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Adonia-Musical: „Willkommen daheim – Der verlorene Sohn“

14.8.2026

Rund 70 Kinder führten in Plettenberg das Adonia-Musical: „Willkommen daheim – Der verlorene Sohn“ auf (Foto: Damschen)

Von Hartmut Damschen

 

PLETTENBERG + Es ist jedes Mal für die Ev. Kirchengemeinde Plettenberg als Gastgeber ein ganz großes Ereignis, wenn es wieder heißt: Bühne frei für das neue Adonia-Musical! Jedes Mal ist der Andrang der Besucher vor dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus groß, so groß, dass an dem Tag auch einige Gäste keinen Zutritt mehr bekamen.

 

Presbyteriumsvorsitzender Peter Winkemann hieß die Besucher in dem vollbesetzten Saal des Dietrich-Bonhoeffer-Haus willkommen und bedauerte, dass aus brandschutztechnischen Gründen weitere Besucher abgewiesen werden mussten. Doch Sicherheit hat stets Vorrang.

 

Projektleiter Jonathan Mühlberg betrat die Bühne, erzählte ein wenig aus dem Nähkästchen, indem er einen kleinen Einblick in die Tage zuvor gewährte und stimmte so auf den Beginn des Musicals ein.

 

Das neue Adonia-Musical hat den Titel: „Willkommen daheim – Der verlorene Sohn“.

Die eigentliche Geschichte vom verlorenen Sohn wäre schnell erzählt, wenn nicht rund 70 Kinder sie spielerisch, musikalisch, tänzerisch und mit viel Spaß am Geschehen wiedergeben würden. Das geschah mit so viel Können, dass man als Zuschauer glatt die Arbeit hätte übersehen können, die mit einer solch reibungslos und mitreißend vorgetragenen Leistung verbunden ist.

 

In Lukas 15 wird von Jesus berichtet, über den sich die Pharisäer und Schriftgelehrten erregten, weil er ihnen zu gut mit den Sündern und Zöllnern umging. Darauf entgegnete Jesus ihnen mit drei Gleichnissen. Eines davon war das Gleichnis vom verlorenen Sohn.

 

Das Musical greift die Geschichte auf und lässt durch die jungen Akteure die Besucher mit vielen Liedern, Spielszenen und Solis an dem Gleichnis teilhaben. Ein Gutsherr will seinen Söhnen mehr Verantwortung übertragen und diese Entscheidung mit einem Fest feiern. Der ältere Sohn will, wie bisher, ihn nicht enttäuschen und auch weiterhin sein Bestes geben. Der jüngere Sohn aber möchte sein Erbteil ausgezahlt haben und auswandern. So geschieht es auch. Der jüngere Sohn, nennen wir ihn „Jaron“, entflieht dem vermeintlich zu engem Zuhause und fühlt sich damit endlich frei. Endlich geht sein Leben los. Geld hat er ja genug, einen ganzen Koffer voll. Es wäre nicht ein Stück von Adonia, wenn nicht die Kommentare der Dienerinnen beispielsweise in die heutige Zeit passen würden. Mit „So ein verwöhnter Schnösel!“, und „Der jüngere Sohn ist so ein Depp“ lassen sie ihrem Unverständnis freien Lauf.

 

Doch angekommen in einem anderen Land gerät „Jaron“ an falsche Freunde und in ein Spielcasino. Dort ist sein Reichtum schnell verprasst und bettelarm muss er Schweine hüten. Als er vor lauter Hunger Futter aus dem Schweinetrog isst, kommt ihm doch schließlich die Erleuchtung und er besinnt sich: „Selbst die Tagelöhner bei meinem Vater hatten genug zu essen. Ich bin Gott und meinem Vater gegenüber schuldig geworden. Ich bin es nicht mehr wert sein Sohn zu sein.“ Doch er fasst sich ein Herz und geht demütig zu seinem Elternhaus zurück. Arm und zerlumpt nähert er sich dem Heimathaus. Dort hält aber sein Vater wie jeden Tag Ausschau nach ihm: „Mein Sohn. So lange ist es jetzt schon her. Ob es dir wohl gut geht? Ich vermisse Dich. Meine Pläne für dich sind immer noch voller Hoffnung und Zukunft. Ich warte auf dich.“ „Jaron“ fällt vor seinem Vater auf die Knie, bekennt seine Schuld und bereut. Der Vater schließt jedoch glücklich seinen Sohn in die Arme, lässt ihn mit dem besten Gewand kleiden und beschließt das Mastkalb zu schlachten, um ein Fest anlässlich der Rückkehr seines verlorenen Sohnes zu geben. Der ältere Sohn kommt von der Feldarbeit zurück und kann es nicht glauben, dass sein Vater „Jaron“ wieder aufnimmt: „Wie unfair ist das denn? Ist der Vater jetzt völlig übergeschnappt?“ Mit diesen Worten reiht sich der ältere Sohn in den Chor ein und sie singen das Lied: „Mein Vater spinnt“. Da tut eine Aussprache zwischen dem Vater und dem älteren Sohn not.

 

Ein Riesenapplaus der Besucher war der Lohn für die Leistungen der jungen Künstler. Manch einer ist, so klein er schien, dabei über sich selbst herausgewachsen. Denn ein paar Zahlen verdeutlichen, wie sehr sich die rund 70 Kinder für das Musical engagiert haben. In dem Jugendcamp in Schwerte vermittelten 12 Akteure an gerade mal 5 Tagen den Kindern Gesang und Choreografie. 13 Lieder wurden einstudiert, weitere Texte gelernt und Szenen geprobt. Damit schafften die Kinder es auf Musical aufführen zu können. Was für eine großartige Leistung!

Bildimpressionen vom Adonia-Musical in Plettenberg (alle Fotos: Damschen)

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