damen und Herren, dem Seniorenzentrum und dem Förderverein mit Herzhaftem vom Grill und leckeren Fruchtspießen, FunWays mit einem Spielautomaten für flinke Augen und flinke Finger, JP Servicefee und Kindertagespflege Plettenberger Zwerge am gemeinsamen Stand mit Wassereis, Glitzertattoos und Bastelaktionen, die Ev. Landeskirchliche Gemeinschaft Holthausen mit Infos und Spielen, die Christliche Bücherstube mit ihrem Bücherverkauf, der Plettenberger Turnverein (PTV) mit einem Luftballon-Künstler und einem Schätzspiel, Kursana Quartier aus Sundern-Allendorf mit Infos und einem Dosen-Wurfspiel, RB-Makler und das „DRK-Familienzentrum Am Saley“ an einem gemeinsamen Stand mit Waffeln und Softeis, der Skiclub Oestertal mit Grill- und Currywurst, den Drillingen und einem Dip sowie die Kath. Kirchengemeinde St. Laurentius mit einem Helferteam und bunten Tattoos. Nicht zu vergessen die Verpflegungsstände der EKGP mit Getränken, Torten, Kuchen, dem Kaffeemobil und den vielen Helfern an Start und Ziel sowie unterwegs auf den Laufstrecken.
Die Kinder konnten sich in der Hüpfburg vergnügen, während sich Interessierte bei einer der vielen Kirchenführungen von Renate Chowanetz informieren ließen. Eine Kirchenrallye machte Kindern Spaß, einmal die Christuskirche näher kennenzulernen. Ging man vom Maiplatz zur Christuskirche, führte der Weg unweigerlich am ehemaligen „Schadwinkel“ vorbei. Das Haus ist zu einem Schmuckstück in der Wilhelmstraße geworden. Das dort ansässige Ingenieurbüro ECOplans und das mit in das Haus eingezogene Büro der „Twinners“ hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen: Sie kreierten Plakate im gleichen Design mit dem Wortlaut: Danke, dass ihr für uns die Glocken weiter läuten lasst.“ Ein Blickfang auf dem Weg zur Kirche. In der Kirche zeugten mehrere Tafeln vom aktiven Gemeindeleben beispielsweise für Frauen, Konfirmanden, Erwachsene, Mitarbeiter und mehr in verschiedenen Bereichen.
Die ganze Zeit über bot gegen einen Spendenbetrag der Dombaumeister Fahrten mit dem Lastenaufzug bis hoch über die Dächer der Stadt zum derzeit in Bearbeitung befindlichen nördlichen Flankenturm an und wurde nicht müde, den Besuchern die Besonderheiten an den Türmen und die aktuellen Arbeiten zu erläutern.
Währenddessen drehten die Läufer ihre Runden. Von 4 Runden bei den Kleinsten bis zu 100 Runden bei den Geübten und Ehrgeizigen reichte das Spektrum. Je mehr Runden, desto größer der am Ende erreichte Spendenbetrag. Sobald der gesamt erzielte Spendenbetrag feststeht, wird er von den Verantwortlichen nachgereicht. Wegen der Ferienzeit wird das wohl erst Anfang September sein. Wir werden berichten.



