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Die Aussicht auf bessere Zeiten

17.12.2023

Das Wort zum Sonntag heute mit Gedanken von Jürgen Jerosch, Pfarrer der Ev. Versöhnungskirchengemeinde Lüdenscheid (Grafik: EKKLP)
Das Wort zum Sonntag heute mit Gedanken von Jürgen Jerosch, Pfarrer der Ev. Versöhnungskirchengemeinde Lüdenscheid (Grafik: EKKLP)

Durch Piepersloh bewege ich mich am liebsten zu Fuß. Vergangenen Sonntag aber war es unvermeidlich, mit dem Auto zu fahren, und ich merkte gleich wieder die wachmachende Wirkung der „Rumpelpiste“ unter mir. Wie gut, dass man die Erneuerung der Fahrbahn auf dem Zettel hat. Das lässt die heutige Situation manchmal sicher schon leichter nehmen. „Nicht mehr lang!“, schwingt da als Hoffnung mit.

 

Die Aussicht auf bessere Zeiten verbindet sich in diesen Wochen gut mit der adventlichen Erwartung der Christinnen und Christen. Der biblische Satz für den 3. Advent lautet: „Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.“ (Jesaja 40, 3.10)

 

Naheliegend wird im Advent selbstverständlich auf Weihnachten gewartet. Aber das Fest selbst, wissen wir, ist ja nur die eine intakte Asphaltscholle auf der weiten Strecke auch der weniger harmonischen Tage. Unsere Erwartungen sind weitreichender. Im Advent erwachen unsere Wünsche nach „Frieden auf Erden“, nach einem Ende von Leid und Schmerz im Osten und Nahen Osten, wir brauchen wieder mehr Gewissheiten, wo der Wandel auf allen Ebenen uns spürbar aus dem Tritt bringt.

 

Und da haben wir die adventliche Zusage der Wiederkunft Jesu Christi. Eine gewaltige Erwartung, die aber sicher ist wie das Amen in der Kirche. Gottes Heil ist unaufhaltsam. Ob wir es schaffen, unsere Bautrupps loszuschicken und ihm eine Landebahn zu bereiten oder nicht. Er wird erscheinen. Straßen bauen sich nicht von selbst. Aber ein Jesus, der zur Not auch übers Wasser geht, hat bewiesen, dass er Wege findet, selbst wo keine sind. Das ist wie beim Heiligen Abend: der 24. kommt – unabhängig davon, ob wir unsere Stuben schön vorbereitet haben oder noch über die angesammelten Wollmäuse des Jahres schlittern.

 

Ich wünsche allerdings, dass der angesagte Jesus tatsächlich eine Aufbruchstimmung in uns erzeugt! Dass wir die Arbeitshandschuhe anziehen, vom weithin vergessenen Gott und seinem Zukunftsprojekt erzählen. Mit unseren Liedern. Mit Worten. Mit helfenden Taten, die heute schon Sorgen mindern und Zuversicht wecken. „Nicht mehr lang!“ Advent macht Mut.

 

 

 

 

Einen gesegneten 3. Advent wünscht Ihnen

 

Jürgen Jerosch,

Pfarrer der

Ev. Versöhnungskirchengemeinde Lüdenscheid

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