Aktuelle Artikel

Erinnerungen an Fats Domino, Chuck Berry und die Musik aus den 50er und 60er Jahren

6.11.2026

Musiker "Eddy" Ebeling gab für seinen Vater Edgar Ebeling im Seniorenzentrum Bethanien ein Konzert (Foto: Salzmann)

Von Monika Salzmann

 

HALVER + Die Liebe zum Rock’n’Roll hat Edgar „Eddy“ Ebeling – Vollblutmusiker, Buch- und Hörbuchautor sowie Musical-Darsteller – gleichsam mit der Muttermilch aufgesogen. Vater und Mutter zählten Rock’n’Roll-Legenden wie Fats Domino, Chuck Berry, den amerikanischen Rockgitarristen Duane Eddy und Jerry Lee Lewis zu ihren Bekannten. Die Geschichten, die er mit den Stars erlebte, sind heute das Einzige, an das sich „Eddys“ Vater Edgar Ebeling (84), der seit einem Jahr im diakonischen Seniorenzentrum Bethanien in Halver lebt, erinnert. Alles andere ist – der Demenz geschuldet – wieder schnell vergessen.

 

Um seinem Vater eine Freude zu bereiten, ließ der Sohn nun die alten Zeiten bei einem Konzert im diakonischen Seniorenzentrum aufleben. Ehrenamtlich gab der freiberufliche Musiker, Sänger und Entertainer, der sich den Künstlernamen „King Eddy“ zugelegt hat und mit Retro-Hits und Tribute-Shows wie „Elvis (a)live“ oder „The Blues Brothers“ durch die Lande tourt, für die Bewohner – voran seinen Vater – ein Konzert. Schwerpunktmäßig Musik aus den 50er und 60er Jahren – Zeit des Wirtschaftswunders und des Rock’n’Rolls – waren zu hören sein. Einen Mix aus all seinen Programmen, mit denen er landauf und landab unterwegs ist, hatte der 57-Jährige, der in Radevormwald lebt, für das Konzert zusammengestellt.

 

Wenn es um die berühmten Musiker geht, mit denen er und Ehefrau Wally – gebürtig aus Amsterdam - sich anfreundeten, beginnt Vater Edgar Ebeling aufzutauen. „Ich war schon immer ein großer Musikfan“, berichtet er. Besonders der amerikanische Pianist, Sänger und Songwriter Fats Domino, aus dessen Feder Ohrwürmer wie „I’m walking“ stammen, hatte es ihm angetan. Bei einem Auftritt seines Idols in Deutschland – ob‘s in Essen oder Düsseldorf war, weiß der 84-Jährige nicht mehr - fragte er wegen eines Autogramms auf einer Schallplatte an. Der niederländische Manager des Musikers, der rasch mit Wally Ebeling als Niederländerin ins Gespräch kam, erlaubte es dem Paar, hinter die Bühne zu gehen und den Musiker darum zu bitten. „Wir waren uns auf den ersten Blick sympathisch. Er war überhaupt nicht arrogant, nicht eingebildet“, erinnert sich Edgar Ebeling.

Nicht allein den Künstler, mehr noch den Privatmann Fats Domino und andere Größen der damaligen Musikszene haben die Ebelings kennen- und schätzen gelernt. „Das waren Freunde und keine Stars für uns, es waren ganz normale Leute“, sagt Wally Ebeling, die ihren musikbegeisterten Mann auf allen Konzerten im In- und Ausland begleitete. „Wir waren immer gern gesehene Gäste.“ Dreimal besuchten der frühere C& A-Abteilungsleiter aus Remscheid-Lennep und seine Ehefrau, die stets übersetzte, Fats Domino, der mit Begeisterung große, auffällige Juwelenringe trug, in New Orleans. Daheim in den eigenen vier Wänden, in denen ihn die Ebelings erlebten, lagen sie offen herum.

 

„Man bekommt das Leben der Musiker mit, auch die Probleme“, erzählt das Paar. „Wir waren sehr vertraut miteinander.“ Im Rolls-Royce, mit Bodyguard waren sie mit dem Künstler unterwegs. Auch mit einer deutschen Rockgruppe – Karat – schlossen die Ebelings enge Bekanntschaft. „Wir kennen jeden Einzelnen.“ Die Fotos in seinem Zimmer, die ihn mit seinen berühmten Musikerfreunden zeigen, erinnern Edgar Ebeling an die guten, alten Zeiten und die Musik, die er so liebt.

 

Ein großes, farbenfrohes Gemälde hält zudem die Erinnerung an die Aras wach, die einst ebenfalls zu seinem Leben gehörten. „Wir hatten immer Aras“, erzählt Wally Ebeling. „Lenneper kennen meinen Mann immer mit Ara auf der Schulter.“ Daran soll das große Bild erinnern. Mit Blick auf die Demenz, die den 84-Jährigen nahezu alles binnen Sekunden vergessen lässt, sagt sein Sohn: „Das Wichtigste im Leben scheint zu sein, Erinnerungen, bleibende Erinnerungen zu schaffen.“ Dass er selbst mit seiner Musik dazu beitragen kann, Erinnerungen zu schaffen und hervorzuholen, macht ihn froh. „Was Musik mit Menschen macht, kann auch nur Musik.“

Bildimpressionen von Edgar Ebeling (alle Fotos: Salzmann)

zurück zur Übersicht