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„Wir wünschen uns, dass die Menschen merken, dass Gott ihr Bestes will und wir das ausstrahlen“
14.9.2026

Von Ursula Dettlaff-Rietz
HALVER + Seit 2010 gehört Heike Esken dem Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Halver an, 2012 übernahm sie dessen Vorsitz. „Gerade in diesen Zeiten, in denen es immer weniger Pfarrer gibt, ist ehrenamtliches Engagement wichtig, um den Pfarrerinnen und Pfarrern den Rücken für ihre eigentlichen Aufgaben freizuhalten“, sagt sie.
Zu diesen Aufgaben der Pfarrer und Gemeindepädagogen gehören die Seelsorge sowie die Gestaltung von Gottesdiensten, Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen. Für viele weitere Aufgaben in der Kirchengemeinde engagieren sich vor allem ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit ihrem Einsatz tragen sie maßgeblich dazu bei, dass das Gemeindeleben in seiner ganzen Vielfalt weiterhin möglich bleibt.
Bereits als Zwölfjährige engagierte sich Heike Esken im CVJM. In der Nikolaikirche wurde sie konfirmiert, leitete später den Mädchenkreis und nahm an Allianzgebetsabenden sowie an Jugend- und später Erwachsenenkreisen teil.
Als Heike Esken 2010 in das Presbyterium gewählt wurde, war Pfarrer Christoph Dickel dessen Vorsitzender. „Damals fand ein Generationswechsel statt. Die finanzielle Situation war noch solide, aber nicht mehr so üppig wie in den 1970er- und 1980er-Jahren“, erinnert sie sich.
Aktuell besteht das Presbyterium aus zwölf Mitgliedern. Bei der letzten Wahl im Jahr 2024 wurden mit Sabine Kramer und Domenic Blätgen zwei neue Mitglieder gewählt. Als Jungpresbyter gehört zudem Niklas Hammann der Gemeindeleitung an.
„Beschlüsse werden demokratisch und mehrheitlich gefasst“, erläutert Heike Esken. Kampfabstimmungen habe es bisher nicht gegeben. „Bei wichtigen Entscheidungen machen wir zunächst eine Vorabstimmung. Fällt das Ergebnis zu knapp aus, wird weiter beraten, bis ein für alle tragfähiger Kompromiss gefunden ist“, erklärt sie.
Kurz vor Weihnachten 2012 stellte sich heraus, dass das Mauerwerk unter dem Dach der Kirche einsturzgefährdet war. Die Folge: Die Kirche musste geschlossen werden. „Wir waren dankbar, dass uns Nachbargemeinden Räume zur Verfügung gestellt haben“, sagt die Vorsitzende des Presbyteriums. Trotz aller Unterstützung war diese Zeit für die Gemeinde und auch für Heike Esken als neue Vorsitzende eine große Herausforderung.
Das nächste große Projekt war der Neubau der Kita Pusteblume. Auch das war keine einfache Aufgabe für die Kirchengemeinde. Durch den Einsatz vieler engagierter Menschen konnte jedoch eine sehr gute Lösung gefunden werden. Die Wohnungsgesellschaft Halver-Schalksmühle mbH wurde als Partner gewonnen und übernahm die Eigentümerschaft. Der Bauausschuss der Kirchengemeinde brachte seine Vorstellungen für das Gebäude ein und begleitete die Bauphase. Anschließend wurde die Kirchengemeinde Mieterin der Einrichtung.
Doch die baulichen Herausforderungen endeten damit nicht. Im vergangenen Jahr musste das Dach des Gemeindehauses repariert werden. Weitere Sanierungen stehen bereits bevor. So sollen noch barrierefreie Toiletten und ein Aufzug eingebaut werden. In Zeiten knapper Kassen müssen Presbyterien daher besonders engagiert und kreativ handeln, um solche Projekte umzusetzen. Dem Leitungsgremium um Heike Esken scheint dies erneut gut zu gelingen. Fördermittel wurden beantragt, weitere finanzielle Mittel sollen durch Fundraising eingeworben werden.
Auch personell gab es in den vergangenen Jahren Veränderungen. Pfarrer Hans-Jürgen Patro verließ die Gemeinde, sein Nachfolger wurde Pfarrer Martin Pogorzelski. Auf den Gemeindepädagogen Karsten Drescher folgte Carsten Waldminghaus. Jugendreferent Jonathan Kasten wechselte nach Marburg, neue Jugendreferentin wurde die gebürtige Halveranerin Svenja Höngen. „Wir haben immer wieder personelle Veränderungen bei unseren Hauptamtlichen erlebt“, schildert Heike Esken. „Besonders einschneidend war die Verabschiedung von Pfarrer Christoph Dickel. Seitdem ist es noch nicht gelungen, diese Pfarrstelle neu zu besetzen“, erklärt sie. „Wir vertrauen aber darauf, dass Gott uns begleitet, uns führt und die Dinge so werden, dass sie für die Gemeinde und die Menschen in der Stadt förderlich sind.“
Auch die Angebote der Gemeinde haben sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert. Manche Veränderungen entstanden aus neuen Ideen und Überlegungen, andere wurden durch äußere Umstände notwendig. Ein besonders einschneidendes Erlebnis war dabei die Corona-Pandemie. Damals war das Presbyterium gezwungen, viele Dinge anzupassen. Zugleich entstanden aber auch gute Entscheidungen und neue Ideen, die bis heute Bestand haben. So wurde beispielsweise das Grillen auf dem Kirchplatz ins Leben gerufen, das Nikolai-Grillen. Dieses Angebot gibt es noch immer, denn auch dadurch sollen Menschen Jesus kennenlernen.
„Das ist der eigentliche Grund, warum wir im Presbyterium sind und uns so für unsere Kirchengemeinde engagieren“, sagt Heike Esken. Alle vier bis fünf Jahre kommt das Gremium zu Perspektivtagen zusammen. Dann steht die Frage im Mittelpunkt, was verändert werden kann, um Menschen noch besser anzusprechen.
Für die Gemeinde und die Stadt wünscht sich Heike Esken, dass die Menschen erkennen, welche positiven Veränderungen ein Leben mit Gott bewirken kann.
„Und dass die Menschen merken, dass Gott ihr Bestes will und wir als Kirchengemeinde genau das ausstrahlen.“



