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Porträt: Hans-Werner Sobottka

7.8.2026

Hans-Werner Sobottka, der zum Erlöserkirchen-Jubiläum Drucke seiner Kirchengemälde beisteuerte, hat alle Gassen der Lüdenscheider Altstadt im Bild festgehalten. (Foto: Salzmann)

Von Monika Salzmann

 

LÜDENSCHEID + Viele Bilder zeigen Lüdenscheid, wie es einmal war: die neue und alte, inzwischen abgerissene Kreuzkirche an der Worthstraße in unmittelbarer Nachbarschaft oder Stüttinghausen – noch unbebaut. „Mit gefällt alles an Lüdenscheid“, sagt Hans-Werner Sobottka (88), der jüngst zum Jubiläumsfest „200 Jahre Kirchenschiff“ Erlöserkirche eine sehenswerte Ausstellung aller Lüdenscheider Kirchen – dem Alter nach gestaffelt -  beigesteuert hat. Die gedruckten Versionen der wesentlich größeren Originalgemälde, die der passionierte Hobbymaler bei sich zu Hause verwahrt, schmücken bis jetzt das Gemeindehaus. „Die Bilder hat vorher noch nie jemand gesehen“, sagt er. Die 21 Kirchen – ob genutzt oder ungenutzt - einschließlich der Gebäude Freier christlicher Gemeinden sind seine letzten Arbeiten. „Die Kirchen sind mein Abschluss der Malerei. Seitdem male ich nicht mehr.“ Aufgrund nachlassender Sehkraft nicht mehr seinem liebsten Hobby nachgehen zu können, fällt ihm schwer.

Die Erlöserkirche mit der oberen Wilhelmstraße stand Pate für dieses Bild. (Foto: Salzmann)

Gebürtig aus Elbing in Westpreußen, wo der Vater einen großen Schreinerbetrieb besaß, kam Hans-Werner Sobottka über Lindau im Harz und Kierspe nach Lüdenscheid. Mit 15 Jahren, nach einer Erholungszeit auf Borkum, begann er selbst eine Schreinerlehre, schulte später aus gesundheitlichen Gründen auf Bauzeichner um und war zuletzt 31 Jahre im Vermessungsamt der Stadt Lüdenscheid tätig. In Stüttinghausen, wo er wohnt, fühlt er sich wohl. „Ich habe schon in der Schule gern gemalt“, erzählt der Lüdenscheider, der beim Erlöserkirchen-Jubiläum auch im Posaunenchor saß und an der festlichen musikalischen Ausgestaltung des Festgottesdienstes mitwirkte. Bekannte, häufig gespielte Lieder kann er allesamt auswendig spielen.

 

Ein Maler, der für ihn Vorbild wurde, ist Hein Hoppmann, der vor allem Landschaftsgemälde in Spachteltechnik schuf. Auch in Hans-Werner Sobottkas Oeuvre spielen Landschaften eine wichtige Rolle. Viele Aussichten – sei’s von der Homert, sei’s von der Gasmert – hat er in seinen Bildern festgehalten. Darüber hinaus reizten ihn Gebäude, Straßen und Plätze seiner Heimat ein ums andere Mal. Schloss Neuenhof, die Straßen und Gassen der Altstadt, das Kindergässchen, das inzwischen sein Aussehen deutlich verändert hat, Haus Rhade in Kierspe und viele andere Stadtansichten. In unterschiedlichsten Techniken – in Öl, Acryl, als Federzeichnung, Aquarell oder mit Pastellkreide – hat der 88-Jährige, der eine Zeitlang dem Lüdenscheider Künstlerbund (ehemals Kreativkreis Kirchplatz) angehörte und sich an dessen Ausstellungen beteiligte, Lüdenscheid und Umgebung gemalt.

Die alte Kreuzkirche in der Worth, die sich auf dem Gemälde noch in unmittelbarer Nachbarschaft der neuen Kreuzkirche befindet, ist längst verschwunden. (Foto: Salzmann)

Mehrere Zimmer füllen seine vielen Bilder, aus denen zeichnerisches Können, eine klare Darstellung von Räumlichkeit, Sinn für die Farbgebung und einen wirkungsvollen Kompositionsaufbau sprechen. Auch Urlaubsorte inspirierten Hans-Werner Sobottka, der sich seine künstlerischen Kenntnisse selbst aneignete, immer wieder zum Malen. Impressionen von Rügen, Ramsau, Borkum und anderen Orten finden sich in seiner Sammlung – manchmal an Ort und Stelle gemalt, manchmal im Nachhinein vom Foto auf die Leinwand gebracht. Dass der Lüdenscheider auch Blumen mag und sich selbst an Porträts, hier und da auf seine eigene Art sogar an einen Kandinsky heranwagt, ist nicht zu übersehen.

Auch die Auferstehungskirche , die seit zehn Jahren geschlossen ist, gehört zum Kirchen-Zyklus des Lüdenscheider Malers. (Foto: Salzmann)

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