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Allianzgebetswoche 2019 in Lüdenscheid und im Rahmedetal

22.1.2019

Beim überkonfessionellen Gebetsabend im Ratssaal interviewten Isabelle Budricks und Daniel Scharf Lüdenscheids Bürgermeister Dieter Dzewas (links) (Foto: Weiland)

LÜDENSCHEID + Mit einem Kanzeltausch in den verschiedenen Kirchen und Gemeindehäusern in Lüdenscheid und im Rahmedetal wurde am 13. Januar die Allianzgebetswoche 2019 eröffnet, die in diesem Jahr unter der Überschrift „Einheit leben lernen“ stand. Im Mittelpunkt aller Auftaktveranstaltungen stand das Thema „Einheit feiern- ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“.

 

Die Ansprache im Eröffnungsgottesdienst in der Christuskirche hielt die Laienpredigerin, Autorin und Rundfunkjournalistin Sabine Langenbach, die über 25 Jahre die Kirchensendung „kreuz & quer“ von Radio MK geleitet hat. Mit Worten des Apostels Paulus aus dem Epheserbrief machte sie deutlich, dass Einigkeit die christliche Gemeinde prägen soll und kann. Der gemeinsame Glaube an den Auferstandenen verbindet die Christen miteinander – trotz unterschiedlicher Auffassungen. Als positiv hob Langenbach das gut funktionierende Miteinander von Christen aus unterschiedlichen Gemeinden und Gemeinschaften in Lüdenscheid hervor, das in der Allianzgebetswoche gelebt wird und bei zahlriechen Veranstaltungen auf ökumenischer Ebene zum Ausdruck kommt.

 

Ein besonderer Höhepunkt der Allianzgebetswoche war denn auch wieder der überkonfessionelle Gebetsabend im Rathaus, der erstmalig im Ratssaal stattfand. Wie in den Vorjahren war diese Veranstaltung auch diesmal wieder mit Unterstützung durch Bürgermeister Dieter Dzewas zustande gekommen, der sich auch immer an der Auswahl der Themen beteiligt. Im Zusammenhang mit dem aktuellen Thema „Gemeinwohl – von Gemein zum Wohl“ würdigte er das ehrenamtliche Engagement, durch das zahlreiche Bürger einen wesentlichen Beitrag zum Gemeinwohl in der Stadt leisten.

 

Weitere Interviewpartner der Jugendreferenten Isabelle Budriks (Ev. Christuskirchengemeinde) und Daniel Scharf (Ev. Kirchengemeinde Oberrahmede) waren Matthias Czech und Willi Denecke vom Verein „Onkel Willi & Söhne“ und von den „Visionären für Lüdenscheid“ sowie Mara Buhl und Jens Hoffmann von der Initiative „Soko Respekt“, für die auch die Kollekte des Abends bestimmt war. Der Einsatz der 213 ehrenamtlichen Mitglieder dieser Gruppe wurde als beispielhaft bezeichnet, weil diese bisher bundesweit die einzige ist, die sich in Zeiten zunehmender Respektlosigkeit (auch gegenüber Einsatzkräften) für mehr Respekt stark macht. Czechs und Deneckes Verdiense um das Gemeinwohl bestehen darin, dass sie viel für ein friedvolles Miteinander bewirken, weil sie mit den von ihnen initiierten Veranstaltungen Menschen aller Generationen erreichen. Pfarrer Rainer Gremmels, Vorsitzender der Evangelischen Allianz Lüdenscheid, Superintendent Klaus Majoress und Mechthild Börger, Gemeindereferentin der katholischen Gemeinde St. Joseph und Medardus, brachten Fürbitten für die Anliegen der Interviewten vor. Olaf Westmeier und Band luden zum Mitsingen mitreißender Lieder ein. Budriks und Scharf erklärten, dass ein Gebetsbrief mit den vorgebrachten Gebetsanliegen erstellt und an die Gemeinden verschickt wird.

 

Für die Christen im Rahmedetal gestaltete die Jugend der evangelischen Kirchengemeinde Oberrahmede um Jugendreferent Daniel Scharf einen Gebetsabend. Scharfs Andacht, mit der er dazu aufrief, Demut, Sanftmut und Geduld zu trainieren, schlossen sich Gebete für das Miteinander der Gemeinden im Rahmedetal, für die EU, für die Krisenregionen, für Flüchtlinge und für unter Verfolgung leidende Christen an. Um diese ging es an dem Gebetsabend mit dem Öffentlichkeitsreferenten der Hilfsorganisation „Open Doors“, Alex Lindt. Laut dem topaktuellen Weltverfolgungsindex, den er mitgebracht hatte, führt Nordkorea weiterhin die Liste der 50 Staaten an, in denen Christen psychische und physische Gewalt erleiden, um ihres Glaubens willen ausgegrenzt, bestraft, inhaftiert und ermordet werden. Extremistische Gruppen wollen inzwischen auch den christlichen Glauben in Indien und in Indonesien zerstören und somit die Christen ihres wesentlichen Menschenrechts, nämlich der Religionsfreiheit, berauben. Mit „Gesichtern der Verfolgung“ die Lindt auf einer Leinwand zeigte und Berichten über unter die Haut gehende Schicksale der unter Verfolgung durch ihre Familien, durch Gruppen wie „IS“ und „Boko Haram“, durch die Gesellschaft und durch die Behörden in ihren Ländern leidenden Christen unterstrich er seine Ausführungen. Diesen schlossen sich Gebete für die Verfolgten und auch für die Verfolger an.

 

Die Evangelische Jugendallianz Lüdenscheid bescherte zahlreichen Jugendlichen mit einer „Bus- und Betfahrt“ ein „echt cooles Erlebnis“. Während der Rundfahrt stimmten alle zur Gitarrenbegleitung von Daniel Scharf und Lena Peters mit wachsender Begeisterung Lobpreislieder an. Unterwegs wurden drei Stationen angesteuert: An der Feuerwehzentrale beteten die Jugendlichen für alle Einsatzkräfte, im SOS-Kinderdorf für den Schutz und Zusammenhalt der Familien und am Jugendheim Mathildenstraße für ein guten Miteinander der Christen und aller Bürger in der Stadt sowie für den Frieden in der Welt. Der „Bus- und Betfahrt“ schloss sich eine „Wake over“- Jugendnacht in der Kreuzkirche an – mit einem gemeinsamen Essen, Workshops und einem Mitternachtsgottesdienst mit „Fischi“ (Jugendpastor Christian Fischer) und der Jugendband der Markuskirche.

 

Beim Frühstückstreffen in der Markuskirche gab es einen Grund zum Feiern: Das Gebetsfrühstück im Rahmen der Allianzgebetswoche wurde nämlich 20 Jahre alt. Anfangs war es nur für Frauen gedacht. Dann folgten – separat - auch Männer der Einladung der Evangelischen Allianz Lüdenscheid zu einer solchen Begegnung, und anlässlich des diesjährigen Jubiläums bildeten alle Gäste erstmalig eine einige große Tischgemeinschaft. Irmtraut Huneke, die das Gebetsfrühstück 1999 ins Leben gerufen hat, wurde mit einem Blumenstrauß geehrt, und ein herzliches Dankeschön galt auch Michaela Gräfe, die dem Leitungsteam ebenfalls seit den Anfängen angehört.

 

Irmtraut Huneke, stellvertretende Vorsitzende der Evangelischen Allianz Lüdenscheid, leitete den Morgen gemeinsam mit Bernd Hartmannsberge (FeG Lüdenscheid). Sie legten das Thema „Einheit leben lernen“ mit einem Text aus dem Philipperbrief aus, den sie mit einer Aussage von Dietrich Bonhoeffer („Christliche Gemeinschaft heißt Gemeinschaft mit Christus“) unterstrichen. Die musikalische Begleitung des gemeinsamen Gesangs hatten zum wiederholten Mal Kristin Hartmannsberger (Gitarre) und Tabea Katzenmaier (Klavier) übernommen. Die Evangelische Allianz im Rahmedetal hatte zu einem Gebetsfrühstück ins Gemeindehaus Grünewiese eingeladen, das von Udo Fiedler (evangelische Kirchengemeinde Oberrahmede) geleitet wurde. Zu den Gästen gehörte unter anderem das Ehepaar Hunke, das alljährlich aus Dortmund anreist, um alle Veranstaltungen zur Allianzgebetswoche im Rahmedetal mitzuerleben. ©IH

 

Fotoimpressionen der Allianzgebetswoche:

Auftaktveranstaltung in der Christuskirche mit Sabine Langenbach (l.) und Pfarrerin Bärbel Wilde (Foto: Weiland)Auftaktveranstaltung in der Christuskirche mit Sabine Langenbach (l.) und Pfarrerin Bärbel Wilde (Foto: Weiland)

 

Vom überkonfessionellen Gebetsabend  im Ratssaal: Fürbitte von Isabelle Budriks und Superintendent Klaus Majoress (l.) für „Onkel Willi & Söhne“ sowie von der Band um Olaf Westmeier (Foto: Weiland)

Vom überkonfessionellen Gebetsabend im Ratssaal: Fürbitte von Isabelle Budriks und Superintendent Klaus Majoress (l.) für „Onkel Willi & Söhne“ sowie von der Band um Olaf Westmeier (Foto: Weiland)

 

Die Evangelische Jugendallianz Lüdenscheid bescherte zahlreichen Jugendlichen mit einer „Bus- und Betfahrt“ ein „echt cooles Erlebnis“ (Foto: Weiland)

Die Evangelische Jugendallianz Lüdenscheid bescherte zahlreichen Jugendlichen mit einer „Bus- und Betfahrt“ ein „echt cooles Erlebnis“ (Foto: Weiland)

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