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Seit der Kindheit eng mit der Kirche verbunden
23.9.2026

Von Ursula Dettlaff-Rietz
HALVER-OBERBRÜGGE + Wie bei vielen Menschen, die sich ehrenamtlich in der Kirche engagieren, führte auch Roland Pfeiffers Weg über den CVJM in Oberbrügge. Bei den wöchentlichen Kinder- und Jugendgruppen wurde gebetet und gesungen. Auch Schnitzeljagden und gemeinsame Freizeiten erfreuten sich großer Beliebtheit. „Das hat mich als Kind geprägt“, erinnert sich Pfeiffer. Viele Jahre besuchte er den Kindergottesdienst.
Als 1969 die neue Kirche fertiggestellt wurde, gehörte er zur ersten Konfirmandengruppe. „Wir waren die 1. Konfirmandengruppe hier“, berichtet er. Pastor Thunig sprach ihn damals an und fragte, ob er sich eine Mitarbeit als Helfer im Kindergottesdienst vorstellen könne. Nach Abitur und Studium sowie einigen Jahren im Großraum München kehrte Pfeiffer nach Oberbrügge zurück. Heute lebt er mit seiner Familie im Haus neben seinem Elternhaus. Beruflich ist er als selbstständiger Landschaftsarchitekt tätig. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Umgestaltung von Friedhöfen.
Im Jahr 1998 wurde er beratendes Mitglied im Bauausschuss der Ev. Kirchengemeinde Oberbrügge. Zum 9. April 2000 wählten ihn die Gemeindemitglieder in das Presbyterium. Acht Jahre später übernahm er als Kirchmeister die Nachfolge von Klaus Fastenrath. Seit Januar 2015 ist Roland Pfeiffer Vorsitzender des Presbyteriums.
Zu seinen Aufgaben gehören insbesondere Bau- und Friedhofsfragen. Er begleitet Baumaßnahmen und Renovierungen der Kirchengemeinde und initiierte unter anderem die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gemeindesaals. Ein weiteres großes Projekt ist die Gestaltung und Neukonzeption des Friedhofs.

So wurden Bänke, eine Baumallee, neue Grabformen, Pflanzen, die Teichanlage und Nistkästen zu 80 Prozent durch das Leader-Förderprogramm „Oben an der Volme“ finanziert. Auch Erdröhren gehören inzwischen zum vielfältigen Grabangebot. „Wir werden an bestehenden Mauern Urnenhochbeete anbieten, zu denen man über Betonplatten laufen kann. Die Urnen befinden sich auf Tischhöhe“, erläutert Pfeiffer.
Darüber hinaus ist ein Urnengrabfeld geplant, auf dem Namensplatten vorgesehen sind. Dort sollen Stauden gepflanzt werden; die Pflege übernimmt ein Gärtner. Auch das Aufstellen von Urnenstelen ist angedacht. „Wir fangen mit einer an und schauen, wie sie angenommen wird“, blickt Pfeiffer voraus.
Die vorgesehenen Edelstahlröhren werden rund 80 Zentimeter tief in die Erde eingelassen und bieten Platz für mehrere Urnen. Mit dieser Grabform entspricht die Kirchengemeinde dem Wunsch vieler Menschen, am gleichen Ort bestattet zu werden, ähnlich wie bei einem Doppelgrab. Den Abschluss der Röhre bildet ein Bronzedeckel, auf dem ein Bronzeschild mit Namen sowie Geburts- und Sterbedatum angebracht werden kann.
Neben seinem Engagement für den Friedhof setzte sich Roland Pfeiffer auch nach der Flutkatastrophe im Jahr 2021 für Betroffene ein. In der Löwensiedlung, der Heerstraße und im Bereich Vömmelbach waren zahlreiche Keller vollgelaufen. Waschmaschinen, Trockner, Kühl- und Gefrierschränke wurden dabei zerstört.
Gemeinsam mit Edith Kroll organisierte Pfeiffer eine Spendenaktion. Dank der Unterstützung der Rotarier in Kierspe und zahlreicher Unternehmen kamen mehr als 70.000 Euro zusammen. Die Kirchengemeinde Oberbrügge unterstützte die Betroffenen bei der Wiederbeschaffung von Haushaltsgeräten, leistete finanzielle Hilfe und half beim Ausfüllen von Formularen. Hinzu kamen notwendige Renovierungsarbeiten. Parkettböden mussten erneuert werden, Tapeten hatten sich mit einem Gemisch aus Wasser und Öl vollgesogen. Die betroffenen Räume mussten trocknen und anschließend renoviert werden.
Heute steht die Kirchengemeinde immer mehr vor eigenen Herausforderungen und dennoch blickt Roland Pfeiffer optimistisch auf die Zukunft seiner Gemeinde. „Mir liegt die Kirchengemeinde am Herzen. Die Enkelkinder wurden hier getauft. Das Presbyterium ist bemüht, dass die Kirchengemeinde bestehen bleibt“, betont er.
Als eine der kleinsten Gemeinden im Kirchenkreis bildet Oberbrügge heute gemeinsam mit Halver und Brügge-Lösenbach einen Kooperationsraum. Mehrmals im Jahr finden Abstimmungsgespräche zwischen Pfarrern und Presbyteriumsvorständen statt. Dabei geht es insbesondere um die Zukunft der gemeindeeigenen Gebäude.
Für Roland Pfeiffer bleibt dabei ein Leitgedanke besonders wichtig: „Wir sind aufgerufen, unserem Leitspruch zu folgen: Unsere Gemeinde ist ein lebendiges und fröhliches Zuhause, weil Gottes Liebe sie erwärmt. Wir wollen diese Liebe weitergeben und miteinander Leben gestalten.“



