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Gottes- und Nächstenliebe
25.10.2026

Ein Pharisäer, der Jesus „prüfen“ will, fragt ihn nach dem wichtigsten Gebot im Gesetz des Volkes Israel im Alten Testament. Das wichtigste der 248 Gebote und 365 Verbote soll Jesus in seiner Antwort benennen! Souverän antwortet Jesus: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken.“
Aber Jesu Worte weisen über dieses erste Gebot hinaus und betonen das zweite ebenso wichtige Gebot: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“
Das von Jesus in seinen Worten und Taten gelebte Gebot der Gottes- und Nächstenliebe ist ein Gesetz der Liebe. Ohne Liebe bleibt jedes Gesetz leer und nichtssagend.
Wer Gott lieben will, muss den Mitmenschen im Blick der Liebe behalten und ebenso auch sich selbst liebend annehmen. Wer sich selbst nicht leiden kann, sich selbst nicht so wertschätzen kann, wie Gott dies tut, kann Worte und Taten der Liebe nicht an andere weitergeben. Die Gottes- und die Nächstenliebe ist nach jüdischer und christlicher Auffassung die Grundlage menschlichen Zusammenlebens. Beispiele für die Worte Jesu finden sich an vielen Stellen der Bibel. So fordert Jesus die Rechte mittel- und schutzloser Randgruppen ein und kritisiert jene, die diese direkt oder indirekt ausbeuten. Zurückgehend auch auf das Buch Exodus lauten seine Aufforderungen:
Gib den Fremden ein Zuhause! Kümmere dich um Arme! Tröste die Trauernden!
Stifte Frieden! Worte, die kaum aktueller sein können als in diesen Zeiten! Vielleicht müssen nicht alle Aufforderungen gleichzeitig in Gänze befolgt werden – es würde uns einzelne Menschen sicher überfordern – aber beginnen oder weitermachen könnten wir: Schritt für Schritt – nicht allein, sondern gemeinsam!

Johanna Henrichs
gehört zur
Katholischen Pfarrei St. Medardus



