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Timmy, wir retten dich!
3.5.2026

Wie sehr bewegt das Schicksal des gestrandeten Wals Timmy unser Land. Die Medien berichten, Initiativen werden gegründet, Spezialisten eingeflogen und viel Geld gespendet, weil man den hilflosen Riesen retten will.
Wenn wir schon nicht die ganze Welt retten können, dann wenigstens einen einzigen. Ist das der Grund, warum sich Menschen so von der Geschichte Timmys bewegen lassen? Oder spiegelt sich hierin die eigene, heimliche Sehnsucht nach Rettung? Das Gefühl, innerlich festzustecken, nicht frei leben zu können, verloren und zum Sterben verdammt zu sein, kennen die meisten Menschen auch. Und wir leiden darunter. Ich finde es irgendwie berührend, wie man einen Buckelwal versucht zu helfen, wenn man sich schon nicht selbst retten kann.
Die Bibel sagt, dass Jesus gekommen ist, uns zu retten: Aus unserem Gestrandetsein und Sterben-müssen. Er ist für uns aus dem Himmel gekommen, um jeden einzelnen von uns zu retten, ob wir Timmy oder Erika oder Werner heißen.
Er kennt dich mit Namen. Er kennt dein Schicksal und deine Not. Und er will und kann dich aus jeder ausweglosen Verlorenheit retten. „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du wirst mich preisen.“ ruft uns Jesus mit Psalm 50,15 zu. Was ist das für ein Segen, dass wir Menschen so ein Rettungsangebot haben. Die Frage ist, wie wir darauf reagieren. Timmy jedenfalls ist auf dem Weg in die Nordsee und man konnte eben lesen, dass er in seiner rettenden Bilge singt. Ich wünsche uns, dass wir in diesen Gesang der Geretteten einstimmen können, vielleicht ja Sonntag früh in unser Kirche. Immerhin ist der Sonntag „Kantate“ und das bedeutet „singet“.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen
Pfarrer Sebastian Schultz,
Ev. Christuskirche Lüdenscheid



