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Schmalzbrote und Geschichten zum Thema Heimat

9.4.2026

Auch der zeitweise verschwundene Kirchturmhahn, den Silke Vieregge zeigte, ist ein Stück Heimat. Foto: Wolfgang Teipel

Beim jüngsten Vorlesenachmittag des Seniorenprojekts „LebensFreude“ drehte sich alles um das Thema Heimat. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah liegt? Welche Qualität die Heimat besitzt, das zeigten auch die Schmalzbrote mit eingelegten Gürkchen, die es so wohl nur in der Heimat gibt. Da griffen die Besucherinnen und Besucher gern zu.

Die Veranstaltung mit den bewährten Vorlesern Fred Witte, Jutta Schubert und Erika von Alt fand in Kooperation mit der Ev. Kirche Gemeinde in deren Saal an der Kirchstraße statt. Kaffee, Streuselkuchen und Schweinsöhrchen auf den geschmackvoll dekorierten Tischen: Es wurde ein gemütlicher Nachmittag zum Zuhören und Nachdenken.

Fred Witte stimmte die Zuhörer mit einer Passage aus Udo Weinbörners Roman „Das Feuer, die Schuld und das Schweigen“ auf die Veranstaltung ein.  Das Buch handelt vom Stadtbrand, der am 12. April 1725 fast ganz Plettenberg zerstörte.

Christiane Witte stimmte beliebte Volkslieder an. Fred Witte las unter anderem aus dem Roman „Das Feuer, die Schuld und das Schweigen“. Er handelt vom Stadtbrand im April 1725. Erika von Alt zitierte ein Gedicht von Theodor Fontane. Foto: Wolfgang Teipel

Erika von Alt zitierte ein Gedicht von Theodor Fontane: „Ich bin hinauf, hinab gezogen. Und suchte Glück und sucht' es weit. Es hat mein Suchen mich betrogen Und was ich fand, war Einsamkeit.“ Jutta Schubert schilderte mit einem Schmunzeln bei nahezu jeder Zeile ein Dorfidyll.

 

Annette von Droste-Hülshoff und der Sauerländer

 

An alte Zeiten erinnerte auch das Lied „Hoch auf dem gelben Wagen“, das die Besucher zur Gitarrenbegleitung von Christiane Witte sangen.

Danach griff Fred Witte auf Annette von Droste-Hülshoff zurück.  Die Schriftstellerin aus dem Münsterland (1797 bis 1848) beschrieb einst das Sauerland als „nicht der Hort der Träume und Märchen“ und den Sauerländer als Menschen „ohne einen starken Zusatz von Schlauheit, Verschlossenheit und praktischer Verstandesschärfe, und selbst der sonst Beschränkteste unter ihnen wird gegen den gescheitesten Münsterländer fast immer praktisch im Vorteil stehen.“ Da hatte Fred Witte die Lacher auf seiner Seite. 

 

Was bedeutet Heimat für mich?

 

Was bedeutet für mich Heimat? Antworten auf diese Frage konnten die Besucherinnen und Besucher auf kleine Karten schreiben und an eine große Tafel heften. Silke Vieregge vom Projekt „LebensFreude“, die den Nachmittag moderierte, trug die Antworten vor. Sie hatte ein Stück Heimat mitgebracht: Den Hahn, der früher die Kirchturmspitze schmückte. Der goldfarbene Vogel war auf mysteriöse Weise verschwunden. Nach sechseinhalb Jahren tauchte er im Februar 2020 wieder auf. Ein Telekom-Mitarbeiter fand ihn in einer Wiese, etwa hundert Meter von der Kirche entfernt. Auch an diese Geschichte erinnerten sich die Besucherinnen und Besucher. Später frischte ein Quiz zum Thema Sauerland ihr Gedächtnis auf.   

 

 Wenn’s um Heimat geht, darf Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio nicht fehlen. Sein wohl bekanntestes Lied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ stimmte Christiane Witte zum Abschluss des Nachmittags an.

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