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Baumhauscamp erneut ein voller Erfolg
31.8.2026

Von Monika Salzmann
HALVER + Mit eintägiger „Verspätung“ – einer Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes vor Gewittern mit schweren Sturmböen und Starkregen geschuldet – gewährten Mitarbeiter und Jugendliche, die in den ersten beiden Ferienwochen im Wald bei Schmidtsiepen spannende Baumhauscamp-Tage erlebt hatten, Angehörigen am Freitag Eintritt ins Camp und Zugang zu ihrem selbst gebauten Baumhaus. 19 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren nahmen in diesem Jahr am Baumhauscamp des CVJM Kreisverbandes teil.
Unter Leitung von Kreisverbandssekretär Maximilian Rößle, der den kurzzeitigen Umzug der Jugendlichen während des Sturms ins CVJM-Heim und die Verschiebung des Besuchstags als „genau richtige Entscheidung“ bezeichnete, erlebte die Gruppe abenteuerliche Ferientage in der Natur. Gemeinsam bauten Mitarbeiter mit beruflicher Erfahrung und Jugendliche ein bewohnbares Baumhaus – von Knoten und Seilen gehalten – und wuchsen zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammen. Nur kleine Materialschäden, die sich beheben ließen, richtete der Sturm im Baumhauscamp an.
Aus dem gesamten südlichen Märkischen Kreis von Werdohl bis Halver, Schalksmühle und Lüdenscheid nahmen Jugendliche am Baumhauscamp als neuer Form christlicher erlebnispädagogischer Jugendarbeit teil. Betreut und versorgt wurden sie von 20 Mitarbeitern, von denen viele Sonderurlaub für die Freizeit eingereicht hatten. Vier von ihnen bildeten das Küchenteam, das die jungen Baumeister mit allen Mahlzeiten versorgte. Die anderen Mitarbeiter leiteten die Jugendlichen zum Bauen des Bauhauses, das schneller fertig war als erwartet, an und beteiligten sich am Programm, das gemütliches Beisammensein am Lagerfeuer, Großgruppenspiele, geistliche Impulse und andere Aktivitäten einschloss. Zum Bauen des mehrstöckigen Baumhauses mit Plattformen auf etwa 2 und 5/6 Metern Höhe, das Schlafplatz unter freiem Himmel und Rückzugsort war, leitete Bauingenieur Maximilian Wohlrath, der auch im „richtigen Leben“ Bauleiter ist, die Jugendlichen an.
Die erste Ferienwoche konzentrierten sich die Teilnehmer auf das Bauen ihres Holzhauses – diesmal bewusst ohne „Dach“ konstruiert - zwischen mächtigen Bäumen. Nebenbei lernten sie dabei, sich sicher in den Bäumen zu bewegen. In der zweiten Woche erlebten sie spannendes Campleben, besuchten die Herpine, halfen der Heesfelder Mühle beim Kampf gegen invasive Pflanzen und „befreiten“ bei einem Geländespiel einen Eingeschlossenen aus dem Aussichtsturm. „Wir waren noch nie so schnell“, lobte Maximilian Rößle die Schnelligkeit der Gruppe, zu der einige „Wiederholungstäter“ gehörten, beim Baumhaus-Bau. Den Jugendlichen zeigen zu können, dass etwas in ihnen steckt und sie Herausforderungen meistern können, ist für ihn das Besondere des Camps. Wenn die jungen Baumeister ihren Eltern stolz zeigen, welchen Teil des Baumhauses sie gebaut haben, kommt auch bei ihm Freude auf.
Handys – im Camp verpönt – habe niemand vermisst. Dies bestätigten Julia und Rebecca Wohlrath, die bereits zum dritten Mal an einem Outdoor-Camp des CVJM teilnahmen. „Uns hat das sehr gut gefallen. Das ist jedes Mal ein neues Abenteuer.“ Man lerne jedes Mal etwas Neues hinzu. Spannend fanden die beiden auch das Schlafen unterm Sternenhimmel und das Aufwachen mit Vogelzwitschern oder einem vorbeihuschenden Eichhörnchen. „Man kann gut einschlafen. Oft waren die Grillen lauter als wir.“ Die zwei Wochen seien so schnell wie „gefühlt eine Woche“ vergangen.
Inzwischen ist das Baumhaus wieder abgebaut und der Wald in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Wegen der aufwendigen Genehmigungsverfahren hofft der CVJM, im kommenden Jahr wiederkommen zu dürfen. Vor den Eltern hatten die Jugendlichen bereits Besuch des Grünen Landtagsabgeordneten Dr. Gregor Kaiser aus Lennestadt, Sprecher für Wald und Nachhaltigkeit sowie Haushaltskontrolle – Vorsitzender des Integrationsausschusses, der auf einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb aufwuchs und sich schon immer für ökologische Zusammenhänge interessierte. Mit großem Interesse ließ er sich die Abläufe im Camp erklären und stellte sich im persönlichen Gespräch den Fragen der Jugendlichen. Um Wald und Natur, Trockenheit und den Klimawandel, aber auch um Krieg und Frieden sowie die Wehrpflicht ging es in den Gesprächen.



