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„Liebe mit hochgekrempelten Armen“

25.8.2026

Für Holger Bungenberg steht dieses große Kreuz für das, worum es ihm in all den Jahren in Lüdenscheid gegangen ist: „Dass Jesus in der Mitte bleibt“ (Foto: Görlitzer)

Von Bettina Görlitzer

 

LÜDENSCHEID + Wenn er etwas aus Lüdenscheid hätte mitnehmen dürfen, wäre es das große massive Holzkreuz, das seit einigen Jahren im Altarraum der der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) an der Börsenstraße steht, sagt Holger Bungenberg. Das ist natürlich viel zu groß, aber es hat für ihn eine besondere Bedeutung: „Es steht für das, worum es mir in all den Jahren gegangen ist: Dass Jesus in der Mitte bleibt“, stark und fest verankert, wie dieses Kreuz. Bis zu diesem Sommer war der 62-Jährige Pastor der FeG in Lüdenscheid und hat sich in dieser Funktion auch über Gemeindegrenzen hinweg einen Namen gemacht.

 

Er engagierte sich unter anderem in der Evangelischen Allianz in Lüdenscheid und gehörte zu den evangelischen Autoren der Sonntagskolumne. Aber auch in der in der Stadt seit Jahren gewachsenen überkonfessionellen Zusammenarbeit sowie ganz allgemein im Stadtgeschehen, vor allem, wenn es um Hilfsprojekte ging, war Bungenberg präsent. Die Gottesdienste beim Stadtfest oder während der Kirmes im Autoscooter nennt er als Beispiele für Ökumene. „Ich empfinde große Dankbarkeit für eine intensive Zeit und die Begegnungen, die da waren“, sagt er im Rückblick.

Verabschiedung Holger Bungenberg: Die Gemeindeleitung der FeG, hier mit Petra Fleger und Jens Fischer, bedankte sich für die vielen Akzente, die Bungenberg an der Börsenstraße gesetzt hat (Foto: Görlitzer)

Entsprechend platzten die Räume der Freien evangelischen Gemeinde bei seiner Verabschiedung aus allen Nähten: Viele Gemeindemitglieder und Weggefährten aus der Stadt, die mehr als zehn Jahre sein Zuhause war, wollten sich von Holger Bungenberg verabschieden. Unter den Gästen war auch eine Delegation aus Cuxhaven, seiner neuen – und auch alten - Wirkungsstätte. Denn bevor Bungenberg, der gebürtig aus Waldbröl bei Gummersbach stammt, nach Lüdenscheid kam, war er bereits 14 Jahre Pastor der Freien evangelischen Gemeinde in Cuxhaven, in die er nun zurückgekehrt ist. „Aber nicht nur ich habe mich seitdem weiterentwickelt, auch die Gemeinde und die Stadt haben sich verändert.“

 

Bungenberg, betont, dass er gerne Pastor in Lüdenscheid war, gerade in diesen herausfordernden Zeiten. Er kam kurz nachdem die FeG ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert hatte und bevor die Flüchtlingswelle auch über Lüdenscheid schwappte. Es folgten die Pandemie, die Sperrung der Rahmedetalbrücke und der Ukrainekrieg, mit allen bekannten Folgen. Während der Pandemie sei es zum Beispiel mit regelmäßigen Videobotschaften gelungen, trotz Distanz die Nähe zu den Gemeindemitgliedern zu erhalten. Und so seien in den vergangenen elf Jahren viele Prozesse in Gang gesetzt worden, „in denen wir miteinander etwas bewegt und umgesetzt haben.“

 

Besonders bewegt hat ihn in seiner Zeit in Lüdenscheid die große Hilfsbereitschaft, die er sowohl innerhalb der FeG als auch weit über Gemeindegrenzen hinaus erlebt habe. Bungenberg spricht von „Liebe mit hochgekrempelten Armen“, die er beobachtet und mitgestaltet hat. „Die Menschen machen nicht viele Worte, aber sie helfen.“

 

Aber „jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, zitiert Bungenberg den Schriftsteller Hermann Hesse. Es sei einfach Zeit für etwas Neues. Auf jeden Fall wird Holger Bungenberg weiter sein Ziel verfolgen, „dass Menschen mündig glauben lernen, nicht nur übernehmen, was andere sagen, sondern selbst denken, prüfen, beten, Verantwortung übernehmen.“ Er möchte seinen Beitrag leisten, damit „wir liebevoll und ehrlich miteinander umgehen, auch wenn wir unterschiedliche Vorstellungen haben.“

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